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Dienstreisen + Verpflegungsmehraufwand (Ausland)

| 14.10.2012 12:30 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Hallo,

wie wird der Verpflegungsmehraufwand (VMA) für mehrtägige ("Rund"-)Reisen nach und vom Ausland berechnet?

Der Fall:

Ein LKW-Fahrer verlässt im Rahmen des Fahrtauftrages einer Spedition am Sonntagnacht gegen 22 Uhr seine Wohnung, fährt mit dem Privat-PKW binnen 2 Stunden zu einem Parkplatz, wo der Spediteur, sein Auftraggeber, einen LKW abgestellt hat. Der Parkplatz ist nicht am Sitz des Spediteurs, aber in Deutschland.

Der betr. LKW-Fahrer steigt nun um, fährt mit diesem LKW zum Kunden, übernimmt die Ladung und fährt nun über mehrere Staatsgrenzen hinweg und in einem Zuge zum ausländischen Abladeort, wo er ebenfalls im LKW übernachtet.

Am nächsten Morgen übernimmt er an Ort und Stelle neue Ladung und fährt die selbe Strecke mit dem LKW mit Ziel Ausgangspunkt zurück. "Ausgangspunkt" ist der eingangs genannte Kunde in Deutschland, wo der LKW-Fahrer ablädt und erneut im LKW übernachtet.

Anderntags übernimmt er neue Ladung und wiederholt nun die selbe Tour wie oben über mehrere Staatsgrenzen hinweg zum selben Abladeort im Ausland.

Diese 2-täglichen Hin- und Rückreisen, nennen wir sie "Runden", unternimmt der Fahrer so insgesamt 3 mal in der Woche, an ca. 10 Wochen p.A.

Der LKW-Fahrer kehrt also die ganze Woche nicht nach Hause zurück, er kommt auch nicht zum Sitz des Speditionsunternehmens. Erst nach 6 Reisen am Samstagabend bringt er nach solch einer Arbeitswoche den LKW zum eingangs genannten Parkplatz zurück und fährt mit dem Privat-PKW nach Hause, wo er kurz nach Mitternacht eintrifft.

Wie berechnet sich danach die steuerliche Pauschale für den VMA, die er in seiner Steuererklärung absetzen möchte?

Muss er folgendermaßen vorgehen?:

Für die jeweilige Hinreise setzt er die Pauschale des Ziellandes ab, angenommen 50 Euro für 24-stündige Abwesenheit von zuhause, für die Rückreise am folgenden Tag jeweils die deutsche Pauschale in Höhe von 24 Euro, je Runde also 74 Euro.
Inkl. Ansatz für letztlich die Heimreise zur Wohnung wären das 3 x 74 = 222 Euro/Woche .

Oder wie oder was?

Danke für eine knappe, kundige Antwort!
Mir genügt die Bestätigung der obigen Rechnung oder andernfalls kurze Erläuterung, wie es auf der Grundlage der genannten Abwesenheit-Details richtig gemacht würde.

Sollte trotzdem der gebotene Betrag nicht ausreichen, lege ich auf Nachfrage gerne etwas drauf.
Eingrenzung vom Fragesteller
14.10.2012 | 14:22

Sehr geehrter Fragesteller,

ich bedanke mich für Ihre Anfrage, die ich anhand Ihrer Schilderung im Rahmen einer anwaltlichen Erstberatung wie folgt beantworte:

Ihre Berechnung ist grundsätzlich richtig.

Bei einer Tätigkeit auf einem Fahrzeug kommt es für die Berechnung des Mehrverpflegungsaufwandes auf die Dauer der Abwesenheit von der Wohnung an, § 4 Abs. 5 Nr. 5 Satz 3 Einkommensteuergesetz (EStG).

Ihre Sachverhaltsdarstellung verstehe ich so, dass Sie am Sonntag gegen 22 Uhr zuhause aufbrechen, dann sechs Tage im Stück unterwegs sind und in der Nacht von Samstag/Sonntag kurz nach Mitternacht wieder zu hause eintreffen.

Aufgrund der Abwesenheit von Ihrer Wohnung von sechs Tagen (mit jeweils 24 Stunden) steht Ihnen für diese Tage die volle Pauschale zu.

Auch die von Ihnen vorgenommene Berechnung der Pauschalbeträge (3x deutsche und 3x ausländische Pauschale pro Turnus) halte ich für richtig.

§ 4 Abs.5 Nr.5 Satz 4 EStG besagt, dass bei einer Tätigkeit im Ausland sich der Pauschbetrag nach dem Ort richtet, den der Steuerpflichtige vor 24 Uhr Ortszeit zuletzt erreicht hat, oder, wenn dieser Ort im Inland liegt, nach dem letzten Tätigkeitsort im Ausland.
Da Sie über einen Zeitraum von sechs Tagen insgesamt dreimal zwischen Deutschland und dem Ausland hin und herpendeln, ist die Aufteilung in drei deutsche Pauschalen und drei ausländische Pauschalen richtig.

Ich hoffe, dass ich Ihnen mit meinen Ausführungen weiterhelfen konnte und stehe Ihnen im Falle von Unklarheiten gerne für eine kostenlose Nachfrage zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen


Katrin Alegren-Benndorf
Rechtsanwältin

Ergänzung vom Anwalt 14.10.2012 | 16:15

Sehr geehrter Fragesteller,

leider hat sich meine Beantwortung mit Ihrer Eingrenzung der Fragestellung zeitlich überschnitten. Ihre Ursprungsfrage ist darauf gerichtet, ob Ihre Berechnung richtig ist, Ihre Frageeingrenzung zusätzlich auf die Frage, ob auch für alle Tage die Auslandspauschale angesetzt werden kann.

In einer Fundstelle (Schmidt, Kommentar zum Einkommensteuergesetz, 31. Auflage 2012, § 4 Rn. 575) wird hierzu auf die Lohnsteuerrichtlinie R. 9.6 verwiesen, die ausgeführt, dass bei einer Auswärtstätigkeit, die an einem Kalendertag sowohl im In- als auch im Ausland durchgeführt wird, für diesen Tag das entsprechende Auslandstagegeld maßgeblich ist, selbst dann, wenn die überwiegende Zeit im Inland verbracht wird (LStR R.9.6).

Zu berücksichtigen ist aber, dass die Pauschalen für Auslandseinsätze zumeist niedriger ausfallen und der eben zitierte Passus dieser Richtlinie in diesem Sinne zu sehen ist.
Auch kann der Umstand, dass Sie gleichmäßig zwischen dem Inland und dem Ausland hin- und her pendeln, als Argument dafür angesehen werden, dass die Pauschalen entsprechend gleichmäßig zwischen In- und Auslandsaufenthalt aufgeteilt werden.

Im Sinne der vorzitieren Richtlinie ist es meinem Erachten nach jedoch vertretbar, für die sechstägige Abwesenheit nur die Auslandspauschale in Ansatz zu bringen. Es wäre dann die Aufgabe des Finanzamtes, hiergegen evtl. Einwendungen und ggf. Kürzungen vorzunehmen.

Mit freundlichen Grüßen


Katrin Alegren-Benndorf
Rechtsanwältin

Bewertung des Fragestellers 15.01.2013 | 08:22

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Stellungnahme vom Anwalt:
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