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Doppelte Haushaltsführung ESt 2008


| 12.05.2010 00:47 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Holger J. Haberbosch



In meiner Steuererklärung 2008 habe ich doppelte Haushaltsführung geltend gemacht aufgrund eines Arbeitsplatzwechsels in die Schweiz zum 01.04.2008. Nun fordert das Finanzamt Nachweise für beide Wohnungen für den Zeitraum bis zum 30.06.2008.

Für meine Zweitwohnung in der Nähe des neuen Arbeitsplatzes in der Schweiz (3-Zimmer Wohnung) habe ich einen Mietvertrag, einen Nachweis über die Mietzahlungen sowie eine Aufenthaltsbewilligung in der Schweiz „B".

Mein Hauptwohnsitz und Lebensmittelpunkt war weiterhin in Deutschland. Ich wohnte dort in einer Wohnung im Haus meiner Eltern auf einer eigenen Etage mit 2.5 Zimmern, Toilette aber ohne eigene Küche. Hierfür existieren allerdings keinerlei Belege.

Gilt die Wohnung im Hause meiner Eltern auch ohne Mietzahlungen als eigener Hausstand?

Sehr geehrter Fragesteller,


ich möchte Ihre Frage anhand des dargestellten Sachverhaltes und des ausgelobten Einsatzes wie folgt beantworten:

Das Vorliegen aller Voraussetzungen für die Anerkennung für Kosten für die doppelte Haushaltsführung ist oft strittig, in Ihrem Fall gehe ich davon aus, dass die anderen Voraussetzungen vorliegen und derzeit nur der "eigene Hausstand" strittig ist.

Ein eigener Hausstand wird auch an der finanziellen Beteiligung festgemacht. Ein Urteil des BFH, welches zu einer Zeit erging, als die doppelte Haushaltsführung nur für Ehegatten galt, gibt dabei an, dass die finanzielle Beteiligung an der Wohnung zumindest dem Verhältnis der Einkommen der Eheleute entsprechen muss.(BFH, Urteil vom 17.11.1978 - VI R 93/77)

Mittlerweile ist die doppelte Haushaltsführung auch für ledige Steuerpflichtige möglich. Allerdings wird weiterhin auch eine finanzielle Beteiligung gefordert.

Hier könnte bspw. ausreichen, wenn Sie sich im ausreichenden Umfang an den Wohnnebenkosten beteiligen. Sollten Sie aber, wie häufig, völlig kostenfrei bei Ihren Eltern wohnen dürfen, liegen meiner Erkenntnis nach die Voraussetzungen für einen eigenen Hausstand nicht vor. Sie könnten es dann versuchen, zu argumentieren, dass die Möbel, Wohnunbgseinrichtung finanziell vollständig von Ihnen getragen worden sind, sollte dies auch nicht vorliegen wäre ein eigener Hausstand zu verneinen.

Allerdings sollten Sie grundsätzlch prüfen lassen, ob Ihre Einnahmen nach dem DBA D-CH nicht ausschließlich in der Schweiz zu versteuern sind, dies dürfte steuerlich um einiges günstiger sein und zudem die Problematik der doppelten Haushaltsführungskosten obsolet machen.

Gerne stehe ich Ihnen für eine solche Prüfung zur Verfügung. Bei Fragen hierzu können Sie mich gerne direkt per E-Mail an Haberbosch@asz-kanzlei.de kontaktieren.

Nachfrage vom Fragesteller 16.05.2010 | 21:54

Sehr geehrter Herr Haberbosch,

vielen Dank für Ihre schnelle und ausführliche Antwort. Ich habe nicht völlig kostenfrei bei meinen Eltern gewohnt, kann aber geleistete Zahlungen leider nicht nachweisen. Daher habe ich mich mittlerweile auf den zweiten Weg konzentriert und Belege zusammengesucht, die den Kauf meiner Wohnungseinrichtung beweisen. Da ich den Hausstand bereits 1998 gegründet habe, ist das reichlich schwierig. Ich könnte folgedes belegen:
Couch, Januar 2008, 500 EUR
Bettwäsche, Januar 2007, 90 EUR
Satellitenempfangsanlage, Oktober 2006, 200 EUR
Ventilator, Juni 2006, 90 EUR
Steckdosen und Montagematerial, Januar 2005, 20 EUR
Tapete, Januar 2005, 20 EUR
Stühle, April 2004, 100 EUR
Phonomöbel, November 2002, 80 EUR
Jalousie, Juli 2002, 80 EUR
Stereoanlage, Januar 2000, 1000 EUR

zusätzlich existieren Belege über diverse Bekleidung, die ich ggf. ebenfalls heranziehen könnte.

Sehen Sie die o.g. Belege als ausreichend an, um meinen Hausstand in Deutschland nachzuweisen?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 17.05.2010 | 07:33

Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Nachfrage , die ich wie folgt beantworte:

Grundsätzlich können Zahlungen an Ihre Eltern auch durch diese als Zeugen belegt werden, allerdings sollte man aufpassen, ob diese dann nicht als Einkünfte bei den Eltern hätten angegeben werden müssen.

Die von Ihnen genannten Ausgaben können die Argumentation eines eigenen Hausstandes stützen, auch wenn diese über den gesamten Zeitraum gesehen, nicht besonders hoch sind.

Allein aber die Anschaffung einer Couch dürfte dann doch die Annahme eines eigenen Hausstandes begründen können, letztlich ist dies aber eine Einzelfallentscheidung des FA.

Nochmals aber der Hinweis, dass möglicherweise eine Vollbesteuerung in der Schweiz in Betracht kommt, die dann steuerlich gesehen für Sie günstiger ausfallen würde.

Ich hoffe Ihre Nachfrage ausreichend beantwortet zu haben und verbleibe

mit freundlichen Grüßen

Haberbosch

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 17.05.2010 | 07:36

Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Nachfrage , die ich wie folgt beantworte:

Grundsätzlich können Zahlungen an Ihre Eltern auch durch diese als Zeugen belegt werden, allerdings sollte man aufpassen, ob diese dann nicht als Einkünfte bei den Eltern hätten angegeben werden müssen.

Die von Ihnen genannten Ausgaben können die Argumentation eines eigenen Hausstandes stützen, auch wenn diese über den gesamten Zeitraum gesehen, nicht besonders hoch sind.

Allein aber die Anschaffung einer Couch dürfte dann doch die Annahme eines eigenen Hausstandes begründen können, letztlich ist dies aber eine Einzelfallentscheidung des FA.

Nochmals aber der Hinweis, dass möglicherweise eine Vollbesteuerung in der Schweiz in Betracht kommt, die dann steuerlich gesehen für Sie günstiger ausfallen würde.

Ich hoffe Ihre Nachfrage ausreichend beantwortet zu haben und verbleibe

mit freundlichen Grüßen

Haberbosch

Bewertung des Fragestellers 17.05.2010 | 19:09


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