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Diebstahlversicherung verweigert Zahlung


12.11.2007 11:11 |
Preis: ***,00 € |

Versicherungsrecht, Privatversicherungsrecht



Ich habe Anfang Mai bei Media Markt einen Camcorder gekauft, damals wurde mir empfohlen eine Versicherung, gegen Diebstahl etc. ab zu schließen.
Dies hatte ich auch getan. Auf einem Fest Ende August wurde mir auch tatsächlich die Cam gestohlen. Ich dachte noch welche ein Glück dass ich die Versicherung habe.
Die Cam hatte ich in einer entsprechenden Umhängetasche mit Klettverschluss, den Umhängeriemen hatte ich über meine rechte Schulter und die Tasche links am Körper.
Jemand muss im Gedränge die Cam aus der Tasche entwendet haben.
Ich bin an diesem Abend gleich zur Polizei, diese bat mich aber in drei Tagen noch mal zu kommen um den Diebstahl aufzunehmen.
Ich schickte dann alle Unterlagen an die Versicherung und erhielt einige Wochen später ein Schreiben der Versicherung, welche mitteilt dass sie den Schaden nicht reguliert, da ich erst drei Tage später bei der Polizei Anzeige erstattet hätte.
Daraufhin holte ich mir eine Bestätigung der Polizei, dass ich sofort nach dem Diebstahl dies melden wollte.
Ich habe dieses Schreiben der Versicherung geschickt und bekam daraufhin die Mitteilung, dass sie aufgrund meines Schreibens die Sachlage noch mal geprüft hätten und zu dem Schluss gekommen wären, dass der Diebstahl nur versichert wäre wenn die Sache im persönlichen Gewahrsam sicher mitgeführt würde.
Ein sicherer persönlicher Gewahrsam liege nur dann vor, wenn der Verwahrer die Sache entweder direkt am Körper trägt oder doch jederzeit zugreifen kann.
Zum Tatzeitpunkt herrschte weder Blick noch Körperkontakt zum versicherten Gerät, demnach war ein Zugriff Dritter möglich.
Es reicht nicht aus, das Gerät in einer an der Seite getragenen Tasche zu verstauen, da nicht sichergestellt ist, dass diese unter permanenter Aufsicht steht.

Ist das Transportieren des Camcordes in der entprechenden Tasche nicht die übliche Aufbewahrungsart? Außerdem hatte ich sie doch direkt am Körper und konnte drauf zugreifen!!!!
Bringt es was wenn ich dagegen klagen? Welche Kosten kämen da auf mich zu. Die Cam hat 1100,00 Euro gekostet und die Versicherung hätte 750,00 Euro ersetzen müssen.

Vielen Dank im Voraus




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Sehr geehrter Fragesteller,

die von Ihnen gestellte Frage beantworte ich im Rahmen eines ersten Überblicks wie folgt:

Das hier im Wesentlichen relevante Problem besteht darin, ob ein Fall der groben Fahrlässigkeit vorliegt oder nicht.

Grundsätzlich obliegen dem Versicherungsnehmer einer Diebstahlsversicherung auch gewisse Sorgfaltspflichten in Hinblick auf das versicherte Gerät, dass ein Diebstahl daran möglichst erschwert wird. Je höher der Wert des versicherten Gegenstandes und je höher die Diebstahlsgefahr einer konkreten Situation, desto höher sind diese Sorgfaltspflichten anzusetzen.

Im vorliegenden Fall haben wir es mit einer relativ hochwertigen Kamera zu tun, welche auf einem Volksfest mitgeführt wurde. Prinzipiell ist es selbstverständlich auch versicherungsrechtlich erlaubt, hochpreisige Kameras mit auf Volksfeste zu nehmen. Immerhin ersteht man ein solches Gerät unter Anderem deswegen, um das Erlebte im Bild festzuhalten. Andererseits besteht natur- und erfahrungsgemäß gerade bei Volksfesten aufgrund des damit verbundenen Menschengedränges ein erhöhtes Diebstahlsrisiko. Hieraus resultiert dann natürlich auch eine erhöhte Verantwortung des Inhabers, mit dem Gerät in Hinblick auf eine mögliche Wegnahme entsprechend aufmerksam umzugehen. Also ist hier zunächst auch tatsächlich eine erhöhte Vorsicht einzufordern.

Die von Ihnen beschriebene Verwahrung der Kamera würde ich als Grenzfall einstufen. Auf der einen Seite haben Sie die Kamera ordentlich von der Schulter auf die andere Körperseite hinüber verzurrt und in dem dafür vorgesehenen Behälter verstaut. Andererseits haben Sie es hierbei aber wohl auch bewenden lassen. Eine eindeutige Aussage, ob grobe Fahrlässigkeit vorliegt oder nicht, kann eigentlich nicht gemacht werden. Hier lässt sich jede Richtung vertreten.

Ich meine, es kann nicht – wie es der Versicherer im Ergebnis macht – verlangt werden, einen permanenten Blick- oder Körperkontakt zu dem Gerät zu halten. Dies ist bereits deswegen nicht möglich, da man naturgemäß auf einem Volksfest auch ablenkenden Eindrücken von Außen ausgesetzt ist. Soweit der Versicherer hier von Ihnen verlangt hat, das Gerät in permanentem Gewahrsam zu halten, so ist dies hier nach meinem Empfinden erfüllt. Auch soll sich der Käufer wohl darauf verlassen können dürfen, dass eine Verstauung in die dafür vorgesehene Tasche wohl hinreichend sein sollte.

Im Ergebnis tendiere ich hier allerdings dazu, eine grobe Fahrlässigkeit zu verneinen.

Ich möchte Ihnen aber jetzt auch nicht zur Klageerhebung raten, da hierbei noch immer ein nicht wegzudiskutierendes Kostenrisiko besteht. Als zunächst preiswertere Variante empfehle ich Ihnen, zunächst einen Anwalt vor Ort damit zu beauftragen, die Sache außergerichtlich in Angriff zu nehmen. Möglicherweise kann es hierbei zu einem Vergleich mit dem Versicherer kommen, der es wahrscheinlich auch nicht auf einen langwierigen Rechtsstreit mit ungewissem Ausgang ankommen lassen wird – schon gar nicht bei diesem relativ geringen Streitwert. In solchen Fällen kann es dann schon mal im Ergebnis günstiger kommen, sich auf eine etwas niedrigere Summe zu einigen, die jedoch dann auch sicher zu haben und sich nebenbei einen Rechtsstreit zu ersparen. Diese Feinheiten sollten Sie aber im Einzelnen dann mit dem Anwalt Ihres Vertrauens besprechen.

Ich hoffe, Ihnen mit diesem ersten kurzen Überblick geholfen zu haben und verbleibe

mit freundlichen Grüßen


P. Stühler-Walter
Rechtsanwalt, Bonn
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