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Doppelte Haushaltsführung, Lebensmittelpunkt, Haupt- und Zweitwohnung

| 07.12.2012 18:33 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Ich bin ledig, 30 Jahre alt, seit dem 01.01.2010 in Saarbrücken angestellt und seitdem eine ca. 50 qm große Wohnung angemietet, von der ich regelmäßig zur Arbeitstelle pendele. Durchschnittlich alle zwei Wochen fahre ich an den Wochenenden zurück an meinen Heimatort Köln um meine Eltern, Freunde, Verwandte, Vereinsmitglieder, etc. zu besuchen. An diesen Heimfahrer-Wochenenden bin ich kostenlos bei meinen Eltern untergebracht.
Da Köln zwar mein Lebensmittelpunkt ist, ich aber keine eigene Wohnung und keinen eigenständigen Haushalt führe, hat das Finanzamt bei den Werbungskosten die Kosten der doppelten Haushaltsführung abgelehnt und nur die Kosten der Familienheimfahrten anerkannt. So weit so gut!
Ab 01.01.2012 habe ich nun in Köln in der Nähe meiner Eltern eine weitere Wohnung angemietet, um u.a. von den Eltern unabhängig zu sein. Meine Frage lautet nun "Da ich seit 01.01.2010 an meinem Beschäftigungsort in Saarbrücken aus beruflichen Gründen die Zweitwohnung und ab 01.01.2012 an meinem Lebensmittelpunkt in Köln die Hauptwohnung (mit eigener Haushaltsführung am heimischen Wohnort) angemietet habe, müsste mir doch ab 01.01.2012 die doppelte Haushaltsführung anerkannt werden?" Oder treten jetzt neue Probleme auf, weil z.B. die Hauptwohnung in Köln
- aus privaten Gründen
- erst 2 Jahre nach der Anmietung der Zweitwohnung in Saarbrücken
angemietet wurde.

Mit freundlichen Gruessen
steuermann123

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegeben Informationen verbindlich wie folgt beantworten:
Nach § 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 5 Satz 1 Halbsatz 1 EStG muss die doppelte Haushaltsführung aus beruflichem Anlass begründet worden sein. Bezüglich der Bedeutung des Begriffs der Veranlassung kann auf das Veranlassungsprinzip i. S. d. Abgrenzung zwischen beruflich veranlassten Aufwendungen und nichtabziehbaren Aufwendungen der allgemeinen Lebensführung zurückgegriffen werden. Alleine die Aufteilung einer einheitlichen Haushaltsführung auf zwei Haushalte reicht nicht aus, selbst dann nicht, wenn sich dadurch die Wegstrecke und Fahrtzeit zur Arbeitsstätte erheblich verkürzt. Entscheidend ist, ob gerade die Begründung (nicht die Führung) des zweiten Hausstandes geeignet ist, den Beruf des Stpfl. zu fördern.
Dabei muss grundsätzlich zuerst der eigene Hausstand des Stpfl. außerhalb des Beschäftigungsorts, also hier in Köln, bestanden haben, bevor es zur Übernahme der Zweitwohnung am Beschäftigungsort gekommen ist. Vgl.BFH 6. Senat, Beschluss vom 31.05.2001,
Aktenzeichen: VI B 43/99.
Die Finanzverwaltung wird deshalb davon ausgehen, dass die Begründung des eigenen Hausstandes in Köln private Gründe hat und somit die Kosten für die Wohnung in Köln nicht anerkennen wird.
Sie können selbstverständlich versuchen, dass die Kosten anerkannt werden. Große Erfolgsaussichten sehe ich allerdings nicht.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Patrick Hermes, Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 10.12.2012 | 12:43

Vielen Dank für Ihre Antwort.
Nach Ihren Ausführungen muss also grundsätzlich der eigene Hausstand am Wohnort bestanden haben bevor die Zweitwohnung am Beschäftigungsort (aus beruflichen Gründen) begründet wird. Für 2012 werde ich daher keine doppelte Haushaltsführung beantragen.

Jetzt aber folgende Nachfrage zum Jahr 2013.
"Kann ich meine Erfolgsaussichten der doppelten Haushaltsführung für das kommende Jahr 2013 erhöhen, wenn ich die Zweitwohnung am Beschäftigungsort in Saarbrücken einfach zum 01.01.2013 neu anmiete (neuer Mietvertrag)?"

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 11.12.2012 | 23:28

Meines Erachtens würde der Abschluss eines neuen Mietvertrages bezüglich der Zweitwohnung in Saarbrücken nicht ausreichen, weil dies nichts an den tatsächlichen Umstand ändert (Berufsbeginn in Saarbrücken). Etwas anderes würde auch bei einem Umzug innerhalb Saarbrückens nicht gelten.

Ergänzung vom Anwalt 23.12.2012 | 02:11

Beantragen Sie bereits ab 2012 die doppelte Haushaltsführung, wenn Sie in Köln eine eigene Wohnung angemietet haben; Sie sollten allerdings nachweisen, dass Köln Ihr Lebensmittelpunkt darstellt.

Bewertung des Fragestellers 13.12.2012 | 19:04

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