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Diplomurkunde gefälscht


26.10.2005 14:38 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Christian Kah



Hallo, ich habe vor ein paar Tagen eine große Dummheit gemacht und hoffe auf Ihre Hilfe.

Ich habe gerade mein Studium beendet und wollte mich auf eine Stelle bewerben, die mich sehr interessiert. Wegen den hohen Qualifikationsanforderungen, habe ich Angst bekommen nicht gut genug zu sein und kurzerhand in meiner Diplomurkunde herumgefuscht. Ich habe aus einer Endnote "befriedigend" ein "gut" gemacht.
Diese habe ich dann in einer Bewerbung an ein Unternehmen gesendet. Schon nach der Absendung habe ich ein ungutes Gefühl bekommen. Bisher noch keine Reaktion.
Was sollte ich jetzt tun?
Was steht mir bevor, wenn das Unternehmen die Fälschung heraus bekommt (Anzeige)?
Bin ich dann vorbestraft?
Dürfen die Unternehmen überhaupt bei der Universität anrufen und sich Daten bestätigen lassen (Datenschutz)?
Raten Sie mir bevor etwas schlimmes passiert die Bewerbung zurück zu ziehen?

Vielen Dank

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Guten Tag,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

In dem von Ihnen geschilderten Fall handelt es sich um die Verfälschung einer echten Urkunde. Da Sie diese dann auch im Rahmen der Bewerbung an die Firma versandt haben, kommt die erforderliche Täuschung im Rechtsverkehr hinzu. Der Tatbestand der Urkundenfälschung wäre damit gem. § 267 StGB erfüllt.

Ich rate Ihnen dringlichts, die Bewerbung zurück zu ziehen, um Schlimmers zu verhindern. Selbst wenn das Unternehmen vorerst keinen Verdacht schöpft, wird die Gefahr der Aufdeckung der Urkundenfälschung auch im laufenden Arbeitsverhältnis immer wieder latent sein. Immerhin wird Ihre Bewerbung nebst gefälschtem Diplom in den Personalakten aufbewahrt.

Urkundenfälschung wird mit Freiheitsstrafe bis zu 5 Jahren oder Geldstrafe bestraft. Außerdem hätte das nachträgliche Aufdecken der Fälschung wohl ohnehin eine fristlose Kündigung des Arbeitsvertrages zur Folge. Was hätten Sie dann gewonnen?

Der Arbeitgeber hat sicherlich kein Recht Informationen seitens der Universität zu erfragen aber falls die Firma das gefälschte Diplom z.B. zu Überpfüfungszwecken an die Universität übersenden sollte, käme die Fälschung ans Licht und selbst die Uni könnte ggf. Strafanzeige erstatten.

Ich hoffe, Ihre Anfrage hinreichend beantwortet zu haben und verbleibe

mit freundlichen Grüßen

Christian Kah
Rechtsanwalt

www.net-rechtsanwalt.de
www.net-scheidung.de
www.online-einspruch.de



Nachfrage vom Fragesteller 26.10.2005 | 15:58

Vielen Dank!
Ich habe die Bewerbung soeben zurück gezogen.
Wie liegt der sachverhalt, wenn in der Zwischenzeit die Fälschung durch Überprüfung heraus gekommen ist. Bevor auch nur eine Einladung zum Vorstellungsgespräch zustande gekommen ist, habe ich ja die Bewerbung zurück gezogen und so ja auch die gefälschte Urkunde aus dem rechtsverkehr gezogen.
Kann ich immernoch wegen Urkundenfälschung verklagt werden? Wenn ja, kommt dann mildert zur Geltung, dass ich bevor irgendwelche Folgen eintraten die Urkunde Zurück gezogen habe?

Vielen Dank

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 26.10.2005 | 16:25

Der Tatbestand der Urkundenfälschung wäre auch nach Rücknahme erfüllt, da dei Urkunde bereits in den Rechtsverkehr eingebracht wurde. Die "reumütige" Rücknahme der Bewerbung allerdings dürfte ein Strafverfahren verhindern. Immerhin haben Sie so selbst dazu begetragen, dass eine Täuschung im Rechtsverkehr unterblieben ist.

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