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Diebstahl und Hehlerei

09.05.2009 14:38 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Tanja Stiller


Hallo,
mein Freund hat lange Jahre als Führungskraft in einem Bekleidungshaus gearbeitet, aber auch immer wieder Kleidungsstücke unberechtigt mitgenommen und bei ebay verkauft.
jetzt ist alles aufgeflogen und er ist natürlich dementprechend fertig. er ist nicht vorbestraft und tat dies nur aufgrund hoher schulden usw.
meine frage: wie ermittelt jetzt die staasanwaltschaft? wird das konto bei der bank "gefilzt"? und mit welcher strafe muss er rechnen?
Vielen Dank für eine schnelle Antwort

Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für die Einstellung Ihrer Frage.

Zuerst möchte ich Sie daraufhin weisen, dass dieses Forum lediglich eine erste rechtliche Orientierung bieten soll, die in keinem Fall die Beratung durch eine Kollegin/ einen Kollegen vor Ort ersetzen kann.
Durch Hinzufügen oder Weglassen von Sachverhaltsangaben kann die rechtliche Beurteilung komplett anders ausfallen und somit zu einem anderen Ergebnis führen.

Ihre Frage beantworte ich aufgrund, der von Ihnen erhaltenen Angaben und dem eingesetzten Betrag wie folgt:

Der DIEBSTAHL ist in § 242 StGB geregelt.
Gemäß § 242 Abs.1 StGB wird mit Freiheitsstrafe bis zu 5 Jahren oder mit Geldstrafe bestraft, wer eine fremde bewegliche Sache einem anderen in der Absicht wegnimmt, die Sache sich oder einem Dritten rechtswidrig zuzueignen.

Die Hehlerei ist in § 259 StGB normiert.
Nach Abs.1 dieser Vorschrift wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft, wer eine Sache, die ein ANDERER gestohlen oder sonst durch eine gegen fremdes Vermögen gerichtete rechtswidrige Tat erlangt hat, ankauft oder sonst sich oder einem Dritten verschafft, sie absetzt oder absetzen hilft, um sich oder einen Dritten zu bereichern.

Im Ergebnis bedeutet dies, dass der „ Hehler kein Stehler ist“.
Wenn Ihr Freund die Sachen selbst gestohlen hat und später bei Ebay verkauft hat, ist das keine Hehlerei.
Voraussetzung für die Hehlerei ist, dass eine ANDERE Person die Sache gestohlen hat.
Also die Vortat muss hier von einem anderen begangen worden sein.

Bezüglich Ihrer Anfrage, mit welcher Strafe Ihr Freund zu rechnen hat, ist folgendes auszuführen:
Ohne vorherige Akteneinsicht kann eine seriöse Einschätzung nicht erfolgen.
Ihr Freund sollte daher DRINGEND einen Anwalt vor Ort aufsuchen, der Akteneinsicht nimmt und später eventuell eine schriftliche Einlassung für Ihren Freund abgibt.
Ihr Freund sollte auch auf jeden Fall vorerst KEINE Aussage machen, denn er könnte sich durch seine Aussage nur noch weiter selbst belasten und damit die Sache nur noch unnötig verschlimmern.
Die zu erwartende Strafe hängt unter anderem von dem verursachte Schaden ab, d.h. um so mehr gestohlen wurde, um so höher wird die Strafe ausfallen.

Wenn die Staatsanwaltschaft Anhaltspunkte dafür hat, dass eventuell noch Diebesgut bei Ihrem Freund zu finden ist, wird sie eventuell eine Hausdurchsuchung anordnen lassen.
Gemäß § 102 StPO kann bei dem, welcher als Täter oder Teilnehmer einer Straftat oder der Begünstigung, Strafvereitelung oder Hehlerei verdächtig ist, eine Durchsuchung der Wohnung und anderer Räume sowie seiner Person und der ihm gehörenden Sachen sowohl zum Zweck seiner Ergreifung als auch dann vorgenommen werden, wenn zu vermuten ist, dass die Durchsuchung zur Auffindung von Beweismitteln führen werde.
Für die Anordnung der Hausdurchsuchung ist gemäß § 105 StPO der Richter zuständig.
Darüberhinaus können auch Finanzermittlungen bei der Bank angestellt werden.

Ich hoffe, dass ich Ihnen weiterhelfen und eine erste rechtliche Orientierung bieten konnte.

Mit freundlichen Grüßen


Tanja Stiller
Rechtsanwältin




Nachfrage vom Fragesteller 09.05.2009 | 16:10

vielen dank schonmal dafür.
der schaden der entwendeten teile betrug in etwa einen verkaufswert von 10000 euro.
es wurde auch erwähnt das es zivilrechtlich auch eine klage geben wird, was bedeutet das?
vielen dank!!

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 09.05.2009 | 18:22

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Nachfrage beantworte ich natürlich gern.

Auf dem Zivilrechtsweg wird der Geschädigte den entstandenen Schaden (hier etwa 10.000 EUR) von Ihrem Freund zurückfordern, d.h. man wird den Wert der Ware, die Ihr Freund gestohlen hat,einfordern.
Sie sollten unbedingt einen Anwalt vor Ort einschalten.
Das zivilrechtliche Verfahren ist getrennt von dem strafrechtlichen Verfahren zu sehen.
Es wird also zwei Prozesse geben.

Ich hoffe, ich konnte Ihre Nachfrage beantworten und verbleibe

mit freundlichen Grüßen

Tanja Stiller
Rechtsanwältin

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