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Dienstwagen - Zweitwohnsitz


16.12.2012 11:28 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Maike Domke



Guten Tag,

Ausgangslage:
- Verheiratet - (daher 1. Wohnsitz fest am "Lebensmittelpunkt")
- Wohnsitz - Arbeitsplatz = 75km (kein Home Office Vertrag)
- Dienstwagen Listenpreis 30.000€
- 1% Regel + 0,03% Regel je km sowie 0,002% Regel für Familienheimfahrten (sofern eine Zweitwohnung besteht)


Folgende Fragen habe zum Thema Dienstwagen / Zweitwohnsitz:

Ich möchte mir aufgrund der täglich sehr langen Fahrzeiten sowie zur Reduzierung des geldwerten Vorteils, eine Zweitwohnung in direkter Umgebung des Arbeitsorts suchen (2km). Ein Kollege hat mir angeboten sein Gästezimmer unentgeltlich zu nutzen. Das heisst, ich könnte (wenn kein anderer Besuch vor Ort ist) das Gästezimmer mit separatem Eingang etc. für ca. 2 Übernachtungen pro Woche nutzen. Das Gästezimmer würde ich allerdings in keiner Weise verändern (keine persönliche Gestaltung).

Nun zu meinen Fragen:
- Kann ich diese Wohnung trotz nicht alleiniger Nutzung und kostenfreien wohnen als meinen Zweitwohnsitz im Ort anmelden? (Ich habe nicht vor, hieraus einen steuerlichen Vorteil hinsichtlich doppelter Haushaltsführung etc. zu erhaschen!!)
- Wie würde die Versteuerung ausfallen?
- Muss ich dem FA oder evtl. sogar dem Arbeitgeber einen Nachweis erbringen wie viele wirkliche Familienheimfahrten stattgefunden haben?
- Worauf muss ich dann bei der nächsten Steuererklärung achten (was darf ich angeben / was nicht?)

- Da ich mir absolut keinen Ärger einhandeln möchte, bitte ich um alle sachdienliche Hinweise die mir helfen hierbei eine gute aber vor allem auch rechtlich einwandfreie Entscheidung zu treffen.

- (Sofern der oben genannte Fall rechtlich nicht umsetzbar ist) was wären die konkreten Alternativen ?

Vielen Dank vorab für Ihre Hilfe!!
Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich im Rahmen einer Erstberatung wie folgt beantworten möchte:

- Kann ich diese Wohnung trotz nicht alleiniger Nutzung und kostenfreien wohnen als meinen Zweitwohnsitz im Ort anmelden? (Ich habe nicht vor, hieraus einen steuerlichen Vorteil hinsichtlich doppelter Haushaltsführung etc. zu erhaschen!!)

Sie können sich dort anmelden, ob Sie damit einverstanden sind, dass Sie ihr Zimmer teilen, bleibt ja Ihnen überlassen. Sie sollten vielleicht für das Finanzamt eine Nutzungsvereinbarung aufsetzen.

Voraussetzung für eine steuerliche Geltendmachung des Zweitwohnsitzes ist, dass Sie Aufwendungen haben. Wenn Ihnen das Zimmer kostenfrei zur Verfügung gestellt wird, haben Sie hier für die Wohnung keine Aufwendungen, die Sie steuerlich absetzen können. Abzugsfähig sind aber Fahrtkosten zu Beginn und Ende der doppelten Haushaltsführung, Koten für die wöchentlichen Fahrten zum Erstwohnsitz, Verpfleungsmehraufwand sowie unter Umständen Telefonkosten.

- Wie würde die Versteuerung ausfallen?

Das kommt darauf an, in welchem Bundesland und in welcher Stadt das Zimmer liegt. Zweitwohnsitzsteuer wird teilweise auch für untentgeltlich überlassene Objekte erhoben. Hier wird der Mietenspiegel der jeweiligen Region zugrunde gelegt.

- Muss ich dem FA oder evtl. sogar dem Arbeitgeber einen Nachweis erbringen wie viele wirkliche Familienheimfahrten stattgefunden haben?

Ja, Sie sollten diese Familienheimfahrten grundsätzlich nachweisen können. Anerkannt werden nur Fahrten, die Sie tatsächlich unternommen haben und diese nur 1 x in der Woche. Gelegentlich wird von dem Finanzamt angewzeifelt, dass Heimfahrten stattgefunden haben, daher sollten Sie Belege etc aufbewahren.

- Worauf muss ich dann bei der nächsten Steuererklärung achten (was darf ich angeben / was nicht?)

Dies habe ich unter der ersten Frage beantwortet.

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegeben Informationen verbindlich wie folgt beantworten:


Nachfrage vom Fragesteller 16.12.2012 | 16:25

Guten Tag,

vielen Dank für die Beantwortung der Fragen!

Folgende Nachfrage habe ich insbesondere durch den Firmenwagen entstehenden Geldwerten Vorteil in Bezug zu meiner vorherigen Frage:

Muss ich dem FA oder evtl. sogar dem Arbeitgeber einen Nachweis erbringen wie viele wirkliche Familienheimfahrten stattgefunden haben? Ja, Sie sollten diese Familienheimfahrten grundsätzlich nachweisen können. Anerkannt werden nur Fahrten, die Sie tatsächlich unternommen haben und diese nur 1 x in der Woche. Gelegentlich wird von dem Finanzamt angewzeifelt, dass Heimfahrten stattgefunden haben, daher sollten Sie Belege etc aufbewahren.

Wie im einleitenden Teil geschildert nutze ich einen Firmen- PKW per 1% Regelung, daher folgende Nachfragen:
- Ich fahre im Jahr ca. 65000km (davon den Großteil geschäftlich). Wie soll ich da nachweisen wann ich eine Familienheimfahrt durchgeführt habe? Würde das heißen das ich trotz der 1% Regelung ein Fahrtenbuch führen muss?
- Wieso sollte das FA anzweifeln, dass Familienheimfahrten stattgefunden haben? Ich würde meinen, dass das FA in meinem Fall eher vermutet, dass ich wesentlich öfter als pauschal angegeben (der Plan ist ca. eine zusätzliche Familienheimfahrt pro Woche per 0,002% Regelung anzumelden) zu meinem Erstwohnistz fahre?
- Da das Thema "geldwerter Vorteil durch Dienstwagen bei Zweitwohnsitz" in Ihrer Antwort leider etwas kurz gekommen ist, bitte ich Sie mich zu informieren ob ich in Bezug auf den gedwertgen Vorteil durch den Dienstwagen im oben geschilderten Fall (kostenfreie Zweitwohnung) noch auf weitere Aspekte zu achten habe?

Vielen Dank vorab für Ihre Hilfe und Mühen & freundliche Grüße

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 17.12.2012 | 10:36

Sehr geehrter Ratsuchender,

ich hatte es so verstanden, dass Sie dann den Firmenwagen aufgeben wollen.

Wenn Sie ihn aber doch behalten wollen, könnten Sie durch ein Fahrtenbuch nachweisen, wann Sie zuhause waren. Wenn es keine Belege oder Fahrtenbuch gibt, reicht für den - eher seltenen - Fall, dass das FA NAchweise will, auch die Bestätigung Ihrer Frau aus. Eigentlich ist das nur bei wirklich großen Entfernungen ein "Problem".

Zu Ihrer zweiten Frage: Hier gibt es eigentlich nicht zu beachten, unter Umständen werden SIe irgendwann zu einem Fahrtenbuch "verpflichtet", damit der geschäftliche Anteil nachgewiesen bleibt.

Mit freundlichen Grüßen
Maike DOmke
- Rechtsanwältin -

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