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Distanzunterricht und Sportprüfung in der Schule erlaubt?

19.01.2021 15:46 |
Preis: 31,00 € |

Schule, Hochschule, Prüfungen


Ein Schüler der EF Gymnasium hat es abgelehnt seinem Spotlehrer ein Sportvideo zu senden welches ihm beim ausüben der einzelnen Übungen zeigt.
Damit er für diese Sportprüfung keine 6 erhält soll er nun in der Schule diese Übungen vorführen.

Darf die Schule so vorgehen?
Klausuren sind bis 31.01. nur für die 2 Q1 und Q2 erlaubt.

Die Schulleitung möchte sich schriftlich dazu nicht äußern.
Entweder er kommt dorthin oder er erhält eine 6.

Ist dieses Vorgehen korrekt?

Sehr geehrte Fragestellerin,

gerne beantworte ich Ihre Frage, allerdings muss ich zugeben, dass ich den Hintergrund noch nicht ganz verstanden habe.

Ich will es mal allgemein formulieren: Ein Lehrer kann selbstverständlich eine Leistungsüberprüfung ansetzen, und wegen Corona ist es eben so, dass manche Dinge nur im Distanzunterricht zu absolvieren sind.

Sport gehört an den Schulen zum unabdingbaren Unterricht, und man hat sich eben damit beholfen, dass Prüfungen dann - wie Hier- im Videoformat abzulegen sind bzw. wird der Sportunterricht insgesamt abgehalten und überprüft, indem Schüler ihre Anstrengungen per Video übermitteln. Dies ist dann auch bei einer Prüfung die einzige Möglichkeit, wenn man die Corona-Regeln streng einhalten will.

Deshalb meine Frage: Warum war es dem Schüler denn nicht möglich, das Video einzusenden? Letztlich ist es natürlich eine (dann auch entsprechend zu bewertende) Arbeitsverweigerung, wenn man eine Prüfung nicht so ablegt, wie sie eingefordert wird.

Wenn die Schule seine Motive allerdings anerkannt und ihm kulanterweise angeboten hat, die Prüfung in physischer Anwesenheit in der Schule abzulegen, dann sehe ich das als Entgegenkommen der Schule an und erkenne keine negativen Implikationen, sondern eher ein großzügiges Angebot, das der Schüler annehmen sollte.

Die Schulleitung überlässt diese Entscheidung insofern dem verantwortlichen Lehrer und mischt sich nicht ein, auch das ist letztlich nicht zu beanstanden. Schwieriger wäre es sicher, wenn die Schule vollkommen geschlossen wäre und keinerlei Behelfsnterricht in dieser Weise möglich wäre. Dann würde ein Lehrer, der dennoch einen Schüler in die Schule einbestellt, gegen diese Vorgaben verstoßen. Das scheint hier ja aber nicht der Fall zu sein, die Schulleitung ist mit dem Vorgehen des Lehrers einverstanden.

Deshalb sehe ich nicht ganz das Problem des Schülers, dem immerhin die Möglichkeit eingeräumt wird, die Prüfung in Anwesenheit des Lehrers zu absolvieren, wenn er nicht bereit war, dies als Video einzureichen.

Alles aber abzulehnen, heißt: Arbeitsverweigerung bzw. Verweigerung einer angesetzten Prüfung, und das ist nicht anders zu beurteilen, als wenn ein Schüler in einer Klausur ein leeres Blatt abgibt und damit zu erkennen gibt, dass er die schriftliche Leistung nicht erbringen will. Das ist dann eine mit ungenügend zu bewertende Leistung.

Insofern halte ich die Alternative, die Prüfung abzulegen, oder aber eine 6 zu kassieren, für legitim. Welche andere Möglichkeit hätte der Lehrer, die Leistungsüberprüfung vorzunehmen?

Wenn noch etwas unklar oder nicht ausreichend erörtert worden ist, so fragen Sie gerne nach. Vorerst verbleibe ich mit freundlichen Grüßen!

Elisabeth v. Dorrien
Rechtsanwältin

Rückfrage vom Fragesteller 19.01.2021 | 17:01

Das das Verhältnis zwischen dem Lehrer und dem Schüler sehr gespalten ist.
Der Schüler vertraut dem Lehrer nicht und möchte ihm daher kein Video von sich senden.

Wo ist der Unterschied zwischen einer Prüfung und einer Klasur?
In Sport finden statt Klasuren Prüfungen statt. Ist das nicht gleichzusetzen?
Denn Klasuren sind aufgrund des Distanzunterrichts bis zum 31.01.21 mit Ausnahme der Q1 und Q2 lt. Landesregierung auszusetzen.

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 19.01.2021 | 17:47

Sehr geehrte Fragestellerin,

Da sprechen Sie gewiss einen sehr wichtigen Punkt an, und ich bitte um Entschuldigung dafür, dass ich diesen Aspekt bei meiner ersten Antwort außer Acht gelassen habe.

Sie haben Recht, Prüfung ist Prüfung. Ob jetzt eine Klausur geschrieben oder eine praktische Prüfung abgelegt wird, macht zunächst einmal keinen Unterschied. Aber was folgt in diesem Fall daraus?

Ich bin der Meinung, dass es ein Entgegenkommen der Schule ist, diese Sportprüfung zu ermöglichen, obwohl der Schüler sich weigert, das Video zur Verfügung zu stellen, so wie es vorgesehen ist. Insofern könnte die Schule sich auf den Standpunkt stellen, dass bereits in diesem Verhalten eine Leistungsverweigerung liegt, die mit "ungenügend" zu bewerten ist.

Deshalb meine ich, dass es dem Schüler zum Nachteil gereicht, wenn er sich hier auf die Corona-Regeln beruft und die Sportprüfung nicht ablegen will unter Berufung auf die wegen von Corona ausgesetzt Klausuren. Denn was wäre die Folge? Dass er die Prüfung nicht abgelegt hat, das ist dann eine Sechs.

Das einzige, was er versuchen könnte, wäre, bei dem Lehrer um eine Verschiebung der praktischen Prüfung zu bitten, und zwar bis zu dem Zeitpunkt, zu dem auch wieder Klausuren zulässig sein werden unterhalb der Qualifizierungsstufe.

Andererseits sprechen Sie einen weiteren zu berücksichtigen den Punkt an, und zwar das schlechte Verhältnis zwischen Schüler und Lehrer - das sich gewiss nicht verbessern wird, wenn einerseits der Lehrer eine Ersatzprüfung strikt ablehnen würde oder aber der Schüler die als Kompromiss gedachte praktische Prüfung verweigert, wenn auch nur vorübergehend - wobei die Verschiebung der praktischen Prüfung zur Zeit einen weiteren Kompromissvorschlag darstellen würde, auf den sich der Lehrer erst einmal einlassen muss.

Ich verstehe Ihre Ergänzung aber dahingehend, dass der Schüler gute Gründe hat, das Video nicht zur Verfügung zu stellen. Die Frage stellt sich dann, ob dem Lehrer diese Problematik bewusst ist, oder ob er hier - eventuell unter Hinzuziehung eines Vertrauenslehrers - erst einmal darauf hingewiesen werden muss. Da scheint ja ein weiterer, tieferliegender Konflikt verborgen zu sein.

Natürlich erschweren die derzeitigen Bedingungen das Miteinander ohnehin, weshalb ja alle Gespräche nur per Videokonferenz o. ä. stattfinden können. Dennoch sollte der Schüler versuchen, hier eine gute Lösung anzustreben, indem er mit dem Lehrer spricht und nicht einfach die Prüfung verweigert, und zwar sowohl die Video-Prüfung als auch die als Kompromiss angebotene praktische Prüfung.

Letztlich wird es ihm nichts nützen, hier den "Paragraphenreiter" wegen Corona zu spielen, denn schließlich sitzt der Lehrer ja doch am längeren Hebel. Das ist natürlich bedauerlich, das sagen zu müssen, aber deshalb empfehle ich dem Schüler, hier nicht auf stur zu stellen, sondern auf jeden Fall das Gespräch und den Kompromiss zu suchen.

Ich drücke die Daumen, dass das klappt!

EvD

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