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Dienstleistung / Schadensersatz


15.05.2006 10:30 |
Preis: ***,00 € |

Internetauktionen



Guten Morgen,

ich habe folgendes Problem:

Bei einer Internetauktion habe ich eine Dienstleistung für 50 Euro (plus 7,50 Euro Gebühr) ersteigert.
Im Anschluß bekam ich eine Email von der Anbieterin, in der mir zur gewonnenen Auktion gratuliert wurde und ich eine Handynummer erhalten habe, mit der Bitte, dort anzurufen.
Ich schrieb zurück, wann ich zeitlich am besten anrufe könne. (Man will ja nicht stören - es handelte sich schließlich um eine Privatauktion.)
Daraufhin kam keine Antwort mehr und irgendwann bekam ich vom Anbieter der Internetauktion eine Email, mit der Aufforderung, die 7,50 Euro Gebühr zu bezahlen. Da ich mittlerweile das Interesse verloren hatte, die Dienstleistung anzutreten, habe ich die Gebühr zähneknischend bezahlt und damit war die Sache für mich erledigt.
Nun bekomme ich Post von einem Rechtsanwalt, der mich darüber aufklärt, daß er die Interessen der Anbieterin vertrete und ich doch bitte 57,50 Euro an íhn überweisen möchte plus 45,24 Euro für seine Gebühren, die sich aus dem Streitwert von 57,50 Euro ergeben.
Begründung:
Durch den Zuschlag der Auktion sei eine gültiger Dienstleistungsvertrag geschlossen worden.
Trotz wiederholter Aufforderung seiner Mandantin, hätte ich die die Dienstleistung weder in Anspruch genommen, noch hätte ich eine Zahlung geleistet. Sie tritt hiermit vom Dienstvertrag zurück.
Zur Vermeidung einer gerichtlichen Auseinandersetzung...usw.
Mir wurde eine Frist von 14 Tagen gesetzt und sollte ich nicht zahlen, würde eine gerichtliches Mahnverfahren gegen mich eingeleitet...usw.

Meiner Meinung nach stecken in dem Schreiben einige Fehler und definitiv falsche Behauptungen:
1) Es gab mit Ausnahme der der ersten Mail mit der Bitte um Anruf (und meiner Antowrt) keine weitere Kommunikation zwischen uns. Von daher kann von einer "wiederholten" Aufforderung keine Rede sein. Es wurde auch keine Frist oder ähnliches gesetzt.
2) Es werden 57,50 Euro "schadensersatzweise" geltend gemacht. Zum einen sind die Gebühren in Höhe von 7,50 Euro schon automatisch vom System auf mich gegangen und zum anderen ist ihr doch überhaupt kein Schaden entstanden. Wenn, dann wären doch die 7,50 Euro der Schaden gewesen.
3) Der Rechtsanwalt berechnet somit seine Gebühr zu hoch, da er einen Streitwert von 57,50 Euro zu Grunde legt. Wenn überhaupt, dann geht es doch um 50 Euro - wenn ich nicht irre.

Natürlich habe ich nicht vor, die 50 Euro zu bezahlen. Die Gebühren des RAs natürlich auch nicht. Meiner Meinung nach handelte es sich hier maximal um eine Mißverständnis oder um ein Kommunikationsproblem (?verloren gegangene Email?).

Nur um Ruhe zu haben, wäre ich auch bereit, neben den Gebühren (die ich bereits bezahlt habe), 20 Euro pauschale Aufwandsentschädigung an die Anbieterin zu zahlen. Die Kosten des RAs müßte Sie allerdings selbst tragen. (Das alles in der Hoffnung, daß es mir nicht plötzlich als Schuldeingeständnis ausgelegt wird.)

Für eine schnelle Beantwortung wäre ich dankbar, da die Frist des Anwalts läuft.

Mit freundlichen Grüßen,

Stefan N.

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Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Frage, die ich gern anhand der vorliegenden Informationen wie folgt beantworte.

1.
Als Dienstleistender haben Sie nach Abschluss des Vertrages die vereinbarte Dienstleistung vorzunehmen bzw. die Vornahme der Dienstleistung zunächst zumindest anzubieten. Dies haben Sie meines Erachtens mit Ihrer Nachfrage dann getan, wenn Sie deutlich zum Ausdruck gebracht haben, dass Sie die vereinbarte Dienstleistung auch durchführen wollen. Damit könnten Sie die Dienstleistungsberechtigte in Verzug gesetzt haben, die Dienstleistung anzunehmen. Ob dies so ist, kann ich nicht beurteilen, da ich den genauen Inhalt/Wortlaut Ihrer e-mail nicht kenne.
Sollte ein solcher Annahmeverzug der Dienstleitungsberechtigten vorliegen, kommt es auf das unter 2. und 3. c) Ausgeführte nicht mehr an, weil dann die Grundvoraussetzungen eines Schadensersatzes fehlen. Zu Ihrer Information und zur Ergänzung der rechtlichen Lage, möchte ich noch auf folgendes hinweisen:

2.
Unabhängig von 1., kann die Gegenseite nur dann Schadensersatz verlangen, wenn auch tatsächlich ein Schaden entstanden ist. Die Entstehung des Schadens ist durch denjenigen nachzuweisen, der Schadensersatz geltend macht.

3.
Sie sollten sich daher mit dem REchtsanwalt in Verbindung setzen und ihm folgendes mitteilen:
a) dass Sie sich bei seiner Mandantin aufgrund ihrer e-mail gemeldet haben, jedoch keine Antwort erhalten haben. Legen Sie eine Kopie Ihrer e-mail dem Schreiben bei. Das Versanddatum sollte unbedingt ersichtlich sein.

b) Teilen Sie ihm mit, dass Sie keine einzige Aufforderung von seiner Mandantin zur Vornahme der Dienstleistung unter Fristsetzung erhalten haben. Bitten Sie um entsprechende Nachweise, wann die Aufforderungen erfolgt sein sollen.

c) Fordern Sie ihn auf, den angeblich entstandenen Schaden nachzuweisen und mitzuteilen, worin der angeblich entstandene Schaden liegen soll. Da seine Mandantin für die Dienstleitung in jedem Falle 50,00 € bezahlen wollte, kommen nur darüber hinausgehende (zusätzliche) Kosten in Betracht. Solange das jedoch nicht eindeutig nachgewiesen wird, besteht kein Schadensersatzanspruch und kein Anspruch auf Ersatz der Rechtsanwaltskosten.

Ich hoffe, dass ich Ihnen weiterhelfen konnte. Gern bin ich bereit, die Angelegenheit zu übernehmen und damit auch den Schriftverkehr mit dem Rechtsanwalt vorzunehmen. Setzen Sie sich in diesem Falle einfach mit mir in Verbindung (Tel. 0341 / 3032 8891).


Mit freundlichen Grüßen

Diane Kirschkowski
Rechtsanwältin

Nachfrage vom Fragesteller 15.05.2006 | 11:43

Sehr geehrte Frau Kirschkowski,

erst einmal vielen Dank für Ihre ausführliche und schnelle Antwort. Jedoch scheint es ein kleines Mißverständnis gegeben zu haben.
Zur Deutlichmachung:
1. Sie bietet die Dienstleistung an.
2. Ich habe die Dienstleistung ersteigert.
3. Sie schrieb...meine Telefonnummer..etc.
4. Ich schriebe...wann kann ich am besten anrufen...etc.
5. Keine Reaktion - bis zum Schreiben des Anwalts an mich.

Trotzdem haben Sie mir sehr geholfen. Ein Nachfrage wäre da noch: Mal angenommen, Sie hat mir tatsächlich noch einmal geschrieben, doch ich habe die Mail (warum auch immer) nicht erhalten. Dann könnte sie nachweisen, daß sie mir geschrieben hat. Nur den Erhalt der Nachricht natürlich nicht. Müßte Sie nachweisen, daß ich die Email erhalten habe? Das ist zwar kaum möglich, jedoch erscheint es mir umgekehrt noch weniger möglich, daß ich nachweise, daß ich keine Email von ihr erhalten habe.

MfG,

Stefan N.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 15.05.2006 | 14:10

Sehr geehrter Fragesteller,

sie müsste nur nachweisen, dass sie Sie aufgefordert hat (wie behauptet). Den Nachweis für den ERhalt der Nachricht muss sie nicht erbringen. Ebenso liegt es bei der von Ihnen versandten Nachricht an die Dienstberechtigte. Hier müssen Sie nur den Versand, nicht auch den Empfang, der Nachricht nachweisen.


Mit freundlichen Grüßen

Diane Kirschkowski
Rechtsanwältin

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