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Dieses Jahr geleistete Stunden erst im nächsten Jahr abrechnen

| 03.11.2020 18:48 |
Preis: 70,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von


23:33

Hallo,
folgende Konstellation:

Meine Ein-Mann-UG A entwickelt Software für Firma C. Es gibt eine Vermittlerfirma B dazwischen. Meine Firma A hat mit Vermittlerfirma B einen Beratungsvertrag, diese wiederum mit Firma C, an die sie meine Leistungen weiterverkauft. Ich stelle eine Rechnung über geleistete Stunden an B, B schlägt ein paar Prozent drauf und stellt eine Rechnung an C.

Dies geschieht seit März 2020 nun jeden Monat. Immer am Anfang eines Monats, werden die geleisteten Stunden des letzten Monats abgerechnet und in Rechnung gestellt. Aktuell steht also die Abrechnung für Oktober an.

Was ich mich nun frage:
Kann ich die von Anfang Oktober bis Ende Dezember diesen Jahres geleisteten bzw. noch zu leistenden Stunden auch erst im nächsten Jahr abrechnen, um Steuern zu sparen?

Meine UG wird dieses Jahr einen recht hohen Jahresüberschuss produzieren und am liebsten wäre es mir, wenn ich ab sofort gar keine Umsätze mehr mache und die trotzdem geleistete Arbeit erst nächstes Jahr in Rechnung stellen könnte, sodass diese Umsätze dann auch erst nächstes Jahr in die Bilanz einfließen und meinen aktuellen Gewinn und die daraus folgenden Steuern senken würden. Ist dies möglich und erlaubt oder ist das Steuerhinterziehung?

Einfach aufhören zu arbeiten und erst nächstes Jahr weiter machen, geht aufgrund des aktuellen Projektes nicht. Es wird aber voraussichtlich Ende Januar 2021 abgeschlossen sein. Ideal wäre es, wenn ich Anfang Februar 2021 die Arbeitszeit von Oktober bis Dezember 2020, plus Januar 2021 auf einen Schlag in Rechnung stellen könnte und dieser Umsatz dann nur 2021 in die Bilanz einfließt.

Bei meinen Internet Recherchen zu dem Thema bin ich über Werkverträge vs. Dienstverträge gestolpert. Auch wenn das Wort "Dienstvertrag" in meinem Vertrag mit Vermittlerfirma B nicht auftaucht, denke ich trotzdem, dass es einer ist, da wir einfach stundenbasiert abrechnen, ohne ein genauen Liefergegenstand / ein Werk im Vertrag zu definieren.

Tatsächlich ließe sich die Software, die ich da entwickle aber auch recht gut und abgeschlossen als Werk betrachten. Wäre es (falls mit dem stundenbasierten Dienstvertrag nicht erlaubt) also evtl. möglich für die noch restliche Arbeitszeit (Oktober bis Januar) einen Werkvertrag aufzusetzen, der dann erst nächstes Jahr erfüllt und in Rechnung gestellt wird?

Falls ja, wie müsste dieses Werk dann im Vetrag definiert werden? Also z.B. eine Auflistung von Software-Features? Müsste man die dafür zu leistenden Stunden im Voraus festlegen und im Vertrag festhalten oder könnte man im Februar bei der Rechnungsstellung dann reinschreiben, wie viele Stunden zur Erfüllung des Werks geleistet wurden und diese dann abrechnen? Müsste die Vermittlerfirma B dann ebenfalls einen Werkvertrag mit Firma C aufsetzen?

Vielleicht haben Sie noch eine andere Idee, wie man eingangs genanntes Ziel der Gewinnminimierung erreichen könnte?

03.11.2020 | 19:28

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen wie folgt beantworten:

1. Grundsätzlich können Sie die Stunden auch später abrechnen, der Anspruch verjährt nicht sofort. Sie sollten nur die Vereinbarung mit B prüfen und dort schauen, dass nicht zu einer früheren Verjährung oder Verfall der Stunden geregelt ist.

Das wäre auch keine Steuerhinterziehung. Hier könnte das Finanzamt allenfalls im Wege einer Betriebsprüfung später argumentieren, dass die Forderung bereits in 2020 entstanden ist und daher diesem Jahr zuzuschlagen ist. Aber dies ist nicht gesetzt.

2. Auch eine Werkvertragslösung ist denkbar und würde das Problem der Leistung der Stunden in 2020 und des Mittelzuflusses in 2021 lösen.

Wie B dies mit C abrechnet ist nicht relevant für Sie. Sie sollten das Werk definieren und einen ungefähren Stundenaufwand darlegen, welche den Werklohn nachvollziehen lässt.

Ich würde in der Rechnung gar nicht mehr mit Stunden argumentieren, sondern einfach einen Fixpreis in Rechnung stellen. Dieser sollte natürlich alle Stunden umfassen, die Sie geleistet haben. Hier müssen Sie also ein wenig in die Zukunft schätzen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen.

Mit freundlichen Grüßen


Rückfrage vom Fragesteller 03.11.2020 | 21:25

Sehr geehrter Herr Park,

vielen Dank für die schnelle Antwort! Ich werde morgen mal mit meiner Vermittlerfirma über das Thema sprechen.

Zu 1: Das klingt so, als ob ich das Problem auch mit dem aktuellen Dienstvertrag lösen könnte. Es gibt dort keine Vereinbarung über Verjährung oder Verfall.

Wie ich im Netz lese (z.B. auf https://lexikon.fastbill.com/rechnungsstellung-frist/) kann man eine Rechnung rückwirkend bis zu 6 Monate stellen. Das heißt ich könnte Anfang Februar eine Rechnung stellen, wo dann Leistungszeitraum Oktober 2020 - Januar 2021 drin steht?

Was mir hier noch nicht klar ist, sind die steuerlichen Auswirkungen. Ich meine mich dunkel zu erinnern, dass meine Steuerberaterin beim Jahresabschluss immer die Rechnung die im Januar für den Dezember gestellt wurde noch in den Jahresumsatz mit eingerechnet hat (auch wenn der Umsatz dann erst im nächsten Jahr geflossen ist). Aber es kann sein, dass ich mich irre.

Wenn ich also Anfang Februar 2021 eine Rechnung über den Leistungszeitraum Oktober 2020 bis Januar 2021 stelle, die Zahlung dann Anfang März 2021 kommt (Firma B zahlt immer 30 Tage nach Rechnungseingang), wird dann dieser Umsatz steuerlich komplett für 2021 angerechnet? Oder könnte das Finanzamt ankommen und sagen, dass drei Viertel des Gesamtbetrags auf 2020 angerechnet werden müssten, weil die Leistung zu drei Vierteln noch in 2020 erbracht wurde?

Zu 2: Falls ich es doch mit einem Werkvertrag mache, heißt das, ich würde im Voraus schätzen, wie viele Stunden ungefähr anfallen würden und dies im Vertrag als Schätzung festhalten? Und dann später bei der Rechnungsstellung die tatsächlich geleisteten Stunden mal Stundensatz als Festpreis abrechnen, ohne Stundenangabe in der Rechnung? Oder lässt man das Thema Stunden und Stundensatz auch aus so einem Werkvertrag raus?

Ich möchte halt ungern einen kompletten Fixpreis im Voraus festlegen und im Vetrag festnageln, da es dort noch je nach weiterem Projektverlauf viel Potential für Schwankungen nach oben und nach unten gibt.

Herzlichen Dank nochmal für Ihre Antworten.

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 03.11.2020 | 23:33

Gerne beantworte ich auch Ihre Nachfrage.

1. Ganz recht,so können Sie vorgehen, eine Rechnung im Februar 2021 wäre denkbar. Steuerlich ist wegen Zufluss-Abschluss allerdings ein Problem zu erwarten, wenn das Finanzamt genauer hinschaut.

2. In dem Werkvertrag legen Sie den Preis sinnvollerweise vorher fest. Sie sollten also schätzen, zB dass Sie 150 h verwenden werden und dann den Preis für diese Stunden als Werklohn nehmen sollten.

Sie sollten den Eindruck vermeiden, dass Sie für die Stunden bezahlt werden und nicht für das Werk an sich.

Mit freundlichen Grüßen

Bewertung des Fragestellers 05.11.2020 | 17:57

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