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Differenzbesteuerung von Privatbesitz

4. Juni 2021 11:01 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


In den letzten Jahren habe ich privat eine große Whisky-Sammlung erworben.

Jetzt möchte ich diese Whiskys einzeln über einen Online-shop verkaufen. Damit es sich lohnt, werde ich auch von Privatleuten deren Sammlungen ankaufen und ebenfalls über den Online-shop verkaufen.

Jetzt meine Frage: Greift hier die Differenzbesteuerung auch bei den Flaschen, die ich vor Jahren privat gekauft habe (Rechnungen liegen noch vor)?
Für den Fall, dass ich aus dem Großhandel zukaufe, kann ich diese dann normal versteuert verkaufen und die Vorsteuer abziehen?

(PS: Die Flaschen haben häufig einen hohen Wert, so dass die Kleinunternehmerregelung wohl nicht ausreicht).

Vielen Dank für Ihre Antwort

Sehr geehrter Fragesteller,

bitte beachten Sie, dass Abweichungen von der Sachverhaltsschilderung zu einem anderen Ergebnis führen können. Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen wie folgt beantworten:

Die Möglichkeit die Differenzbesteuerung anzuwenden ist in § 25a Abs.1 UStG geregelt.

Für die Beantwortung der ersten Frage ist § 25a Absatz 1 Nr. 2 S. 1 UstG entscheidend. Danach müssen Gegenstände an den Wiederverkäufer geliefert worden sein. Man könnte zwar annehmen, dass unter Lieferung auch eine unentgeltliche Lieferung gemeint sein könnte, dies wurde vom Bundesfinanzhof jedoch in seinem Urteil von 2008 verneint. Es sind damit nur entgeltliche Lieferungen an den Wiederverkäufer gemeint. Also müssten Sie diese Gegenstände auch als Unternehmer erworben haben (vgl. BFH-Urteil vom 18.12.2008, BFH Aktenzeichen VR7307 V R 73/07).

Zitat:
Danach gilt folgendes:
(1) Für die Lieferungen im Sinne des § 1 Abs. 1 Nr. 1 von beweglichen körperlichen Gegenständen gilt eine Besteuerung nach Maßgabe der nachfolgenden Vorschriften (Differenzbesteuerung), wenn folgende Voraussetzungen erfüllt sind:
1. 1Der Unternehmer ist ein Wiederverkäufer. 2Als Wiederverkäufer gilt, wer gewerbsmäßig mit beweglichen körperlichen Gegenständen handelt oder solche Gegenstände im eigenen Namen öffentlich versteigert.
2.1Die Gegenstände wurden an den Wiederverkäufer im Gemeinschaftsgebiet geliefert. 2Für diese Lieferung wurde
a)Umsatzsteuer nicht geschuldet oder nach § 19 Abs. 1 nicht erhoben oder
b)die Differenzbesteuerung vorgenommen.



Zur Frage 2:

Entscheidend ist hier §25a Absatz 8 UstG. Danach kann ein Wiederverkäufer bei jeder Lieferung auf die Differenzbesteuerung verzichten, soweit er Absatz 4 nicht anwendet.
Absatz 4 bestimmt die Besteuerung nach der Gesamtdifferenzmethode, welche aufgrund der höherpreisigen Flaschen bei Ihnen wahrscheinlich nicht anwendbar ist.


Gerne stehe ich Ihnen selbstverständlich jederzeit persönlich für Rückfragen zur Verfügung, wenn Sie in dem geschilderten Fall noch weitere Hilfe benötigen.


Mit freundlichen Grüßen

Philipp Vestweber
Rechtsanwalt

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