Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.463
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Diverse Anschreiben der HypoVereinsbank


23.04.2006 17:19 |
Preis: ***,00 € |

Wirtschaftsrecht, Bankrecht, Wettbewerbsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Stephan Bartels



Sehr geehrte Herren,

Letztes Jahr wurde ich arbeitslos ab 04.2005. Ich bat meine
meine Bank mir die Beiträge der Finanzierung zu stunden bis 12/2005(finanziertes Steuermodell). Ich machte mich 06/2005 selbständig.
Nachdem Verkaufsofferten nur etwa 30% des Finanzierungsbetrages
erbracht hätten und nachdem der Betrieb nun einigermaßen läuft,
zahle ich seit 01/2006 wieder. Der Rückstand bewegt sich etwa auf
6000€. Natürlich werden Versäumniszuschläge berechnet. Wir zahlen
im Moment etwa 170€ mehr als der Kreditbetrag ausmacht.
Aufeinmal zurückzahlen können wir nicht, da auch noch Nachzahlungen FA 2004+2005 anstehen.
Seit wir uns entschieden haben, die ETW nicht zu verkaufen, bekommen wir laufend Briefe mit Rückstandaufstellungen, mit Hinweisen, daß Sie nicht länger diese Rückstände dulden können,
daß Sie jetzt langsam auch 500€ Unkostenpauschale erstmals haben möchten. Wieder und wieder wollen Sie daß wir den Rückstand aufeinmal zahlen. Ich wies daraufhin, daß wir bei Ablauf der Zinsbindung aufjedenfall irgendwie den noch verbliebenen Rückstand tilgen werden bevor der Rest neu finanziert wird.
Leider erwähnte in eiem Gespräch, daß meine Frau Ihre Versicherung wechselt und ev. Rentenausgleich bekäme.Leider.
Der Ausgleich nach 5 Jahren war bescheiden. Wieder nach 2 2Rückfragen erwähnte ich entnervt, daß wir den Betrag für EKST
2004 genommen hätten.
Jetzt wollen Sie Bescheid über Rentenausgleich-Höhe, Beleg und Höhe der EKSt 2004 sowie des Konto Auszuges.

Ich empfinde eine Nötigung und sehr starken Druck der mich sehr belastet und nicht gerade meine Power für meinen Betrieb fördert.
Zudem denke ich, daß sie mich in die Versteigerung treiben wollen, um dann den großen Rest als "Konsumenten"-Kredit einzufordern und evtl. zu vollstrecken lassen.

Ich zahle seit 1998.

Auf welcher Rechtsgrundlage dürfen Sie das wenn überhaupt fordern?

Für Ihre kompetente und schnelle Lösung bin ich im Voraus
sehr dankbar.

Mit freundlichen Grüßen
hps3

Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten
Sehr geehrte/r Fragesteller/in,

vielen Dank für Ihre Frage, die ich aufgrund der von Ihnen mitgeteilten Informationen im Rahmen einer Erstberatung wie folgt beantworte:

1. Aufgrund Ihre Angaben gehe ich davon aus, dass Sie im Rahmen des Erwerbs einer Eigentumswohnung einen Darlehensvertrag mit einer Bank abgeschlossen, aus dem Sie zur Zahlung von monatlichen Raten für Zinsen und Tilgung verpflichtet sind.

Es ist weiter davon auszugehen, dass die Bank sich als Sicherheit für ihre Forderungen aus dem Darlehensvertrag eine erstrangige Grundschuld in das Grundbuchblatt der Wohnung hat eintragen lassen.

2. Als Sie mit der Bank eine Aussetzung der Ratenzahlung vereinbart haben, hat die Bank sich zunächst einmal bereit erklärt für den genannten Zeitraum auf das ihr im Falle eines Verzuges mit der monatlichen Ratenzahlung vertraglich zustehende Recht zur Kündigung des Kreditvertrages zu verzichten. Ob darüber hinaus weitere Vereinbarungen, z.B. bzgl. einer Kostenpauschale, der Fälligkeit oder Verzinsung der ausgesetzten Raten getroffen worden sind, haben Sie nicht mitgeteilt.

Neben den ursprünglich vereinbarten Ratenzahlungen hat die Bank jetzt zusätzlich Anspruch auf die während der Aussetzung von Ihnen nicht gezahlten Raten, dies folgt zwangsläufig aus dem Darlehensvertrag. Grundsätzlich ist davon auszugehen, dass der Rückstand jederzeit zur Zahlung fällig ist, es sei denn es ist eine abweichende Vereinbarung getroffen worden.

3. Es ist nur verständlich, dass Sie sich durch das von Ihnen geschilderte Vorgehen der Bank unter Druck gesetzt fühlen. Leider ist dieses Vorgehen der Banken üblich. Dies hängt u.a. damit zusammen, dass derartige Schreiben quasi automatisch, ohne besondere Veranlassung durch einen Mitarbeiter, an die Kunden verschickt werden. Ziel der Bank ist es Sie zu veranlassen, sobald Geld vorhanden ist, die Schulden bei der Bank zu bezahlen. Der empfundene Druck ist also gewollt. Rechtliche Bedenken bestehen gegen das Versenden der von Ihnen beschriebenen Schreiben allerdings nicht, insbesondere wird dadurch auch nicht der Tatbestand der Nötigung erfüllt, da die Bank ausschließlich die Ihr vertraglich zustehenden Leistungen von Ihnen fordert. Selbst wenn die Bank mit einer Kündigung des Kredites und anschließender Zwangsvollstreckung "drohen" würde, würde sich an dieser Beurteilung nichts ändern, da auch diese Folgen sich aus dem Darlehensvertrag ergeben.

Trotz dieses Vorgehens der Bank, ist m.E. nicht davon auszugehen, dass dies mit dem Ziel geschieht, in nächster Zeit im Wege der Zwangsvollstreckung gegen Sie vorzugehen. Dies vor allem vor dem Hintergrund, dass Sie die ursprünglich fälligen Raten fristgerecht bedienen zzgl. weiterer 170,00 EUR für den Abtrag der aufgelaufenen Rückstände. Diese Situation rechtfertigt nicht einmal ansatzweise eine Zwangsvollstreckung in die Wohnung unabhängig davon, welche Vereinbarung im Rahmen der Stundungsabrede konkret hinsichtlich des Ausgleichs der aufgelaufenen Raten getroffen worden ist.

4. Die von Ihnen beschriebene Kostenpauschale in Höhe von 500,00 EUR kann die Bank nur dann fordern, wenn dies mit Ihnen vereinbart worden ist. Eine entsprechende Regelung kann sich entweder in den Klauseln des Kreditvertrages oder in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen der Bank finden. Evtl. ist auch im Zusammenhang mit der Stundungsvereinbarung eine solche Vereinbarung getroffen worden. Wenn über die Kostenpauschale nichts vereinbart worden ist, dann müssen Sie diese auch nicht zahlen. Die Bank muss Ihnen gegenüber nachweisen, dass es eine solche Vereinbarung gibt.

5. Die Bank darf Sie grds. darum b i t t e n Unterlagen zu Ihren Vermögensverhältnissen vorzulegen. Eine Verpflichtung zur Herausgabe trifft Sie nur insoweit, wie dies im Kreditvertrag vorgesehen ist. Hinsichtlich der von Ihnen beschriebenen Angaben zur Höhe des Rentenausgleichs und der Einkommensteuerschuld wird es eine solche Pflicht wohl nicht geben. Allerdings sollte auch berücksichtigt werden, dass die Machtverhältnisse klar verteilt sind. Wenn Sie möchten, dass die Bank Ihnen entgegenkommt – durch Rücksichtnahme auf Ihre wirtschaftliche Situation im Rahmen der Bemessung der Höhe der monatlichen Rückzahlungen - dann sollten Sie schon in Ihrem eigenen Interesse der Bank die erbetenen Unterlagen vorlegen. Der Bank geht es offensichtlich darum, zu überprüfen, ob Ihre zuvor gemachten Angaben zutreffen. Wenn Sie die Unterlagen nicht vorlegen, laufen Sie evtl. Gefahr, dass die Bank sich streng an die Regelungen des Kreditvertrages und der Aussetzungsvereinbarung hält und – sollte dies nach den genannten Vereinbarungen möglich sein - den Kredit Schlechtestenfalls wegen Verzuges mit den fälligen Zahlungen kündigt. Dann wäre in der Tat die Gefahr einer Zwangsvollstreckung gegeben.

6. Auch wenn es Ihnen schwer fällt, empfehle ich dringend ein persönliches Gespräch mit Ihrem Bankberater in dem Sie Ihre persönliche Situation nochmals darlegen. Schriftliche Vereinbarungen mit der Bank sollten Sie stets nur nach genauer Durchsicht – zu Hause – und ggfs. Überprüfung durch einen Fachmann unterschreiben.

Ich hoffe die Frage zu Ihrer Zufriedenheit beantwortet zu haben. Ggf. möchten Sie bitte von der kostenlosen Nachfrageoption Gebrauch machen.

Mit freundlichen Grüßen

Stephan Bartels
Rechtsanwalt


FRAGESTELLER 30.12.1899 /5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60176 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Kompetent und verständlich besten Dank ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Besten Dank!!! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Vielen herzlichen Dank für die ausführliche Beantwortung meiner Frage! ...
FRAGESTELLER