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Diebstahl und Falschaussage


30.05.2006 11:55 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht



Sehr geehrte Anwältin, sehr geehrter Anwalt, meine Tochter und ihre Freundin waren shoppen. Die Freundin wurde bei einem Ladendiebstahl (Wert 150,-Euro) gestellt und hatte Sachen aus einem anderen Geschäft (Wert 35,-Euro) dabei. Diese wurden vom Geschäft ebenfalls als gestohlen angegeben. Meine Tochter machte bei der Polizei als Zeugin die falsche Aussage, dass ihre Freundin die 35-Euro-Ware bezahlt und sie selbst den Beleg weggeworfen hat. Bei der Vernehmung kam heraus, die Freundin hat die Ware eingesteckt, meine Tochter war beteiligt. An dem Diebstahl über 150,- Euro war sie nicht beteiligt. Es wurde ein Beschuldigtenprotokoll angefertigt. Mir wurde gesagt, dass die Unterlagen nun zur Staatsanwaltschaft gehen.
Meine Tochter ist 15 Jahre und nicht vorbestraft oder bei der Polizei registriert.
Mit welcher Strafe muß meine Tochter jetzt rechnen, da sie den Diebstahl mitbegangen hat und zusätzlich falsch bei der Polizei ausgesagt hat?
Mit freundlichen Grüßen

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Sehr geehrte Fragestellerin,
sehr geehrter Fragesteller,

im Rahmen einer Erstberatung nehme ich zu dem von Ihnen geschilderten Sachverhalt gerne Stellung.

Ihrer Sachverhaltsschilderung entnehme ich, dass Ihre Tochter bei der Polizei falsche Angaben gemacht, um u.a. eine eigene Bestrafung zu verhindern. Dieses Verhalten ist nicht strafbar.

Es handelt sich hierbei weder um eine falsche uneidliche noch um eine falsche eidliche Aussage. Da diese vor der Polizei nicht möglich ist. Ebenso liegt keine Strafvereitelung vor, da Ihre Tochter die falschen Angaben gemacht hat, um auch einer eigenen Bestrafung zu entgehen.

Ihre Tochter gilt im Sinne des Strafrechts als Jugendliche, da sie zum Tatzeitpunkt erst 15 Jahre alt war. Es ist hier das deutlich mildere Jugendstrafrecht anzuwenden. Aufgrund des geringen Wertes des Diebesgutes und der Tatsache, dass Ihre Tochter bislang polizeilich noch nicht in Erscheinung getreten ist, bestehen gute Chancen, dass das Verfahren eingestellt wird. Es kommt damit zu keiner Verurteilung und auch keiner Strafe.

Ansonsten ist mit einer sehr geringen Strafe, wie z.B. Sozialstunden zu rechnen.

Mit freundlichen Grüßen,

Rechtsanwalt Torben Hoffmann
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