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Doppelte Haushaltführung - wird die doppelte Haushaltführung weiter anerkannt?

21.06.2010 15:17 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von


00:46

Sehr geehrte Damen und Herren,
meine Tochter und ihr Freund haben an ihrem Heimatort ihren Hauptwohnsitz. Ca. 400 km entfernt befinden sich ihre Arbeitsplätze. Beide haben dort einen Zweitwohnsitz.Doppelte Haushaltführung wurde anerkannt. Nun möchten sie zwischen den jeweiligen Arbeitsorten eine gemeinsame Wohnug beziehen und im August heiraten. Ihre Wohnungen am Heimatort möchten sie nicht aufgeben, da ihre Eltern dort wohnen und sich bereis im Rentenalter befinden.
Kann die gemeinsame Wohnung als Zweitwohnung geführt werden und wird die doppelte Haushaltführung weiter anerkannt?
Mit freundlichen Grüßen
Ursula Riedel

21.06.2010 | 16:13

Antwort

von


(1467)
Hochwaldstraße 16
61231 Bad Nauheim
Tel: 0176/61732353
E-Mail:
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Sehr geehrte Ratsuchende,

Ihre Anfrage beantworte ich auf Grundlage Ihrer Angaben wie folgt:

Die Voraussetzung die Mehraufwendungen einer doppelten Haushaltsführung steuerlich geltend zu machen, ergeben sich aus der Lohnsteuerrichtlinie 43. Entscheiden ist, wo sich der Lebensmittelpunkt Ihrer Tochter und des Freundes befinden.

Hier verweißt die LStR 43 auf LStR 42 Abs. 1 Satz 4 bis 8. Nach Ihrem Vortrag stellt die Wohnung am Heimatort den Lebensmittelpunkt dar. Insbesondere ist R 43 Abs. 2 Satz 2 maßgebend, wonach auch bei einer gemeinsamen Wohnung der Ehegatten am Arbeitsort einer doppelten Haushaltsführung nicht entgegensteht.

Insoweit ändert auch ein Umzug Ihrer Tochter und des Freundes am Nebenwohnsitz nichts an der Geltendmachung der Mehraufwendungen für die doppelte Haushaltsführung.

Die entsprechenden Passagen füge ich im Anschluß an meine Ausführungen bei.

Ich hoffe Ihnen weitergeholfen zu haben.

Mit besten Grüßen


R 43. Mehraufwendungen bei doppelter Haushaltsführung
Doppelte Haushaltsführung
(1) 1Eine doppelte Haushaltsführung liegt nur vor, wenn der Arbeitnehmer außerhalb des Ortes, in dem er einen eigenen Hausstand unterhält, beschäftigt ist und auch am Beschäftigungsort übernachtet; die Anzahl der Übernachtungen ist dabei unerheblich. 2Eine doppelte Haushaltsführung liegt nicht vor, solange die auswärtige Beschäftigung nach R 37 Abs. 3 als Dienstreise anzuerkennen ist.
Berufliche Veranlassung
(2) 1Das Beziehen einer Zweitwohnung ist regelmäßig bei einem Wechsel des Beschäftigungsorts auf Grund einer Versetzung, des Wechsels oder der erstmaligen Begründung eines Dienstverhältnisses beruflich veranlasst. 2Beziehen beiderseits berufstätige Ehegatten am gemeinsamen Beschäftigungsort eine gemeinsame Zweitwohnung, liegt ebenfalls eine berufliche Veranlassung vor. 3Auch die Mitnahme des nicht berufstätigen Ehegatten an den Beschäftigungsort steht der beruflichen Veranlassung einer doppelten Haushaltsführung nicht entgegen. 4Bei Zuzug aus dem Ausland kann das Beziehen einer Zweitwohnung auch dann beruflich veranlasst sein, wenn der Arbeitnehmer politisches Asyl beantragt oder erhält.
Eigener Hausstand
(3) 1Ein eigener Hausstand setzt eine eingerichtete, den Lebensbedürfnissen entsprechende Wohnung des Arbeitnehmers voraus. 2In dieser Wohnung muss der Arbeitnehmer einen Haushalt unterhalten, das heißt, er muss die Haushaltsführung bestimmen oder wesentlich mitbestimmen. 3Es ist nicht erforderlich, dass in der Wohnung am Ort des eigenen Hausstands hauswirtschaftliches Leben herrscht, z. B. wenn der Arbeitnehmer seinen nicht berufstätigen Ehegatten an den auswärtigen Beschäftigungsort mitnimmt oder der Arbeitnehmer nicht verheiratet ist. 4Die Wohnung muss außerdem der Mittelpunkt der Lebensinteressen des Arbeitnehmers sein (>R 42 Abs. 1 Satz 4 bis 8). 5Bei größerer Entfernung zwischen dieser Wohnung und der Zweitwohnung, insbesondere bei einer Wohnung im Ausland, reicht bereits eine Heimfahrt im Kalenderjahr aus, um diese als Lebensmittelpunkt anzuerkennen, wenn in der Wohnung auch bei Abwesenheit des Arbeitnehmers hauswirtschaftliches Leben herrscht, an dem sich der Arbeitnehmer sowohl durch persönliche Mitwirkung als auch finanziell maßgeblich beteiligt. 6Bei Arbeitnehmern mit einer Wohnung in weit entfernt liegenden Ländern, z. B. Australien, Indien, Japan, Korea, Philippinen, gilt Satz 5 mit der Maßgabe, dass innerhalb von zwei Jahren mindestens eine Heimfahrt unternommen wird.

R 42 Maßgebliche Wohnung
Abs. 1 Satz 4 - 8

Der Mittelpunkt der Lebensinteressen befindet sich bei einem verheirateten Arbeitnehmer regelmäßig am tatsächlichen Wohnort seiner Familie. 5Die Wohnung kann aber nur dann ohne nähere Prüfung berücksichtigt werden, wenn sie der Arbeitnehmer mindestens sechsmal im Kalenderjahr aufsucht. 6Bei anderen Arbeitnehmern befindet sich der Mittelpunkt der Lebensinteressen an dem Wohnort, zu dem die engeren persönlichen Beziehungen bestehen. 7Die persönlichen Beziehungen können ihren Ausdruck besonders in Bindungen an Personen, z. B. Eltern, Verlobte, Freundes- und Bekanntenkreis, finden, aber auch in Vereinszugehörigkeiten und anderen Aktivitäten. 8Sucht der Arbeitnehmer diese Wohnung im Durchschnitt mindestens zweimal monatlich auf, ist davon auszugehen, dass sich dort der Mittelpunkt seiner Lebensinteressen befindet.



Rechtsanwalt Marcus Schröter, MBA

Rückfrage vom Fragesteller 23.06.2010 | 16:19

Sehr geehrter Herr Rechtsanwalt, vielen Dank für Ihre Antwort.
Ich möchte nochmals darauf verweisen, dass meine Tochter und ihr Freund keine gemeinsame Wohnung an ihren Heimatorten haben, sondern jeweils an zwei Orten ihren Hauptwohnsitz. Spielt das bei der Auslegung des LStR eine Rolle?
Vielen Dank im voraus für die Beantwortung

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 24.06.2010 | 00:46

Sehr geehrte Ratsuchende,

aus meiner Sicht ändert sich hier nichts an der vorherigen Einschätzung. Allenfalls wenn Ihre Tochte rdne Freund heiratet dürfte die Argumenation dann nicht mehr greifen.

Mit besten Grüßen

ANTWORT VON

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