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Doppelte Haushaltsführung, Sonderfall Ausland - Wegverlegungsfall

| 07.05.2017 18:54 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von


Sehr geehrte Damen und Herren,

ich habe eine Frage zur doppelten Haushaltsführung (Sonderfall Ausland):

Mein Mann und ich haben uns Ende 2014 ein Haus in Irland gekauft. Mangels beruflicher Möglichkeiten nutzten wir es im ersten ¾ Jahr nur als Feriendomizil, hatten jedoch schon immer das Ziel, dauerhaft überzusiedeln. Seit September 2015 hat mein Mann nun eine Arbeitsstelle in Irland und versteuert sein Einkommen dort. Unter der Woche hat er eine kleine Mietwohnung an seinem Arbeitsort, da unser Haus von dort 2 Stunden Fahrtzeit entfernt liegt. Von Freitagabend bis Montagmorgen sowie an nahezu allen Urlaubstagen im Jahr bewohnt er jedoch unser eigenes Haus, das wir als unsere Familienwohnung und unseren Lebensmittelpunkt sehen. Ich selbst versuche so oft wie möglich, mindestens jedoch alle 5-6 Wochen über das Wochenende sowie in meinen Urlauben dort zu sein. Die Kosten für die Haushaltsführung in unserem Haus (Kreditrate, Strom, Heizöl, Renovierungskosten etc.) laufen fast vollständig auf mich, da mein Mann mit seinem Gehalt seine Lebenshaltungskosten an seinem Arbeitsort sowie die regelmäßigen Fahrtkosten bestreiten muss.

Da ich in Irland noch keine Arbeitsstelle gefunden habe und weiterhin in Deutschland arbeite, bewohne ich hier noch unsere ursprünglich gemeinsam bewohnte Mietwohnung. Da es in Irland keine Meldeverpflichtung gibt, bin ich in Deutschland noch mit Hauptwohnsitz gemeldet, mein Mann ist dagegen in Deutschland abgemeldet.

Nun meine Frage: Ich habe gelesen, dass laut BFH-Urteil vom 10.3.2010 (VI R 47/09 ) eine beruflich begründete doppelte Haushaltsführung auch dann vorliegen kann, wenn ein Arbeitnehmer seinen Haupthausstand aus privaten Gründen vom Beschäftigungsort wegverlegt. Kann ich demnach meine Kosten für die Wohnung in Deutschland als doppelte Haushaltsführung geltend machen? Und wenn ja, welche Kosten kann ich in der Steuererklärung angeben (Miete, Nebenkosten, Reisekosten…)?

Herzlichen Dank im Voraus für Ihre Antwort!

Mit freundlichen Grüßen

08.05.2017 | 14:55

Antwort

von


(248)
Blücherstraße 64
25336 Elmshorn
Tel: 041217891138
Web: http://www.anwalt-domke.de
E-Mail:

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Grundsätzlich ist möglich, was Sie andenken. Das Urteil des BFH ist aber ein anderes: BFH vom 5. März 2009 VI R 23/07 . Hier lautet der Leitsatz wie folgt:
"Eine aus beruflichem Anlass begründete doppelte Haushaltsführung kann auch dann vorliegen, wenn ein Steuerpflichtiger seinen Haupthausstand aus privaten Gründen vom Beschäftigungsort wegverlegt und er darauf in einer Wohnung am Beschäftigungsort einen Zweithaushalt begründet, um von dort seiner bisherigen Beschäftigung weiter nachgehen zu können."

Sie können ja Ihren vorübergehenden, beruflichen Verbleib in Deutschland sehr gut begründen, insofern sehe ich keine Probleme. Auch müssen Sie keine neue Wohung anmieten, sondern können die ehemals gemeinsame Wohnung behalten.

Als abzugsfähige Werbekosten können Sie gegen Nachweis geltend machen:
Fahrtkosten
Verpflegungskosten
die Kosten für die Zweitwohung bis zu einem Betrag von € 1.000,-

Mit freundlichen Grüßen
Maike Domke
Rechtsanwaltskanzlei


Rechtsanwältin Maike Domke

Rückfrage vom Fragesteller 08.05.2017 | 20:30

Sehr geehrte Frau Domke,

vielen Dank für ihre schnelle Antwort. Ich habe eine Rückfrage bezüglich der absetzbaren Kosten:

1. Können Sie die absetzbaren Verpflegungskosten bitte noch einmal näher erläutern?

2. Bzgl. Fahrtkosten: Meine Reisekosten setzen sich aus der Fahrt zum Deutschen Flughafen, Parkgebühren am Flughafen, dem Flug selbst, Mietwagenkosten (öffentliche Verkehrsmittel sind auf der Strecke in Irland nicht verfügbar) und den Fahrtkosten vom Flughafen in Irland nach Hause zusammen. Können diese komplett geltend gemacht werden?

Mit freundlichen Grüßen

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 09.05.2017 | 09:06

Sehr geehrter Fragesteller,

bei den Verpflegungskosten handelt es sich um den sog. Verpflegungsmehraufwand.

Machen SIe erst mal alle Kosten geltend, abziehen kann das FA immer noch. Grundsätzlich sind aber alle Kosten absetzbar.

Mit freundlichen Grüßen
Maike Domke
Rechtsanwältin

Bewertung des Fragestellers 10.05.2017 | 18:02

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Vielen Dank für die schnelle Hilfe und die Korrektur des von mir angeführten BGH-Urteils. Die Antwort hat mir sehr weiter geholfen! Lediglich bzgl. des Verpflegungsmehraufwands werde ich noch ein wenig weiter recherchieren müssen.

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BEWERTUNG VOM FRAGESTELLER 10.05.2017
4,8/5,0

Vielen Dank für die schnelle Hilfe und die Korrektur des von mir angeführten BGH-Urteils. Die Antwort hat mir sehr weiter geholfen! Lediglich bzgl. des Verpflegungsmehraufwands werde ich noch ein wenig weiter recherchieren müssen.


ANTWORT VON

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