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Doppelbetsteuerungsabkommen


31.01.2007 11:28 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht



Hallo,

ich war bis 15.Juni 2005 freiberuflicher Architekt in Deutschland und hatte Einkuenfte im Steuerjahr 2005 bis o.g. Datum.

Seit dem 15. juni 2005 bin ich in Dubai bei einer ansaessigen Firma angestellt.
Da ich im Jahr 2005 mehr als 180 Tage im Ausland gelebt habe, bin ich davon ausgegangen, dass ich fuer das gesamte Steuerjahr 2005 Steuern in Dubai (=0% Steuern) zu entrichten habe.
Leider habe ich meinen Wohnsitz in Deutschland nicht offiziell abgemeldet, obwohl ich dort seither nicht mehr lebe.


Muss ich meine Einkuenfte aus Deutschland fuer 2005 in Deutschland versteuern oder kann ich diese Einkuenfte nach dem DBA in den VAE versteuern, wo ich mit 0% Steuern auch keine Steuernachweise bekommen kann.

Das Finanzamt (Regensburg) sagt, dass ich wegen meines offiziellen Wohnsitzes in Deutschland dort auch Steuerpflichtig bin, es sei denn, ich kann nachweisen, dass ich meine Einkuenfte woanders versteuert habe.

Vielen Dank und freundliche Gruesse
Sehr geehrter Ratsuchender,

ich bedanke mich für Ihre Anfrage, die ich wie folgt nach Ihren Angaben beantworten möchte.

Grundsätzlich ist jeder Steuerpflichtige unbeschränkt einkommensteuerpflichtig in Deutschland, der in diesem Lande einen Wohnsitz und/oder den gewöhnlichen Aufenthalt hat.
Der gewöhnliche Aufenthalt in Deutschland wäre gegeben, wenn der Aufenthalt sich auf freiwilliger Basis mehr als sechs Monate in Deutschland abspielt.
Dem könnte Ihr Vortrag bezüglich des Aufenthalts in Dubai an mehr als 180 Tagen im Jahre 2005 sprechen, dass somit der gewöhnliche Aufenthalt dort sein könnte.
Da Sie aber Ihren Wohnsitz weiterhin in Deutschland haben, sind Sie in diesem unserem Lande unbeschränkt einkommensteuerpflichtig, so dass grundsätzlich das Welteinkommen der Einkommensteuer zu unterwerfen wäre.
Ich hatte einmal einen Fall zu bearbeiten, wobei der Steuerpflichtige sowohl in Deutschland als auch in der Schweiz einen Wohnsitz hatte, somit in beiden Ländern die unbeschränkt Steuerpflicht nach dem Ertrag vorlag. Zumindest damals war dies so, dass das DBA Deutschland – Schweiz eine etwaige Beteuerung durch beide Länder nicht sanktionierte.
Somit kam es auf Überzeugungskraft und Feingefühl, etc. an, um eine Doppelbesteuerung, was sicher auch nicht Ziel dieser beiden Länder sein konnte, zu vermeiden, was letztendlich sogar ohne Schlichtungsverfahren über die Regierungen gelang.

Diese Doppelbesteuerungsabkommen zwischen vielen Staaten mit der Bundesrepublik Deutschland sollen nicht diese fördern, sondern diese nach Möglichkeit vermeiden.
In vielen dieser DBA ist geregelt, dass das Land, in dem die Einkünfte erzielt werden, diese versteuert werden sollen, das andere, in dem sich z.B. noch ein Wohnsitz befindet, auf die Besteuerung verzichtet.
Nach Ihrem Vortrag werden die Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit ab 15.06.05 in Dubai erzielt, so dass Deutschland nach dem DBA mit Dubai auf das Besteuerungsrecht hinsichtlich dieser Einkünfte verzichtet.
In dem Schreiben des Finanzamts Regensburg kommt eigentlich nichts anderes zum Ausdruck, als dass Sie zwar in Deutschland aufgrund Wohnsitzes unbeschränkt einkommensteuerpflichtig sind, aber die Einkünfte dort versteuert werden sollen, wo diese auch erzielt werden.
Somit verzichtet Deutschland auf das Besteuerungsrecht nach dem Ertrag bezüglich der in Dubai erzielten Einkünfte, so dass deren Besteuerung nach den Verhältnissen in Dubai durchzuführen ist.
Wenn es in Dubai nun mal keine Ertragsbesteuerung gibt bzw. diese mit 0,00 festzusetzen wäre, darf die meines Erachtens nicht zum Nachteil des Steuerpflichtigen gereichen.
Dies bedeutet schlechterdings nur, dass der Steuerpflichtige diesbezüglich eben „Glück“ hatte, einer etwaigen Ertragsbesteuerung zu entgehen.
Ich denke, dass Ihnen eine Bescheinigung Ihres Arbeitgebers bzw. etwaige Lohnabrechnungen, falls diese von Ihrem dubaischen Arbeitgeber ausgestellt werden, ausreichen dürften, um das Finanzamt Regensburg zu überzeugen.
Wenn diese Bescheinigungen bestätigen, dass sich die Ertragsbesteuerung in Dubai sich bei 0,00 einfindet, dürfte Sie selbst gegenüber dem Finanzamt Regensburg nachgewiesen haben, dass eine Besteuerung in Dubai stattgefunden hat.
Es liegt ja nicht an Ihnen, wenn Dubai keine Ertragsbesteuerung vorsieht.
Aufgrund des Verzichtes von Deutschland auf die Ertragsbesteuerung, da Ihre nichtselbständigen Einkünfte in Dubai erzielt werden, ist es dem deutschen Staat auch nicht möglich die Ertragsbesteuerung nach Deutschland „zurückzuholen“.
Im Ergebnis müssten Sie nachweisen, dass Sie die Einkünfte in Dubai erzielt haben, so dass durch Verzicht das Besteuerungsrecht nach dem Ertrag in Deutschland wegfällt.

Ich hoffe, Ihnen insbesondere weitergeholfen zu haben.


Mit freundlichen Grüßen
Bernd Zahn
Rechtsanwalt

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