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Dienstwagen


29.11.2005 16:19 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Marcus Schröter, MBA



Hallo,

da ich mir bald einen neuen Firmenwagen bestellen darf habe ich dazu jetzt mal eine Frage.
Meine Personalabteilung hat mir folgendes für den Bruttoteil meines geldwerten Vorteils ausgerechnet:

1 % geldwerter Vorteil aus 25.825€ = 258,25
0,03 % Fahrten zwischen Wohnung-Arbeitsstätte = 61,98
abzüglich vom Fahrer gezahlter Selbstanteil - 77,98
abzüglich km Wohnung- Arbeit 0,30 € x 8 km x 15 Tage Pauschalsteuer 36,--
Das wären dann 206,25€ die auf mein Brutto angerechnet werden.

Dann schrieb mir dir Personalabteilung noch folgendes:
Es sind nur 206,25 € zu versteuern, da die Firma für die km Wohnung-Arbeit die pauschale Lohnsteuer übernimmt
und die von Ihnen geleistete Zuzahlung von 77,98€ die Bemessungsgrundlage für die Versteuerung des geldwerten Vorteils kürzt.

Dieser Selbstanteil ist dafür das ich ein anderes Auto möchte als bei uns in der Liste steht. Dieser Selbstanteil hat auch mit der "Gehaltsstufe" zu tun in der man ist. Zum Beispiel in der Stufe 1 würde man für dieses Auto ca. 100€ als Selbstanteil zahlen müssen, in der Stufe 2 90€ und in der Stufe 3 78€.

Vom Netto werden allerdings der volle geldwerte Vorteil von 320€ und dieser Selbstanteil von knapp 78€ abgezogen.

Meinem Verständnis nach müsste doch dieser Selbstanteil dem Brutto addiert werden und nicht abgezogen.
Nach welchem Hintergrund wird dies denn abgezogen oder dies nicht korrekt?


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Sehr geehrter Ratsuchender,

Ihre Anfrage beantworte ich wie folgt.

Zunächst ist der Listepreis des Fahrzeuges auf volle € 100 abzurunden, so dass sich ein geldwerter Vorteil von € 258,- pro Monat ergibt (§ 6 Abs. 1 Nr. 4 EStG).

Da Sie das Fahrzeug auch für die Fahrten zwischen der Wohnung und der Arbeitsstätte nutzen können, erhöht sich der pauschale Wert des geldwerten Vorteils für jeden Entfernungskilometer um 0,03% des inländischen Listenpreises (§ 8 Abs. 2, Satz 2 und 3 EStG).

Ohne den von Ihnen angeführten Selbstanteil wird auf Ihr Bruttoeinkommen der geldwerte Vorteil von € 320,- aufgeschlagen. Dies führt zu einer Erhöhung der Bemessungsgrundlage für die Einkommenssteuer und somit zu einer höheren Einkommensteuerbelastung.

Da es lediglich um die Besteuerung des geldwerten Vorteils geht, muß dieser Betrag von € 320,- bei dem Nettogehalt wieder abgezogen werden. Würde dies nicht geschehen, würde Ihnen die versteuerten € 320,- ausgezahlt werden.

Im Ergebnis zahlen Sie für die Nutzung des Dienstwagens mehr Einkommenssteuer. Zudem können Sie bei den Werbungskosten keine Aufwendungen für Fahrten zum Arbeitsort geltend machen.

Der Selbstanteil von 77,98 ist nach der hier gefassten Aussage der Personalabteilung von dem geldwerten Vorteil der € 320 abzuziehen, da Sie dies als Eigenanteil tragen. Zusätzlich übernimmt Ihr Arbeitgeber einen pauschalen Anteil der Lohnsteuer.

Mithin wird dann im Ergebnis die Bemessungsgrundlage für die Besteuerung Ihres Einkommens um € 206,25 und nicht um € 320,- erhöht, so dass Sie Ihr Gehalt plus diese Bemessungsgrundlage von € 206,25 zu versteuern haben.

Wie oben ausgeführt ist der geldwerte Vorteil von € 206,25 beim Nettogehalt wieder in Abzug zu bringen, da dieser lediglich der Besteuerung unterliegen soll und nicht zur Auszahlung gelangt.

Weiterhin wird der Eigenanteil vom nettogehalt abgezogen. Diesen könnten Sie auch direkt an ihren Arbeitgeber zahlen. Der Einfachheit erfolgt hier eine Verrechung mit dem Nettoeinkommen.

Demnach müssten sich folgende Zahlungen ergeben:

Bruttoeinkommen x,xx €
Plus geldwerter Vorteil 206,25 €
Bemessungsgrundlage _________________
Für die Besteuerung x,xx € + 206,25 €

Abzgl. Einkommenssteuer
Abzgl Sozialangaben

Nettogehalt y,yy €
Abzgl. Geldwerter Vorteil 206,25 €
Nettogehalt – _________________
geldwerter Vorteil y,yy € – 206,25 €
abzgl. Eigenanteil - 77,98

Auszahlung y,yy € - 206,25 € - 77,98 €

Die von Ihnen dargestellten Ausführungen der Personalabteilung ergeben eigentlich eine solche Berechnung, so dass der Abzug von € 320 und € 77,98 vom Nettogehalt nicht richtig ist.

Daher sollten Sie diese anhand der Aufstellung noch mal ansprechen und auf die erforderliche Korrektur hinweisen.

Ich hoffe die Problemstellung richtig erfasst zu haben und stehe im Rahmen der Nachfragefunktion gerne zur Verfügung.

Mit Besten Grüßen

RA Schröter

Nachfrage vom Fragesteller 30.11.2005 | 20:55

Hallo,

meine Personalabteilung kommt zu der Meinung das Sie nicht recht haben. Sie schrieb mir folgendes:
ANFANG
Der voraussichtliche geldwerte Vorteil berechnet sich wie folgt:

1 % geldwerter Vorteil aus dem Listenpreis zuzüglich Mehrwertsteuer (25.825,--€) 258,25
0,03 % aus dem Listenpreis x Kilometer für Fahrten zwischen Wohnung-Arbeitsstätte 61,98

ergibt 320,23 als geldwerter Vorteil

Dieser ist regelmäßig zu versteuern (das heißt Erhöhung des zu versteuerndes Bruttogehalts und ist entsprechend
beim Nettogehalt abzuziehen).
Entrichtet der Arbeitnehmer ein Nutzungsentgelt (Fahrerselbstanteil), mindert dies
den zu versteuernden geldwerten Vorteil.
Ebenso übernimmt die Firma für die Fahren zwischen Wohnung und
Arbeitsstättedie pauschale Lohnsteuer.
Das heißt, es sind nur noch von Ihnen mit dem individuellen Steuersatz zu versteuern 206,25€.

Das hat aber keinen Einfluß auf die Berechnung des geldwerten Vorteils (siehe oben)

Vom Nettogehalt abzuziehen sind daher folgende Beträge:

geldwerter Vorteil (320,23€ abzgl. 71,98) 248,25 €
Fahrerselbstanteil 71,98 €
ergibt wiederum 320,23 € als geldwerter Vorteil (siehe oben).

Der Betrag, für den die Firma die pauschale Versteuerung übernimmt, kürzt nicht die Berechnungsbasis des geldwerten Vorteils und wird daher auf Ihrer Gehaltsabrechnung so dargestellt: bei den Bruttobezügen zunächst mit 36,-- minus gekennzeichnet als Herausnahme aus der laufenden Versteuerung und dann als 36,-- plus gekennzeichnet als Pauschalversteuerung und ergibt daher eine Nullsumme. ENDE

Jetzt steh ich auf dem Schlauch. Meiner Meinung nach ist dies gegenteilig für mich ausgerechnet.

zur Info: Dieser Firmenwagen entspricht nicht der normalen Liste der Firma. Den Selbstanteil den ich dafür zahle ist z.B. für höhere Benzinkosten, größere Reifen usw. (genau kann das auch keiner erklären) gegenüber einem Standardauto aus der Liste.

Liegt es dann daran das Personalabteilung es so rechnet?

Mein Chef sagt das dies bisher schon immer so berechnet wurde.

Ich hatte bisher schon einige Firmenwagen, aber so wurde das noch nie gerechnet.




Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 01.12.2005 | 21:11

Sehr geehrter Ratsuchender,

Ihre Personalabteilung schreibt selbst, dass die Entrichtung des Nutzungsentgeltes den zu versteuernden geldwerten Vorteil mindert.

Auch die pauschale Lohnsteuer wird von dem zu versteuernden geldwerten Vorteil in Abzug gebracht. Insoweit beläuft sich der zu versteuernde geldwerte Vorteil auf € 206,25. Soweit die pauschale Lohnsteuer hier nicht abgezogen wird, erfolgt dies, nach der Aussage Ihrer Personalabteilung vom Bruttolohn gesondert. Dies ist sicherlich Aufwandsneutral, da € 36 beim Nettoeinkommen wieder hinzuaddiert werden.

Im Ergebnis sehe ich allerdings einen Widerspruch Ihrer Personalabteilung einmal den Geldwerten Vorteil mit € 320,23 und dann mit € 320,23 abzgl. € 71,98 anzusetzen.

Soweit im Ergebnis als geldwerter Vorteil € 248,25 versteuert werden, d.h. Aufschlag auf das Bruttoeinkommen, Abzug vom Nettoeinkommen und die pauschale Lohnsteuer Aufwandsneutral gehandhabt wird, sehe ich keinen Widerspruch zu meinen Ausführungen.

Um hier ein abschließendes Ergebnis zu erhalten, sollten Sie der Personalabteilung vorschlagen die Berechnungsmethode von dem hauseigenen Steuerberater überprüfen zu lassen, um eine endgültige Klärung – auch gegenüber dem Finanzamt – zu erlangen.

Ich hoffe ich konnte Ihnen in dieser doch unübersichtlichen Handhaben der Besteuerung weiterhelfen und stehe Ihnen weiterhin zur Verfügung.

Mit besten Grüßen

RA Schröter

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