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Diskriminierung aufgrund des Geschlechts durch Vorgesetzte und Arbeitgeber


12.10.2007 15:44 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht



Liebe Ratgebende,
ich bin männlich, um die vierzig Jahre alt und arbeite im Verwaltungsbereich einer Einrichtung im Gesundheitswesen (Krankenhaus). Unserer Krankenhausgesellschaft gehören mehrere Häuser an. Mein Arbeitsvertrag unterliegt den Richtlinien der AVR.
Innerhalb meines Unternehmens ist aufgrund altersbedingten Ausscheidens einer Kollegin ein – mit meinem derzeitigen Arbeitsfeld identischer - Arbeitsplatz in einem anderen Krankenhaus frei geworden; auf diesen Arbeitsplatz bzw. die Übernahme dieser Tätigkeiten habe ich mich offiziell beworben.
Meine unmittelbare Vorgesetzte hat sich geweigert, meine interne Bewerbung zu akzeptieren, da sie gerne - wie sie unverhohlen zugibt - eine ganz bestimmte, andere Person auf diesem Arbeitsplatz gesehen hätte. Ihre Ablehnung begründete sie mir gegenüber damit, dass in diesem Krankenhaus ältere, auch seelisch kranke Patienten (Geriatrie, Gerontopsychiatrie) liegen, die angeblich mit dem Umgang mit „Männern meines Alters“ Probleme hätten. Diese Patienten könnten bestimmt viel besser mit „etwas älteren Frauen“ umgehen – eine Beschreibung, die natürlich sowohl auf meine Vorgesetzte als auch auf die von ihr favorisierte Person zutrifft…
Im Rahmen einer verbal engagierten Diskussion zu diesem Thema brachte meine Vorgesetzte es dann auf den Punkt: „Ich möchte nicht, dass Männer auf diesem Arbeitsplatz in dieser Klinik arbeiten.“ Diese Aussagen wurden sogar beweisbar vor anderen Kollegen wiederholt. Mir ist allerdings bekannt, dass vor einiger Zeit dieser Arbeitsplatz von einem männlichen Kollegen
Da meine Vorgesetzte meine interne Bewerbung nicht annehmen wollte, habe ich dann die Bewerbung über die Personalleiterin eingereicht. Darüber hinaus habe ich mich an die Mitarbeitervertretung gewandt, um sicherzustellen, dass meine Bewerbung auch tatsächlich berücksichtigt wird. Ergänzend sei an dieser Stelle angemerkt, dass die von meiner Vorgesetzten favorisierte Person im Gegensatz zu mir über keinen Arbeitsvertrag mit unserer Krankenhausgesellschaft verfügt.
Vor ein paar Tagen fand nun ein Gespräch statt, bei dem außer mir noch meine direkte Vorgesetzte und unsere Personalleiterin anwesend waren.
Im Rahmen dieses Gesprächs teilte man mir mit, dass man meiner Bewerbung als „Versuchsballon“ und „Präzedenzfall“ entsprechen würde. Meine Arbeitsleistung wurde gelobt, allerdings ließ man mich spüren, dass meine Bewerbung eigentlich nicht willkommen ist, da ich ja nun nicht mehr so flexibel einsetzbar sei, was man vorher so an mir geschätzt habe. Gleichzeitig wurde mir von beiden Damen nochmals mitgeteilt, dass man lieber die andere Bewerberin auf diesem Arbeitsplatz gesehen hätte, weil sie eine Frau ist, und deshalb dort besser hinpassen würde. Unsere Personalleiterin sagte mir wörtlich: „ Für den Job dort haben Sie das falsche Geschlecht“. Man habe auch mit einem an der Klinik beschäftigten Psychologen über meine Person an diesem Arbeitsplatz gesprochen. Dieser Psychologe kennt mich kaum, lediglich als Kollege, soll aber davon abgeraten haben, mich bzw. einen Mann dort zu beschäftigen.
Meines Erachtens verstößt dieser Umgang mit meiner Person sowohl gegen meine Menschenwürde, ich fühle mich sowohl gemobbt als auch aufgrund meines männlichen Geschlechtes benachteiligt und diskriminiert.
Mit dieser Argumentation könnte man ja gleich alle männlichen Ärzte, Pfleger und sonstigen Betreuungspersonen meiner Altersgruppe in dieser Klinik entlassen. Eigentlich müssten diese Personen in diesem Fall sogar noch vor mir Ihren Job verlieren, da diese im viel direkteren Bezug zu den Patienten stehen als ich es tue…
Ich habe die Befürchtung, dass man mir diesen Arbeitsplatz angeboten hat, um ihn mir eventuell nach einigen Monaten unter ähnlichen Begründungen, die mit meiner tatsächlichen Arbeitsleistung nichts zu tun haben, wieder nehmen zu wollen, nach dem Motto: „Wir haben es doch mit Ihnen versucht, aber es hat – leider, leider - nicht geklappt.“

Wie kann ich - unter Berücksichtigung der Vorfälle der Vergangenheit - bereits heute reagieren, um weiteren Nachteilen und Diskriminierungen dieser Art entgegenzutreten?

Herzlichen Dank für Ihre Bemüungen!

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Sehr geehrte Fragenstellerin, sehr geehrter Fragensteller,

auf Grund des von Ihnen geschilderten Sachverhaltes und unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes beantworte ich Ihre Frage zusammenfassend wie folgt:

Ich entnehme Ihrer Sachverhaltsschilderung, daß Sie letztlich die Stelle bekommen haben, auf die Sie sich beworben haben. Ein unmittelbares Vorgehen wegen Diskriminierung ist daher momentan nicht möglich.

Für die Zukunft ist dagegen nach allem, was Sie geschildert haben, mit Problemen zu rechnen. Hier können Sie lediglich Vorkehrungen treffen, die Ihnen im schlimmsten Fall einer Rückversetzung auf Ihren alten Arbeitsplatz oder gar einer eventuellen Kündigung die Beweislage erleichtern können.
Insbesondere sollten Sie sich alles schriftlich notieren, was Ihrer Meinung nach diskriminierend auf Grund Ihres Geschlechts gegen Sie vorgebracht wird. Schriftstücke sollen Sie dringend aufheben, die erwähnten Kollegen sollten Sie bitten, die gehörten Aussagen Ihrer Vorgesetzten schriftlich zu bestätigen und diese notfalls vor Gericht zu wiederholen. Vereinbarungen mit der Personalabteilung bzw. mit Vorgesetzen sollten Sie immer schriftlich einfordern, niemals sollten Sie irgend etwas ohne anwaltlichen Rat unterschreiben, ganz gleich wie sehr man Sie dazu bedrängen möchte.

Im Falle einer Kündigung wird sich die Krankenhausgesellschaft sicher nicht so ungeschickt anstellen, wie Ihre Schilderungen Ihrer unmittelbaren Vorgesetzten dies nahe legen. Eine eindeutige Diskriminierung wird man sicher verhindern. Allerdings hätten Sie mit einer ausführlichen Dokumentation der bis dahin gelaufenen Vorgänge genug Material, um vorgeschobene Kündigungsgründe unglaubwürdig erscheinen zu lassen.

Ob Ihr Arbeitgeber darüber hinaus das Recht hat, Sie an einen anderen Arbeitsplatz zu versetzen, hängt von Ihrem Arbeitsvertrag ab und läßt Sich hier nicht feststellen, Grundsätzlich hat der Arbeitgeber ein Weisungs- und Direktionsrecht. Ob dieses soweit reicht, Sie in ein anderes Krankenhaus zu versetzen, ist wie gesagt Frage des Einzelfalles.


Ich hoffe, daß meine Antworten für Sie hilfreich gewesen sind und darf zusätzlich auf die kostenfreie Nachfragefunktion verweisen.

Mit freundlichen Grüßen,

Florian Müller
(Rechtsanwalt)

Nachfrage vom Fragesteller 14.11.2007 | 23:12

Sehr geehrter Herr RA Müller,

haben Sie herzlichen Dank für Ihre hilfreiche Antwort!

Erwartungsgemäß sind die für die Zukunft zu erwartenden Probleme an meinem neuen Arbeitsplatz schnell eingetreten.

Meine unmittelbare Vorgesetzte hat mich am ersten Tag meiner Tätigkeit offen wissen lassen, daß ich Ihr "von der Mitarbeitervertretung aufgezwungen worden bin" und sie "überhaupt nicht damit einverstanden" ist, dass ich dort arbeite.

Die mir genannten Gründe, warum ich angeblich nicht auf diesen Arbeitsplatz passe, erscheinen mir, neueren Informationen zur Folge, vorgeschoben zu sein.

Das eigentliche Problem liegt vermutlich in der Tatsache, dass ich mit meiner Bewerbung unwissentlich ein generelles Mitarbeiterrecht eingefordert habe. Meine Bewerbung hatte nämlich zur Folge, dass eine bis zu diesem Zeitpunkt vermutlich arbeitsrechtlich nicht gedeckte Personaleinsatzplanung aller (!) Kollegen öffentlich geworden ist.

Meine Vorgesetzte hat mir gestern zum wiederholten Mal direkt ins Gesicht gesagt, wie sehr Sie und die Personalabteilung dadurch in Schwierigkeiten gekommen sind.

Die Mobbingattacken gegen meine Person laufen derzeit - insbesondere zahlenmäßig gesehen - völlig aus dem Ruder und beginnen, mir gesundheitlich zuzusetzen.

Meine eigentliche, kurze Nachfrage lautet daher:

Gibt es eine Möglichkeit, die von mir geführte Dokumentation der gelaufenen Vorgänge in irgendeiner Form "rechtssicher" dokumentieren zu lassen, eventuell durch einen Rechtsanwalt?

Ich bedanke mich nochmals herzlich für Ihre Bemühungen!

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 15.11.2007 | 09:26

Sehr geehrter Fragesteller,

eine Erhöhung der Rechtssicherheit ihrer Dokumentation ist auch durch einen Rechtsanwalt oder Notar nicht möglich. Dokumentieren Sie alles sorgfältig und lassen Sie sich von Kollegen, welche diskriminierende oder mobbende Aussagen mithören, dies ggf. schriftlich bescheinigen.
Abschließend möchte ich ihnen noch raten, darüber nachzudenken, ob die Stelle – obwohl Sie im Recht sind – aufgrund der psychischen Belastung, der Sie ausgesetzt sind, die richtige ist.


Mit freundlichen Grüßen

Florian Müller
(Rechtsanwalt)

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