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Dienstleistung und Schaden?! - Ist da überhaupt noch eine Forderung geltend zu machen?

| 15.04.2011 21:33 |
Preis: ***,00 € |

Schadensersatz


Sehr geehrte Damen und Herren,

ich lasse regelmässig meine Nasolabialfalten unterspritzen.

Normalerweise immer in der gleichen Praxis bzw. es handelt sich meines Wissens um eine Dienstleistung.

Eine Unterspritzung hält 6-12 Monate,
Kosten ca.250 Euro bis 500 Euro
(je nach Materialverbrauch).

Dann bin ich zur S-Thetic Clinic gegangen:
mir wurde alle 2 (!) Wochen etwas gespritzt.
Normalerweise hält eine Injektion 6 - 12 Monate.
Der Arzt, der die Dienstleistung erbracht hat, konnte sich bzw. mir das nicht erklären.
Er hat mir anderes Material gespritzt,
irgendwelche neue Nadeln genommen etc.

Kosten: 300 Euro pro Ampulle und 30 Euro pro Injektion.

Dann hat er mir quasi ein sogenanntes "Thermage" aufgedrängt bzw. vorgeschlagen.

In der Branche gilt das "Einreden" bzw. "Vorschlagen" eigentlich als unehtisch.

Ich hab zugestimmt, wusste da aber nicht,
das Hautärzte es von wirkungslos bis gefährlich (Gewebeerweichung) einstufen.

Mir wurde der Infobogen auch nicht mitgegeben, um ihn in Ruhe durchzulesen und ein weiterer Termin vereinbart, sondern "Unterschreiben und Ausführen".
Kosten 1500 Euro.

Das Thermage hatte keine umwerfende Wirkung, ich war verärgert.

Mir wurde ein weiteres angeboten,
als "Wiedergutmachung", Infobogen etc.

26.03.2010.

Das ganze endete damit, dass die Praxis, in der ich normalerweise Patient bin, den Schaden mit weiteren Injektionen (die wirken und halten)
eingrenzen musste.

Ich sehe nicht so aus, wie ich sonst aussehe.

Jetzt erwähne ich die eigentliche Dreistigkeit:

Die Klinik hat mir für ihre "Dienstleistung" ernsthaft
eine Rechnung geschickt, danach eine Mahnung, einen Mahnbescheid, gegen den ich Widerspruch eingelegt hab
und jetzt ist das ganze beim Amtsgericht.

Ich will "die Absicht zur Verteidigung binnen einer Notfrist von 2 Wochen" anzeigen.

Jetzt hab ich zwei Fragen:
a)
es handelt sich meines Wissens um eine Dienstleistung
vom 26.03.2010.
Ist da überhaupt noch eine Forderung geltend zu machen?
Reicht das als Argument zur Verteidigung?

b)
Es war eine "Wiedergutmachung" für vorher angerichteten Schaden (Injektionen alle 2 Wochen mit verschiedenen Materialien und Nadeln+ 1. Thermage)
Wieso soll ich für das 2. Thermage (Wiedergutmachung) zahlen?
Was ist mit den Kosten, die ich hatte,
um den Schaden in der anderen Praxis, in der ich normalerweise bin, eingrenzen zu lassen,
und ist es mgl. das mit den ganzen Injektionen (alle 2 Wochen) erst ein Schaden bzw. eine angebl. Notwendigkeit für diese "Thermage" Sache
verursacht wurde?

Sehr geehrte Fragestellerin,

a) Nein, das reicht leider nicht zur Verteidigung. Die dreijährige Verjährungsfrist ist hier noch nicht abgelaufen.

b) Es spricht eine gesetzliche Vermutung dafür, dass für eine Dienstleistung eine Vergütung geschuldet ist, wenn die Dienstleistung den Umständen nach nur gegen eine Vergütung zu erwarten ist (§ 612 Abs. 1 BGB). Das ist bei einer kosmetischen ärztlichen Behandlung der Fall.

Sie müssten also zur Verteidigung gegen die Klage vortragen, dass eine Vergütung in diesem Fall ausgeschlossen war. Hierfür tragen Sie im Prozess die sog. Darlegungs- und Beweislast. Das heißt, Sie müssen alle Umstände vortragen, die für eine kostenlose Leistung sprechen (Wiedergutmachung für die vorherige fehlgeschlagene Behandlung) und hierfür auch Beweise anbieten, z. B. Zeugenaussagen.

Eine weitere Möglichkeit wäre es, dass Sie mit einem Schadensersatzanspruch aufrechnen. Dazu müssten Sie vortragen, dass die Behandlung durch die klagende Partei nicht kunstgerecht durchgeführt und dadurch eine Nachbehandlung nötig wurde. Für den Behandlungsfehler tragen Sie wiederum die Darlegungs- und Beweislast. Insoweit wäre für die Beweisführung ein gerichtliches Sachverständigengutachten einzuholen.

Wenn Sie sich gegen die Klage voll verteidigen möchten, sollten Sie unbedingt einen Anwalt beauftragen. Ansonsten empfiehlt es sich eher, im Gütetermin einen Vergleich auszuhandeln. Ihre Argumente sollten Sie allerdings auch in dem Fall vorbringen, um Ihre Position nicht von vornherein zu schwächen.


Mit freundlichen Grüßen

M. Juhre
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 15.04.2011 | 22:40

Danke für die Antwort.

Also:

erst die "Absicht zur Verteidigung" bei Gericht anzeigen

-Belege über die Injektionen in 2-wöchigem Abstand existieren

-Beleg über das 1. Thermage auch

-Belege über die Injektionen alle 6 Monate in der anderen Praxis ebenfalls,
sowie Belege über die Injektionen, die notwendig waren, um den Schaden einzugrenzen

-Sollten Urlaubsfotos bzw. Reisepass o.ä. erstmal als Beweis reichen, existieren die auch

-was den Schaden betr.: evtl. kann die
Praxis, in der ich normalerweise Kunde bin, etwas aussagen
allerdings möchte ich vermeiden,
dort "Ärger" zu verursachen

-was Zeugenaussagen von der Gegenseite betr.: meines Wissens gab es Personalwechsel, zumindest am Empfang

mit dem Hinweis, dass die 2. Thermage-Anwendung als Wiedergutmachung angeboten wurde.

Wie kommt es dann zu einem "Gütetermin"?
Wird der vom Richter veranlasst?

Ich bin allerdings gegen jede Zahlung, ich vertrete die Ansicht,
dass eher die S-Thetic mir (!)
eine finanzielle Entschädigung und auch die Kosten für die Behandlung zur Eingrenzung des Schadens schuldet.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 15.04.2011 | 22:56

Die Verteidigungsanzeige müssen Sie fristgerecht einreichen.

Zur Klageerwiderung sollten Sie die Belege in Kopie als Anlagen beifügen.

Aus der Praxis, die Sie behandelt, können Sie Ärzte und Personal als Zeugen benennen.

Sie können auch Personal, das bei der Gegenseite angestellt ist, als Zeugen benennen. Ob sich das taktisch empfiehlt, ist allerdings fraglich: Es empfiehlt sich jedenfalls, vorher zu eruieren, ob Aussagen gegen einen (auch ehemaligen) Arbeitgeber überhaupt gemacht werden würden. Ansonsten kann die Beweisaufnahme im schlimmsten Fall der Gegenseite zum Prozesserfolg verhelfen.

Der Gütetermin wird vom Gericht angesetzt.

Im günstigsten Fall wird die Klage abgewiesen und Sie bekommen einen Schadensersatz. Um das zu erreichen, sollten Sie sich allerdings, wie gesagt, anwaltlich vertreten lassen.


Mit freundlichen Grüßen

M. Juhre
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 15.04.2011 | 23:09

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