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Doppelte Haushaltführung


29.08.2007 17:06 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht



Sehr geehrter Herr Rechtsanwalt,

ich bin schon seit mehreren Jahren weit entfernt von zu Hause in einer anderen Stadt tätig und habe deswegen die steuerliche Förderung der Doppelten Haushaltführung für meine Zweitwohnung ( für die ich auch Zweitwohnungssteuer zahle) am Arbeitsort in Anspruch genommen.
Im Oktober 2005 hat sich meine Frau von mir getrennt. Sie hat im Mai 2006 die Scheidung eingereicht und die Ehe wurde Ende November 2006 geschieden.
Ich habe nun für den Zeitraum Januar – November 2006 noch die Doppelte Haushaltführung geltend gemacht, da ich ja noch verheiratet war . Ich habe in diesem Zeitraum 10 Heimfahrten unternommen ( notgedrungen natürlich viel weniger als früher) in denen ich in der gemeinsamen Ehewohnung übernachtet habe. Unter anderem dienten diese Heimfahrten anfangs auch dem Ziel , die Ehe doch noch zu retten.
Am Heimatort leben meine zwei Töchter sowie Freunde Bekannte usw. –das ganze gesellschaftliche Umfeld.Auch Bankgeschäfte, Arztbesuche, Autowerkstatt u.ä. tätige ich nach wie vor am Heimatort.
Das Finanzamt wollte die Doppelte Haushaltführung nicht anerkennen mit der Begründung, mein Lebensmittelpunkt wäre nicht mehr am Heimatort. Meinen Einspruch gegen diese Betrachtungsweise, die nach meiner Meinung nicht gerechtfertigt ist, wurde mit Hinweis auf LStR 42 und 43 bisher nicht anerkannt. Ich bin nach wie vor nicht der Meinung daß die Trennung der Ehefrau automatisch eine Änderung des Lebensmittelpunktes bedeutet.
Ich würde gern wissen, wie Sie diesen Sachverhalt beurteilen und ob eine Aufrechterhaltung des Einspruches Aussicht auf Erfolg hat.

Danke und viele Grüße
Sehr geehrter Fragesteller,

im Rahmen einer Erstberatung beantworte ich Ihre Frage wie folgt:
Eine doppelte Haushaltsführung setzt am Lebensmittelpunkt einen eigenen Hausstand voraus, daran dürfte es, so die Meinung des Finanzamtes, in Ihrem Fall fehlen. Lt. Lohnsteuerrichtlinien R 43 Abs. 3 setzt ein eigener Hausstand voraus, dass "eine eingerichtete, den Lebensbedürfnissen entsprechende Wohnung des Arbeitnehmers" existiert und die Wohnung der Mittelpunkt der Lebensinteressen des Arbeitnehmers bildet. Der Lebensmittelpunkt befindet sich bei einem verheirateten Arbeitnehmer regelmäßig am tatsächlichen Wohnort seiner Familie, LStR R 42 Abs. 1. Bis November 2006 waren Sie de facto noch verheiratet und zudem leben Ihre beiden Töchter in Ihrem Heimatort; dies sollten Sie vortragen und auf jeden Fall Ihren Einspruch aufrechterhalten.

Für Rückfragen stehe ich Ihnen im Rahmen der kostenlosen Nachfragefunktion von „Frag einen Anwalt“ gerne zu Verfügung oder auch im Rahmen einer Mandatserteilung; am besten per mail: info@kanzlei-hermes.com.
Mit besten Grüßen
RA Hermes
Fachanwalt für Steuerrecht


www.kanzlei-hermes.com




Nachfrage vom Fragesteller 30.08.2007 | 17:46

Sehr geehrter Herr Hermes,
danke für Ihre Antwort auf meine Frage. Ich möchte nun doch noch eine Nachfrage stellen, um Unklarheiten auszuräumen.
Das FA bezieht sich in seiner Stellungnahme zu meinem Einspruch konkret auf die LStR R42 Abs.1 S.6 -8 und R43 Abs.3 S. 4. Offenbar zielt die Einschätzung des FA darauf ab, daß ich seit der Trennung meiner Frau nicht mehr als "verheiratet" im Sinne von LStR 42 Abs.1 S. 4 durchgehe sondern als "anderer Arbeitnehmer" nach S. 6 -8 und demnach die Zahl meiner Heimfahrten zu gering gewesen ist.
Ist Ihrer Meinung nach diese Sichtweise stichhaltig ( was ich mir selbst nur schwer vorstellen kann, da man ja auch nach der Trennung noch alle Verpflichtungen aus der Ehe weiter hat) und ist es sinnvoll dagegen durch Aufrechterhaltung des Einspruchs rechtlich vorzugehen?
Danke und viele Grüße

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 06.09.2007 | 03:06

Vielen Dank für Ihre Nachfrage.
Bitte entschuldigen Sie, dass ich erst jetzt Ihre Nachfrage beantworte, aber ich war ich im Urlaub.
Trennung und Scheidung sind rechtlich unterschiedlich zu behandeln.
LStR 42 Abs. 1 S. 4 ist anwendbar, da Sie noch verheiratet sind und dies nicht mehr der Fall ist, wenn Sie rechtskräftig geschieden sind.
Sie sollten deshalb Ihren Einspruch aufrechterhalten.

Mit besten Grüßen

RA Hermes

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