Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Doppelstaatsbürgerschaft, Ehe, Familienstand, Angaben bei Behörden

03.09.2019 13:14 |
Preis: 50,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Dr. Corina Seiter


Zusammenfassung: Ausländische Eheschließung

Guten Tag,
ich habe die deutsche und türkische Staatsbürgerschaft und habe mit meinem türkischen Personalausweis 2011 einen türkischen Staatsbürger in der Türkei geheiratet. Ich habe in Deutschland nie angegeben, dass ich auch einen türkischen Pass besitze. Auf meinem türkischen Personalausweis trage ich seit der Heirat einen Doppelnamen. Nach der Heirat habe ich eine Weile pendelnd in der Türkei gelebt (ich habe mich jedoch nie offiziell aus Deutschland abgemeldet) bis ich 2014 eine Tochter in Deutschland zur Welt gebracht habe. Da ich nach der Geburt nicht mehr in der Türkei, sondern wieder in Deutschland leben wollte, mein Ehemann aber partout nicht nach Deutschland umsiedeln wollte, habe ich fortan gemeinsam mit meiner Tochter in Deutschland gewohnt und den Kontakt zu meinem Ehemann durch gegenseitige Besuche aufrecht erhalten. Bei der Geburt meiner Tochter habe ich beim Standesamt nie angegeben, dass ich nach türkischem Recht verheiratet bin. Ich ohnehin immer und überall angegeben, dass ich ledig bin, mein Mann hat jedoch eine Vaterschaftserkennung unterschrieben und wir haben das gemeinsame Sorgerecht. Meine Tochter trägt meinen Namen.
Die finanzielle Situation meines Mannes reicht aus, um ein Leben in der Türkei zu finanzieren, in Euro umgerechnet erhält er jedoch nicht so viel Gehalt, dass er uns finanziell unterstützen könnte. Im Jahr 2015 und Anfang 2018 war ich daher zwischenzeitlich auf Sozialhilfe angewiesen. Auch hier habe ich in den Anträgen meinen Familienstand immer als ledig und alleinerziehend angegeben, da ich nach türkischem Recht zwar verheiratet bin, im Grunde jedoch wie eine ledige Alleinerziehende lebe.
Da wir zu dem Schluss gekommen sind, dass es so nicht weitergehen kann, hat mein Mann sich nun doch entschlossen, zu uns nach Deutschland zu kommen und einen Antrag auf Familienzusammenführung zu stellen. Ein Freund der Familie, der uns bei der Antragstellung hilft, hat uns nun jedoch darauf hingewiesen, dass die Angabe als ledige Alleinerziehende, die ich über die Jahre hinweg immer so gemacht habe, nicht rechtens ist und uns auch bei der Familienzusammenführung Probleme bereiten wird. Meine Frage lautet nun:
1) Habe ich mich durch die Tatsache, dass ich nach türkischem Recht und mit meinem türkischen Personalausweis verheiratet bin, die Heirat in Deutschland jedoch nie nicht angezeigt habe, in Deutschland immer meinen deutschen Personalausweis benutzt und mich dementsprechend als ledig und alleinerziehend vorgestellt und dies auch in Anträgen immer so angegeben habe, eine Straftat begangen? Kann es im Rahmen der Antragstellung für die Familienzusammenführung hier zu Problemen kommen?

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Sie haben nie die Ehe wirksam in Deutschland anerkennen lassen. Somit sind Sie nach deutschem Recht nicht verheiratet! Eine Straftat können Sie zudem nur begehen, wenn Sie vorsätzlich falsche Angaben gemacht haben. Ich habe es jedoch so verstanden, dass Sie selber davon ausgehen, dass Sie mangels Anerkennung nicht verheiratet seien. Damit würden Sie gar nicht vorsätzlich handeln.

Sollten Sie eine Ladung erhalten, so machen Sie keine Angaben und schalten einen Anwalt ein!



Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 16.09.2019 | 17:18

Vielen Dank für Ihre Antwort. Ich möchte mich jedoch vergewissern, dass ich es richtig verstanden habe und möchte daher noch einmal nachfragen:
1) Habe ich es richtig verstanden, dass ich trotz meiner Heirat so lange, wie ich meine ausländische Ehe in Deutschland nicht anerkennen lasse, in Deutschland als ledig gelte und das bei Behörden auch so anzugeben habe?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 16.09.2019 | 22:36

So einfach ist das nicht. Es ging bei Ihrer Beurteilung darum, ob Sie strafrechtlich verfolgt werden können. Hierfür wäre Vorsatz hilfsweise grobe Fahrlässigkeit notwendig.

Für die Anerkennung gibt es kein besonderes Verfahren. Vielmehr prüft jede Behörde an sich (Steuerklasse, Sozialamt etc.) selber die einzelnen Voraussetzungen. Erst dann, wenn Sie positive Kenntnis davon hatten, dass die Voraussetzungen vorlagen, kann von Vorsatz gesprochen werden.

Da das Verfahren an sich kompliziert ist, wird es auch schwer, Ihnen eine grobe Fahrlässigkeit zu unterstellen.

Aber jetzt sollten Sie es aber richtig machen, ggf. beim Standsamt prüfen lassen.

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 70152 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
4,6/5,0
Die Antwort und die Argumentation des Anwaltes hat mir gut gefallen. Ich denke, dass ich ihn mit einem Mandat beauftragen werde. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Schnelle und kompetente Antwort. So gut, dass ich mit dem Anwalt meine Rechte in der Angelegenheit durchsetzen lassen werde. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Endlich mal ein Anwalt der eine eigene Meinung hat und nicht nur mit Allgemeinplätzen rumdruckst! ...
FRAGESTELLER