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Diebstahl während Bewährungszeit


15.08.2007 23:08 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht



Brauche dringend Rat!

Im mai 2007 wurde ich wegen Ladeniebstahl geringwertiger Sachen zu einer Freiheitsrafe von 4 Monaten verurteilt,deren Vollstreckung zur Bewährung von 3 jahren ausgesetzt wird.Musste 40 Arbeitstunden ableisten.Davor hatte ich 5 mal Geldbuße bezahlt wegen Diebstahl(geringfügig).Nun wurde ich erwischt,Kleider im Wert von 500 Euro,die ich abstritt,aber die Beweise sind eindeutig,weil ich Sie in der Tasche hatte und beim rausgehen gepiept hatte.Aus bestimmten gründen kann ich person X nicht verraten und bin dazu bereit die schuld auf mich zu nehmen und werde(muss)zugeben.Ich bereue es sehr und möchte nicht ins Gefängnis,jetzt wo ich einen neuen Freund habe,der mich nicht misshandelt und säuft(spielsüchtig)und mich zwingt lebensmittel stehlen zu gehen,wenn es kein geld mehr gab.Werde ich einen Bewährungswiderruf kriegen?Wenn ja,wie kann ich den Richter überzeugen,dass ich noch eine Chance kriege,da ich jetzt heiraten möchte und ein Kind schon geplant ist?Wenn ich aber ins Ausland flüchte,kriege ich da etwa einen europäische Haftbefehl?Ich habe sehr angst,weil ich als 6jähriger monatelang im Gefängnis saß(Flucht vor Kommunismus).Bitte klären Sie mich auf was auf mich zukommen wird und welche Wege ich gehen soll.Vielen Dank!

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Sehr geehrte(r) Fragesteller(in),

gerne beantworte ich Ihre Frage unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes und der bereitgestellten Informationen. Bitte beachten Sie, dass dieses Forum einzig der ersten rechtlichen Orientierung dient und sich die aufgezeigte Rechtslage anders darstellen kann, wenn Ihrerseits Informationen unvollständig oder unrichtig dargestellt wurden.

Ihre Frage beantworte ich wie folgt:

Ohne die genauen Umstände Ihres Falles zu kennen, ist Ihnen Zunächst dringend zu raten, nochmals intensiv zu überlegen, ob sie, wenn dies so gegeben ist, tatsächlich die Schuld eines Anderen auf sich nehmen wollen. Immerhin steht mit einer möglichen Freiheitsstrafe sehr viel für Sie auf dem Spiel.

Tatsächlich könnte in Ihrem Fall nämlich die Strafaussetzung zur Bewährung widerrufen werden. Gemäß § 56f Abs. 1 Nr. 1 StGB widerruft das Gericht die Strafaussetzung dann, wenn die verurteilte Person in der Bewährungszeit eine Straftat begeht und dadurch zeigt, dass die Erwartung, die der Strafaussetzung zugrunde lag, sich nicht erfüllt hat. Diese Erwartung ist in § 56 Abs. 1 StGB dargestellt, nach dem das Gericht die Vollstreckung der Strafe zur Bewährung aussetzt, wenn zu erwarten ist, dass der Verurteilte sich schon die Verurteilung zur Warnung dienen lässt und künftig auch ohne die Einwirkung des Strafvollzugs keine Straftaten mehr begehen wird. In Ihrem Fall wurde eine einschlägige Straftat während der Bewährungszeit begangen. Dies zudem auch noch sehr kurze Zeit nachdem Sie zuletzt verurteilt und die Strafe zur Bewährung ausgesetzt wurde. Dies wird sich auf die Beurteilung des Gerichts negativ auswirken, ebenso wie die Tatsache, dass sie wegen Diebstahls offenbar auch zuvor schon mehrfach vorbestraft sind. Dennoch ist auch in Ihrem Fall ein Widerruf der Strafaussetzung nicht zwingend. Gemäß § 56f Abs. 2 StGB sieht das Gericht nämlich dann von einem Widerruf ab, wenn es ausreicht, weitere Auflagen oder Weisungen zu erteilen, insbesondere die verurteilte Person einer Bewährungshelferin oder einem Bewährungshelfer zu unterstellen, oder die Bewährung- oder Unterstellungszeit zu verlängern.

Um das Gericht davon zu überzeugen, dass in Ihrem Fall ein Widerruf nicht notwendig ist, sollten Sie die sich von Ihnen beschriebenen, inzwischen für Sie im positiven Sinne geänderten Lebensumstände, darstellen und darlegen, dass Ihrerseits aufgrund dieser neuen Lebensplanung keine weiteren Straftaten zu erwarten sind. Ob Ihnen das Gericht diesbezüglich Glauben schenkt, kann jedoch naturgemäß nicht beurteilt werden. Zudem sollten sie, wenn bei Ihrer letzten Tat ein Schaden entstanden sein sollte, sich darum bemühen, diesen wieder gut zu machen – und sei es auch nur in Form von Ratenzahlungen. Wichtig ist außerdem, Reue für Ihre Taten zu zeigen.

Ferner ist Ihnen dringend zu raten, einen Kollegen vor Ort zu beauftragen. Dieser kann Akteneinsicht nehmen und sie danach weitaus umfassender Beraten, als dies ohne genaue Kenntnis der Sachlage und der Akte möglich ist. Aufgrund der Tatsache, dass Ihnen eine Freiheitsstrafe und Widerruf der Bewährung drohen könnte, ist in Ihrem Fall möglicherweise die Beiordnung eines Kollegen als Pflichtverteidiger möglich. Diese Möglichkeit sie mit einem Kollegen vor Ort besprechen.

Mit freundlichen Grüßen

Christian Hemmer
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 16.08.2007 | 12:00

Vielen Dank für die beantwortete Fragen,aber auf die Frage ob ich mit eine europäische Haftbefehl zu erwarten habe,falls ich mich einfach ins Ausland flüchte noch offen.Oder kann ich nach vielen Jahren zurück nach Deutschland,wenn die Möglichkeit besteht,dass mein Fall verjähren wird?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 16.08.2007 | 12:47

Sehr geehrte(r) Fragesteller(in),

Ihre Nachfrage ist wie folgt zu beantworten:

Ein internationaler Haftbefehl ist ein national ausgestellter Haftbefehl, der einen Auslieferungsantrag für die Fälle der Festnahme im Ausland beinhaltet. In Ihrem Fall waere die Ausstellung eines solchen Haftbefehls möglich. Es kann jedoch nicht vorausgesagt werden, in welchem Umfang in Ihrem Fall eine Fahndung erfolgen würde. Angesichts der Tatsache, dass es sich bei der hier in Rede stehenden Straftat eher um ein geringeres Vergehen handelt, ist wohl eher von einer Fahndung in geringerem Ausmaß auszugehen und daher wohl eher nicht von einem internationalen Haftbefehl.

Wie bereits dargestellt, rate ich Ihnen jedoch, sich einen Kollegen vor Ort zu suchen, der Ihre Verteidigung übernehmen kann. Mit diesem kann nach Akteneinsicht erörtert werden, wie am besten darauf hingewirkt werden kann, dass das Gericht von einem Widerruf der Bewaehrung absieht. Natürlich dürfen Sie sich in der Zwischenzeit keine weiteren Verfehlungen zu Schulden kommen lassen. Dies ist dringende Voraussetzung, um dem Gericht eine positive Prognose zu ermöglichen.

Mit freundlichen Grüßen

Christian Hemmer
Rechtsanwalt

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