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Dienstwagen, darf Firma für Mehrkosten den Listenpreis berechnen?

16.03.2011 14:15 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Sehr geehrte Damen und Herren,
ich fahre ein Dienstwagen der 25400€ brutto kosten darf. Ich habe aber die Möglichkeit, durch zuzahlung eine hochwertiges auto zu bestellen. Dies habe ich getan und mir ein Auto für ca. brutto 33000€ zusammengestellt. Meine Fa. hat eine Rechnungmodus, das für 600€ Mehrpreis 12€/Monat anfallen. Meine Fa. hat allerdings den Listenpreis des Fahrzeuges berechnet. ca. 42000€. Ich verstehe nicht, dass man nicht die tatsächlichen Leasingdifferenz berechnet. Ich zahle netto 283€ zu. Ist das Rechtens??? Mit freundlichen Grüßen Andreas W.

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Sehr geehrter Fragensteller,

gerne beantworte ich die von Ihnen gestellte grundlegende Frage zum Dienstwagen. Kern Ihrer Frage ist, weswegen anstelle eines "tatsächlichen Werts" von 33.000,- € für einen Dienstwagen der tatsächliche Listenpreis mit einem Mehrwert von ca. 9.000,- €, also 42.000,- € berechnet wird, was zu einer doch erheblichen Mehrbelastung führt.

Kernproblem ist hier die eindeutige Formulierung im Einkommensteuergesetz (EStG). In § 6 Abs. 1 Nr. 4 EStG steht, dass für "die private Nutzung eines Kraftfahrzeugs, das zu mehr als 50 Prozent betrieblich genutzt wird, für jeden Kalendermonat mit 1 Prozent des inländischen Listenpreises im Zeitpunkt der Erstzulassung zuzüglich der Kosten für Sonderausstattung ("Upgrades") einschließlich Umsatzsteuer anzusetzen" ist.

Hier kann entweder ein Denkfehler Ihres Arbeitgebers vorliegen, wenn es sich bei der Berechnung nicht um das von Ihnen gewählte Fahrzeug handelt. Handelt es sich bei den Mehrkosten zum Basis-Fahrzeugpreis (25.400,- €) lediglich um "Upgrades" zu dem Basismodell (Beispielsweise ein Passat als Basismodell zu einem Passat Basismodell mit Sonderausstattungen), so wäre der Listenpreis des Basismodells plus der "Upgrades" anzusetzen, mithin die 33.000,- €.

Handelt es sich aber lediglich um einen günstigen Kauf für Sie, bei dem Sie auf den normalen Listenpreis des Fahrzeugs knapp 9.000,- € sparen konnten, so muss trotzdem der Listenpreis wegen des eindeutigen Wortlauts des § 6 EStG in Ansatz gebracht werden, auch wenn dieser im Einzelfall höher ist. Dies ist auch in § 8 EStG als Regelung zu finden, in dem auch der Listenpreis der Berechnungsfaktor ist. Die tatsächliche Aufwendung spielt hierbei leider keine Rolle. Dies ist wohl der Fall, den Sie meinen.

Relevant ist damit die Unterscheidung zwischen Modell und dem Listenpreis (Inland und Neuwagen) einerseits und Sonderausstattung als Erhöhung des Listenpreises andererseits.

Sie sollten daher kontrollieren, welcher Fall gegeben ist. Ich gehe nach Ihrer Schilderung aber (leider) von einer korrekten Berechnung des geldwerten Vorteils aus.

Sollten Aspekte Ihrer Frage nicht beantwortet oder die Beantwortung unklar sein, so nutzen Sie gerne die kostenlose Nachfragefunktion oder kontaktieren mich für Weiteres per eMail.


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