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Doppelte Haushaltsführung, Fahrtkosten Heimfahrten, Dienstliche Bahncard100

| 25.02.2012 13:22 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Marlies Zerban


Sehr geehrte Damen und Herren,

ich besitze einen beruflich bedingten Zweitwohnsitz in Hamburg und setzte im Rahmen der ESt.-Erklärung 2010 Kosten für Heimfahrten bei Mehraufwendungen für doppelte Haushaltsführung ab.

Ich fahre grundsätzlich mit der Bahn und zahlte in 2010 die Kosten der Fahrkarten selbst. Seit Anfang 2011 besitze ich eine dienstliche Bahncard100, die mir aufgrund vielfältiger Geschäftsreisen vom Arbeitgeber unentgeltlich zur Verfügung gestellt wird. Die private Nutzung für meine Heimfahrten ist dem Arbeitgeber bekannt und wird von diesem akzeptiert. Eine Versteuerung im Rahmen der Gehaltsabrechnung erfolgt aufgrund der betrieblichen Veranlassung für die BC100 nicht.

Es stellt sich mir nun die Frage, ob der steuerliche Ansatz von Kosten für Heimfahrten in meiner ESt.-Erklärung 2011 trotzdem möglich ist, auch wenn für die privaten Heimfahrten mit der dienstlichen BC100 keine (anteilige) Versteuerung durch den Arbeitgeber erfolgt. Muss ggf. eine (anteilige) Versteuerung durch den Arbeitgeber vorgenommen werden oder müsste ich evtl. so etwas wie "anteilige Erstattungsbeträge" in meiner Steuererklärung gegenrechnen? Im Vergleich zu den bestehenden Regelungen bei einer etwaigen Nutzung eines Geschäftswagens (dann darf ja kein Ansatz von Kosten für Heimfahrten in der persönlichen ESt.-Erklärung vorgenommen werden) scheint mir die ausschließliche Kostentragung für die BC100 durch den Arbeitgeber (weil betriebsbedingt) ohne eine (anteilige) Versteuerung u.U. vergleichbar zu sein und dazu führen zu können, das ich keine Kosten für Heimfahrten geltend machen könnte. Das wäre sehr nachteilig. Was können Sie mir raten?


Sehr geehrter Fragesteller,

ich beantworte gerne Ihre Fragen im Rahmen einer Erstberatug unter Berücksichtigung Ihres
Einsatzes und den Vorgaben dieser Plattform.

Steuerrechtlich stellt sich die Situation wie folgt dar: Die Übernahme der Kosten der Bahncard 100 durch den Arbeitgeber stellt eine Erstattung von Werbungskosten dar. Familienheimfahrten sind keine privaten Fahrten im steuerrechtlichen Verständnis, sondern zählen zu den Werbungskosten.

Diese Vergütung ist steuerfrei nach § 3 Nr. 16 EStG.

Der Gesetzgeber hat korrespondierend dazu in § 3c Abs. 1 EStG bestimmt, dass Ausgaben, die mit steuerfreien Einnahmen in unmittelbarem wirtschaftlichem Zusammenhang stehen, nicht als Werbungskosten abgezogen werden dürfen. Auch wenn die Kosten für die Bahncard nicht einzelnen Fahrten zuzurechnen sind, verhält es sich tatsächlich hier gewiss so, dass sie auch für die Familienheimfahrten genutzt wird.

Daher sehe leider keine Aussicht auf Erfolg , die Aufwendungen für Familienheimfahrten, die Sie ebenfalls mit der Bahncard abdecken, zusätlich als Werbungskosten - über die Km-Pauschale - geltend zu machen. Ein Nachteil entsteht Ihnen dadurch nicht, da Sie keine Aufwendungen haben.

Ergänzend möchte ich ausführen, dass Sie im Grunde Aufzeichnungen führen müssten, um nachzuweisen, dass die Kosten aller Strecken, die Sie fahren, mindestens an die Kosten der Bahncard 100 herankommen, da bei geringerer beruflicher Nutzung ein höherer Privatanteil entsteht, der zu gegebenenfalls versteuern wäre.


Ich hoffe, ich konnte Ihnen einen ersten Überblick verschaffen, für eine Nachfrage stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Marlies Zerban
Rechtsanwältin
Steuerberaterin

Nachfrage vom Fragesteller 26.02.2012 | 12:06

Vielen Dank für die Information.
Wenn ich Sie recht verstehe, ergibt sich die Nicht-Abzugsfähigkeit der Werbungskosten dadurch, dass es sich um steuerfreie Einnahmen handelt, so dass bei einer Versteuerung des privat genutzten Anteils der betrieblichen BC100 (z.B. für 50% des Kostenbtrages der BC100) bzw. einer Kostenerstattung für den privaten Anteil von mir an den Arbeitgeber die Abzugsfähigkeit als Werbungskosten hergestellt sein müsste.
Verstehe ich das recht so?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 29.02.2012 | 10:37

Sehr geehrter Fragesteller,

ich beantworte gerne Ihre Nachfrage.

Soweit es sich um die Erstattung von Werbungskosten handelt, ist die Zahlung des Arbeitgebers steuerfrei.

Sofern die reine Privatnutzung durch den ArbG (bei der Gehaltsabrechnung) lohnversteuert wird, wobei hier erst eine Aufteilung der Kosten vorgenommen werden müsste, könnten Sie im Rahmen der Einkommensteuererklärung nach Abschluss des Jahres, sofern Sie es darlegen können, weitere Werbungskosten geltend machen. In jedem Fall ist eine genaue Aufteilung der Nutzung darzulegen.

Mit freundlichen Grüßen

Marlies Zerban
Rechtsanwältin
Steuerberaterin

Bewertung des Fragestellers 04.03.2012 | 10:02

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