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Domain als Betriebsausgabe ?


26.11.2006 23:29 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht



Im Internet habe ich ein Urteil gefunden, laut dem der Kauf einer Domain von einem Dritten in der Regel nicht als Betriebsausgabe absetzbar ist (solange die Domain nicht weiter verkauft wird), sondern als Wirtschaftsgut gilt:
http://www.anwaltseiten24.de/gerichtsurteile-archiv/1/news/domain-ist-keine-betriebsausgabe.html

Das verstehe ich, zumal ich ja die Nutzungsrechte der Domain von einem Dritten erwerbe.

1) Wie ist aber der Fall, wenn ich eine bislang noch nicht registrierte Domain neu registriere ? Ich kaufe also nicht von einem Dritten eine Domain sondern registriere eine neue, freie Domain bei einem Registrar der hierfür eine Registrations-Gebühr verlangt. Kann ich dann die Registrationsgebühr des Registrars als Betriebsausgabe absetzen ?

2) Wie sieht es aus, wenn ich für Dritte Domains registriere ? Wenn also ein anderer als Besitzer der Domain eingetragen wird... Beispiele:
- Ich registriere für einen Dritten kostenlos eine Domain, gebe ihn als Besitzer an und bekomme als Gegenleistung Werbeeinblendungen auf seiner Seite mit der ich meine eigenen Produkte bewerben kann.
- Ich registriere für einen zahlenden Kunden eine Domain. Nachdem der Kunde kündigt halte ich für den früheren Kunden die Domain noch ein Jahr kostenlos aufrecht in der Hoffnung er überlegt es sich später anders und möchte die Domain doch wieder entgeltlich nutzen. (Wäre ja quasi eine Werbemaßnahme)
Sehr geehrter Ratsuchender,

ich bedanke mich für Ihre Anfrage, die ich wie folgt nach Ihren Angaben beantworten möchte.

Das von Ihnen zitierte Urteil besagt erst einmal, dass die Anschaffungskosten für eine Domain keine sofort abzugsfähigen Betriebsausgaben darstellen, sondern die Domain als solches als Wirtschaftsgut angesehen wird.
Dieses nach Ihrem Vortrag entgeltlich erworbene Wirtschaftsgut, das in dem von Ihnen zitierten Urteil als immaterielles Wirtschaftsgut, somit nicht wertverzehr- und abschreibungsfähig ist, bleibt trotzdem aktivierungspflichtig.
Dies schon deswegen, dass bei Veräußerung dieser Domain als Wirtschaftsgut die Anschaffungskosten vom Veräußerungserlös abgezogen werden kann, zumal mit Veräußerung der Domain diese als Wirtschaftsgut dem Unternehmen nicht mehr zu dienen bestimmt ist.

Sollten Sie selbst registrieren, können nach meiner Auffassung die laufend mit diesem dann auch aktivierungsfähigen originär geschaffenen Wirtschaftsgut zusammenhängenden Aufwendungen als Betriebsausgaben geltend gemacht werden.
Hierfür müssten es nach § 4 IV EStG Betriebsausgaben darstellen, somit durch den Betrieb veranlasst sein.
Die von Ihnen vorgetragenen Registrationsgebühr und etwaige Hostinggebühren etc. dürften sofort abzugsfähige Betriebsausgaben in diesem Zusammenhang darstellen.
Sollte die originär geschaffene Domain zumindest ähnlich wie Ware, die veräußert wird dem so genannten Umlaufvermögen zugeordnet werden können, stellen auch diese immaterielle, nicht abschreibbare Wirtschaftsgüter dar, was die Domain selbst betrifft.
Sollte diese im Anlagevermögen gehalten werden, wird ebenfalls originär ein immaterielles Wirtschaftsgut geschaffen, das jedoch dem Betrieb auf längere Dauer zu dienen bestimmt ist.
Im Gegensatz zum erworbenen Wirtschaftsgut hat das originär geschaffene keine Anschaffungskosten, die bei einer etwaigen Veräußerung gegengerechnet werden könnten.

Hinsichtlich des zweiten Teiles Ihrer Frage dürften Sie nicht Inhaber/Eigentümer der Domain sein, so dass diesbezüglich vermutlich allenfalls im Zusammenhang mit den Diensten, die Sie Ihren Kunden anbieten, Betriebsausgaben vorliegen könnten.
Dies wäre dann der Fall, wenn Sie selbst Aufwendungen haben, die Sie z.B. vorfinanzieren müssten, in irgendeiner Art und Weise jedoch auf die Kunden abwälzen.
Ihre dritte Alternative könnte auch dahingehend gesehen werden, indem Sie ja versuchen, den Kunden wieder zurückzugewinnen, wenn dieser nicht gleich als Inhaber/Eigentümer der Domain gilt, dass die diesbezüglich die Kosten tatsächlich als „Werbekosten“ und somit sofort abzugsfähige Betriebsausgaben anzusehen.
Des Weiteren wäre ggf. noch daran zu denken, dass trotz Inhaberschaft/Eigentümereigenschaft Ihres Kunden Sie wirtschaftlicher Eigentümer verbleiben, so dass dann wieder die Ausführungen zu Ihrer eigenständigen originären Bildung von Domains als immateriellen Wirtschaftsgütern verwiesen werden kann.
Ich hoffe, Ihnen weitergeholfen zu haben.


Mit freundlichen Grüßen
Bernd Zahn
Rechtsanwalt

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