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Doppelte Haushaltsführung – Familienheimfahrten – Fahrkosten


| 07.01.2006 13:17 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Achim Schroers



Guten Tag,

In Rahmen der doppelten Haushaltsführung werden vom Finanzamt die notwendigen Fahrkosten für jeweils eine tatsächlich durchgeführte Heimfahrt wöchentlich in Höhe der Entfernungspauschale von 0,30 Euro anerkannt.

Ich bitte Sie um Auskunft in folgenden Fragen:

1.) Gilt die Entfernungspauschale von 0,30 Euro, wenn die Fahrten mit einem anderen Verkehrsmittel (Bahn / Mitfahren in einem anderen Fahrzeug / Flugzeug) oder gemischt (Teil der Strecke mit privatem Pkw / Teil der Strecke mit der Bahn oder Flugzeug) durchgeführt werden?
2.) Wenn nicht, welche Aufwendungen sind dann anzusetzen (ggf. nach Verkehrsmitteln)?
3.) Wie kann eine tatsächlich durchgeführte Fahrt mit anderen Verkehrsmittel bewiesen werden, wenn es keine Fahrkarte gab (beispielsweise bei BahnCard 100, die im Zug nur vorgezeigt wird)?
4.) Muss wegen der o.g. Familienheimfahrten mit privatem Pkw ein Fahrtenbuch geführt werden? Kann das Finanzamt es bei einem Arbeitnehmer überhaupt verlangen (bzw. ist es verhältnismäßig, dies zu verlangen)?

Wenn möglich, bitte ich Sie außerdem um Angabe der jeweiligen rechtlichen Vorschrift bzw. der gerichtlichen Entscheidungen.

Vielen Dank im Voraus!
Sehr geehrte(r) Fragesteller(in),

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich wie folgt beantworten möchte:

Die wöchentlichen Heimfahrten sind grundsätzlich verkehrsmittelunabhängig mit der Entfernungspauschale abzugsfähig. Es spielt also keine Rolle, welches Verkehrsmittel Sie benutzen und ob Ihnen überhaupt Kosten entstehen, wie z.B. beim Mitfahren in einem fremden Fahrzeug.

Es besteht jedoch eine Ausnahme: Für Flugstrecken gibt es die Entfernungspauschale nicht. Hier können nur die tatsächlichen Flugkosten geltend gemacht werden. Für die Fahrt vom Beschäftigungsort zum Flughafen und vom Heimatflughafen zum Hauptwohnsitz kann dann die Entfernungspauschale in Anspruch genommen werden.

Eine weitere Ausnahme gilt, wenn Sie öffentliche Verkehrsmittel benutzen. Hier haben Sie ein Wahlrecht: Sie können – statt der Entfernungspauschale – die nachgewiesenen tatsächlichen Fahrtkosten ansetzen, wenn diese ausnahmsweise für Sie günstiger sind.

Die rechtliche Grundlage für Vorstehendes finden Sie in § 9 Abs. 1 Nr. 5, Abs. 2 Satz 2 EStG.

Anerkannt werden natürlich nur Fahrten, die auch tatsächlich durchgeführt wurden, und zwar höchstens eine Heimfahrt pro Woche.

Die Feststellungslast für steuermindernde Tatsachen trägt der Steuerpflichtige. Das Finanzamt ist daher berechtigt für alle Werbungskosten Nachweise zu verlangen, zumindest deren Glaubhaftmachung. Es ist also nicht zu beanstanden, wenn das Finanzamt diesen Nachweis durch die Führung eines Fahrtenbuches erbracht sehen möchte.

Ich hoffe, Ihnen weitergeholfen zu haben. Für Rückfragen stehe ich Ihnen im Rahmen der Nachfragefunktion gerne noch zur Verfügung.


Mit freundlichen Grüßen


Achim Schroers
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 09.01.2006 | 08:51

Vielen Dank für Ihre schnelle und umfangreiche Antwort!

Ich hätte noch eine Nachfrage:

Wie sind die durchgeführten Fahrten nachzuweisen, die nicht mit eigenem Pkw durchgeführt worden sind und für die keine Fahrkarte gab (beispielsweise Mitfahren im Fremdenfahrzeug oder BahnCard 100, die im Zug lediglich vorgezeigt wird)?

Danke!

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 10.01.2006 | 08:53

Sehr geehrte(r) Fragesteller(in),

bei Fahrgemeinschaften bietet sich eine Bestätigung durch die mitfahrenden Personen an, ansonsten (BahnCard 100) durch Familienangehörige/Dritte am Heimatort.

Mit freundlichen Grüßen

Achim Schroers
Rechtsanwalt

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