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Doppelbesteuerung in der Türkei

29.01.2019 12:52 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von


Hallo,

ich werde bald eine neue Tätigkeit in der Türkei als Ingenieur aufnehmen. Das Unternehmen in der Türkei ist zu 100 % in Staatsbesitz. Ich werde dort natürlich entsprechend den Gesetzen der Türkei sozialversichert sein und Steuern zahlen. Als Nettoeinkommen habe ich dann noch zwischen 1300 und 1500 € (je nach aktuellem Währungskurs).
Die Stelle ist mit regelmäßigen Reisen nach Deutschland verknüpft. Ich werde entsprechend bis zu 100 Tage in Deutschland in meinem Elternhaus verbringen.

Aufgrund dieses Sachverhalts frage ich mich, ob ich meinen Wohnsitz in Deutschland aufgeben sollte oder nicht?

Wenn ich das Ganze richtig verstehe, ist das Doppelbesteuerungsabkommen von 2011 zwischen Deutschland und der Türkei ausschlaggebend. So richtig verstehe ich aber das Abkommen leider nicht.

Im Sinne dieses Abkommens bin ich, wenn ich in beiden Ländern einen Wohnsitz habe, eine in der Türkei ansässige Person. Ist das korrekt? Bin ich dann überhaupt noch unbeschränkt steuerpflichtig in Deutschland?

Gilt meine Tätigkeit im Sinne des Abkommens als öffentlicher Dienst (weil das Unternehmen in 100 % Staatsbesitz ist)?
Muss ich trotz der Steuern in der Türkei nochmal Steuern bezahlen und entsprechend eine Steuererklärung abgeben?

Vielen Dank im voraus und freundliche Grüße.

30.01.2019 | 07:57

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen wie folgt beantworten:

Grundsätzlich gilt, dass Sie erst dann öffentlicher Angestellter werden, wenn Sie für eine Behörde etc arbeiten, es also beamtenrechtlich einen Dienstherren gibt. Aus dem Besitzverhältnis des Arbeitgebers, auch wenn dieser 100% dem türkischen Staat gehört, leitet sich keine Dienstherrenstellung des Arbeitgebers ab. Dies wäre allenfalls dann anzunehmen, wenn Ihr Arbeitgeber als Behörde oder Dienstherr in der Türkei auftritt.

Maßgeblich für Sie ist in der Tat das DBA aus 2011.

Bei einem Aufenthalt von 100 Tagen im Jahr könnten Sie Ihren Wohnsitz in Deutschland aufgeben und wären dann nur noch in der Türkei steuerbar. Solange Sie weniger als 183 Tage im Jahr in Deutschland arbeiten, ist aus Art. 15 Abs. 2 DBA eine Besteuerung nur in der Türkei gegeben. Dies unter der Voraussetzung, dass Sie keinen Wohnsitz in Deutschland inne haben.

Wollen Sie Ihren Wohnsitz in Deutschland behalten, wird man klären müssen, in welchem Staat Sie ansässig sind.

In Art. 4 Abs. 2 a DBA heißt es:

"Die Person gilt als nur in dem Staat ansässig, in dem sie über eine ständige Wohnstätte verfügt; verfügt sie in beiden Staaten über eine ständige Wohnstätte, so gilt sie als nur in dem Staat ansässig, zu dem sie die engeren persönlichen und wirtschaftlichen Beziehungen hat (Mittelpunkt der Lebensinteressen);"

Man wird also klären müssen, wo Sie die engeren persönlichen und wirtschaftlichen Beziehungen haben. Persönlich sicherlich in Deutschland, wirtschaftlich aufgrund der Arbeit aber in der Türkei. Lässt sich dies nicht klären sind Umstände wie eine Wohnung in beiden Ländern und die Staatsangehörigkeit ausschlaggebend.

Hier mag also in der Tat viel für eine Ansässigkeit in der Türkei sprechen.

Sie wären dann nur noch mit Einkünften, die aus Deutschland kommen, dort steuerpflichtig.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen.

Mit freundlichen Grüßen


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