Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Diverse Fragen zum Erbvertrag, Vermächtnis, Pflichtteilsrgänzungsanspruch

19.03.2014 10:56 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Karlheinz Roth


Zusammenfassung: erbrechtliche Fragen

2000 Erbvertrag mit gegenseitiger unbeschränkter Einsetzung der Eheleute "XXXX".
Testamentarisch wird die Tochter als Alleinerbin eingesetzt. Der Sohn soll ein
Geldvermächtnis von einem Viertel des Nettonachlasses des Längstlebenden zinslos
und sechs Monate nach dessen Tod erhalten.

2005 Herr XXXX stirbt. Alleiniger Grundbesitz in Form eines einfachen Einfamilienhauses ist
vorhanden.
Erbvertrag wird bekannt, Testament bleibt dem Sohn unbekannt. Ein Pflichtteil wird
nicht geltend gemacht, weil der Erbvertrag so "normal" aussah.

2008 Frau XXXX überträgt den Grundbesitz (Haus) an die Tochter mit beschränkter
persönlicher Dienstbarkeit (Wohnrecht).

2013 Tod von Frau XXXX

2014 Eröffnung des Testamentes und Kenntnis der Übertragung des Hauses.

Unsere Fragen:

Wie wird der Pflichtteil geltend gemacht?
Auskunftsrecht des pflichtteilberechtigten Sohnes?
Pflichtteilergänzungsanspruch des Sohnes am übertragenen Haus?
Welche Bedeutung hat die Formulierung "Geldvermächtnis"?
Beginn der Frist für die Berechnung des Pflichtteilergänzungsanspruches?
Entfällt das Vermächtnis durch die Geltendmachung des Pflichtteils?

Kann jetzt noch nach dem Todesfall des Herrn XXXX ein Pflichtteil durch den Sohn geltend gemacht werden, da die damalige "Enterbung" nur in Erwartung einer späteren Gleichbehandlung der Kinder in Kauf genommen wurde?

Kann das Testament angefochten werden, da die Motivation der Ungleichbehandlung einem Irrtum entsprang? (autistisches Verhalten wurde mit angeblicher Gleichgültigkeit verwechselt)

Kann die Erbunwürdigkeit der Tochter festgestellt werden, da sie keine Maßnahmen zur Pflege der Mutter unternahm? (behindertengerechter Umbau des von der kranken Mutter bewohnten Hauses, Unterbringung im Pflegeheim wegen Depressionen)

Sicher sind nicht alle Fragen gleich zu gewichten.
Und diese Fragenliste ist möglicherweise auch nicht vollständig.

Bitte wählen Sie für uns die nächsten wichtigen Schritte aus!

Gerne nehmen wir dann zu Ihnen Kontakt auf!
Besonderes Interesse haben wir an einer Mediation.
Wir ringen noch um einen angemessenen Umgang mit der Erinnerung an das christlich-bürgerliche Eltern- und Großelternpaar XXXX und mit der Schwesterfamilie.

Da wir finanziell von unserer sehr individuellen Lebensführung (Homeschooling/Netzwerk Bildungsfreiheit) geprägt sind, würden wir uns über eine Begleitung auf Erfolgsbasis freuen oder alternativ ein schulmüdes Kind/Jugendlichen bei uns legal aufnehmen.

Vielen Dank!



Sehr geehrte Ratsuchende,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich auf der Grundlage der von Ihnen gemachten Angaben wie folgt beantworte:

Vorweg sei angemerkt, dass eine abschließende Beurteilung nur möglich ist, wenn der Erbvertrag sowie das Testament in Augenschein genommen und im Einzelnen geprüft werden.


Wie wird der Pflichtteil geltend gemacht?

Der Pflichtteilsanspruch wird gegenüber dem Erben geltend gemacht.
Die Verwirklichung dieses Anspruchs setzt allerdings die positive Kenntnis über die Veritabilität des Nachlasses voraus.


Auskunftsrecht des pflichtteilberechtigten Sohnes?

Vor dem soeben Ausgeführten hat der Pflichtteilsberechtigte einen umfassenden Auskunftsanspruch gegenüber dem Erben.


Pflichtteilergänzungsanspruch des Sohnes am übertragenen Haus?

Ein solcher Anspruch besteht nach § 2325 BGB, wenn der Erblasser einem Dritten eine Schenkung gemacht hat. Es muss sich hier um eine rechtsgültige Schenkung im Sinne der §§ 516, 517 BGB handeln.


Welche Bedeutung hat die Formulierung "Geldvermächtnis"?

Es handelt sich hier um ein sog. Stückvermächtnis. Das Vermächtnis besteht hier in dem Anspruch auf Zahlung eines Geldbetrages.


Beginn der Frist für die Berechnung des Pflichtteilergänzungsanspruches?

Die dreijärhige Verjährungsfrist gilt ebenfalls für den Pflichtteilergänzungsanspruch gem. § 2325 BGB.


Entfällt das Vermächtnis durch die Geltendmachung des Pflichtteils?

Wenn ein Pflichtteilsberechtigter mit einem Vermächtnis bedacht ist, so kann er den Pflichtteil verlangen, wenn er das Vermächtnis ausschlägt.
Schlägt der nicht aus, so steht ihm ein Recht auf den Pflichtteil nicht zu, soweit der Wert des Vermächtnisses reicht.


Kann jetzt noch nach dem Todesfall des Herrn Bauer ein Pflichtteil durch den Sohn geltend gemacht werden, da die damalige "Enterbung" nur in Erwartung einer späteren Gleichbehandlung der Kinder in Kauf genommen wurde?

Der Pflichtteilsanspruch unterliegt einer dreijährigen Verjährung und beginnt mit Ablauf des Kalenderjahres, in dem man Kenntnis über den Erbfall und die Enterbung erlangt hat.


Kann das Testament angefochten werden, da die Motivation der Ungleichbehandlung einem Irrtum entsprang? (autistisches Verhalten wurde mit angeblicher Gleichgültigkeit verwechselt)

Eine letztwillige Verfügung kann nach § 2078 BGB angefochten werden, soweit der Erblasser über den Inhalt seiner Erklärung im Irrtum war oder eine Erklärung dieses Inhalts überhaupt nicht abgeben wollte und anzunehmen ist, dass er die Erklärung bei Kenntnis der Sachlage nicht abgegeben haben würde.

Zur Anfechtung ist derjenige berechtigt, welchem die Aufhebung der letztwilligen Verfügung unmittelbar zustatten kommen würde.
Die Anfechtung kann hier auch nur binnen Jahresfrist erfolgen und die Frist beginnt mit dem Zeitpunkt, in welchem der Anfechtungsberechtigte von dem Anfechtungsgrund Kenntnis erlangt.


Kann die Erbunwürdigkeit der Tochter festgestellt werden, da sie keine Maßnahmen zur Pflege der Mutter unternahm? (behindertengerechter Umbau des von der kranken Mutter bewohnten Hauses, Unterbringung im Pflegeheim wegen Depressionen)

Die Gründe für Erbunwürdigkeit ergeben sich aus dem Gesetz, vgl. § 2339 BGB.
Die Erbunwürdigkeit wird durch Anfechtung des Erbschaftserwerb geltend gemacht, vgl. § 2340 Absatz 1 BGB, und kann nur binnen Jahresfrist erfolgen.

Die Frist beginnt mit dem Zeitpunkt, in welchem der Anfechtungsberechtigte von dem Anfechtungsgrund Kenntnis erlangt.

Nach § 2341 BGB ist jeder anfechtungsberechtigt, dem der Wegfall des Erbunwürdigen, sei es auch nur bei dem Wegfall eines anderen, zustatten kommt.


Ich hoffe, dass ich Ihnen in der Sache weiterhelfen konnte.

Sie können selbstverständlich gerne Kontakt zu mir aufnehmen.



Mit freundlichen Grüßen
K. Roth
- Rechtsanwalt und zertifizierter Testamentsvollstrecker -

Rechtsanwaltskanzlei K. Roth
info@kanzlei-roth.de
www.kanzlei-roth.de
http://www.kanzlei-roth.de/kontakt.php
Tel. 040/317 97 380
Fax: 040/31 27 84
Johannisbollwerk 20
20459 Hamburg

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 70047 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Schnelle und fundierte Antwort bei einem komplexen Thema. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Alles bestens. Vielen Dank! ...
FRAGESTELLER