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Diebstahl oder schon Raub?

11.03.2019 16:30 |
Preis: 30,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von


19:14
Ich bin 27 Jahre alt und hatte nie was mit der Polizei zu tun, keine Vorstrafen usw.

Ich habe in einem Elektronik Geschäft 2 PS4 Spiele im Wert von 120€ geklaut.
Dabei bin ich einfach mit den Waren raus gegangen, ich hatte eine Sporttasche in der einen, und die Waren in der anderen Hand, ich wurde dann nach dem ich den Laden verlassen habe, von einem Mitarbeiter angesprochen, daraufhin bin ich panisch geworden und weggerannt.
Der Mitarbeiter hat meine Sporttasche festgehalten, ich habe diese und die Ware fallen gelassen und bin weggerannt, ich konnte nicht gefasst werden, ich weiß nicht ob der Mitarbeiter noch hinterher gelaufen ist.

In der Sporttasche befand sich eine auf mich personalisierte Rabatt Karte eines Geschäftes, von dem Geschäft habe ich auch schon eine E-Mail erhalten, dass die Polizei Kontakt mit ihnen aufgenommen hat und die Karte gesperrt wurde. Ansonsten war in der Tasche nichts, das auf meine Person Aufschluss geben könnte.

1. Kann das schon räuberischer Diebstahl sein?

2. Ich bin mir nicht sicher, falls es kein Raub ist, ob sich ein Strafverteidiger finanziell lohnt, wüsste ich, dass ich auf Grund der Beweislage, keine Chance habe einer Verurteilung zu entgehen, würde ich die Tat gestehen und mich beim Geschäftsführer entschuldigen.
Ich wurde sicher nur von dem einen Mitarbeiter richtig gesehen, er könnte mich vor Gericht auch sicher identifizieren, was ist wenn ich die Tat einfach leugnen würde? Es wäre Aussage gegen Aussage, würde man dann die Kamera Aufnahmen aus dem Geschäft hinzunehmen, bzw. reichen diese für eine Verurteilung aus? Es kann ja theoretisch jemand sein der nur so aussieht wie ich oder?

3. Ich befürchte, dass auf Grund der vielen Beweise, die gegen mich zusammen kommen (Rabatt Karte, Kamera Aufnahmen, Mitarbeiter Aussage), es keinen Sinn macht zu versuchen hier noch irgendwie rauszukommen.
Mir ist klar, dass dies nur durch Akteneinsicht genau gesagt werden kann, nur können Sie hier evtl. grob aus Erfahrung sagen, wie hoch die Chancen für mich sind?
11.03.2019 | 17:58

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

1. Grundsätzlich haben sie weder Gewalt noch Drohung eingesetzt, um sich im Besitz des Diebesguts zu halten ( räuberischer Diebstahl) oder um die Sachen überhaupt an sich zu nehmen (Raub). Insofern liegen nach ihrer Schilderung weder der räuberische Diebstahl noch ein Raub vor. Es kommt allenfalls ein Diebstahl nach § 242 StGB in Betracht.

Fazit 1: Raub und räuberischer Diebstahl liegen nicht vor.

Dieser ist ein Vergehen und wird mit Freiheiststrafe bis zu 5 Jahren oder Geldstrafe bestraft. Bei einem Ersttäter bleibt es oftmals bei einer geringen Geldstrafe. Ein Verteidiger kann- auch bei erdrückender Beweislage oftmals eine Einstellung gegen Auflage erwirken, die Auflage kostet meiste einige 100 € , die Strafverteidigung kostet zwischen 750 und 1000 €.

2. Ein Strafverteidiger kostet sicherlich Geld, aber er kann auch , wenn die Tat sicher beweisbar ist, nicht selten eine Einstellung gegen Geldauflage oder wegen Geringfügigkeit erreichen. Dies hat den Vorteil , dass keinerlei Einträge im BZR erfolgen und man weiterhin auch bei erweiterten Anfragen keine Einträge im Führungszeugnis befürchten muss. Ob sich der Verteidiger auch finanziell lohnt, ist natürlich Ansichtssache, grundsätzlich ist jedoch die Hilfe durch einen Strafverteidiger stets erfolgversprechender als eine eigene Verteidigung, auch wenn ein Geständnis und eine Entschuldigung hier ein Schritt in die korrekte Richtung sind.

In Anbetracht von Zeugen und Kameras halte ich ein Leugnen der tat für nicht angezeigt, da dies einer milden Strafe im Weg stehen kann. Selbstverständlich können Kameraaufzeichnungen, die personalisierte Rabattkarte und die Zeugenaussage des Mitarbeiters verwertet werden. Hier spricht auch viel dafür dass sie korrekt anhand des Videsos, ihrer Karte und der Aussage identifiziert werden. Dann zu behaupten, es könnte jemand anderes gewesen sein, halte ich für eine verfehlte Strategie. Einen Freispruch halte ich also für nicht erfolgreich verhandelbar. Um so wichtiger ist hier die anderen Einstellungsmöglichkeiten ( §§ 153a , 153 StPO ) auszuschöpfen, um für sie das Beste Ergebnis zu erzielen.

Ein Verteidiger lohnt sich also vor allem, um eine Einstellung zu erzielen und so jeglichen Einträgen zu entgehen.

3. Da sie Ersttäter sind, ist eine Einstellung gegen Geldauflage sehr wahrscheinlich. Aber auch eine Einstellung wegen Geringfügigkeit, ist eventuell noch erzielbar, da niemand ernsthaft zu Schaden gekommen ist und sie die Beute gleich fallen gelassen haben. Aber wie sie sagen, eine genaue Beurteilung geht erst nach Akteneinsicht. Sollte es tatsächlich zu einer Verurteilung kommen, kann ein Strafverteidiger die Möglichkeiten der Strafbemessung voll ausschöpfen, um den Strafrahmen zu ihren Gunsten zu beeinflussen, wobei ich ohnehin -und ohne Aktenkenntnis- nur von einer kleinen Geldstrafe unter 90 Tagessätzen ausgehe.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwältin Doreen Prochnow

Nachfrage vom Fragesteller 11.03.2019 | 18:43

Danke für die ausführliche Antwort.

Kann es sich negativ auf die Strafe auswirken, dass ich die Tat noch nicht bei der Polizei gestanden habe?
Ich werde mich wohl an einen Strafverteidiger wenden, sollte ich lieber so lange nichts tun? Man hört ja immer, man solle nicht mit der Polizei reden.

Mich als Laien interessiert natürlich, wie hoch die Wahrscheinlichkeit in diesem Fall ungefähr ist, dass ein Strafverteidiger die Einstellung erzielt.
Können Sie ungefähr sagen wie dies bei ähnlichen Fällen normalerweise ausgeht?
Mit "Einstellung gegen Geldauflage" meinen Sie das Zahlen von Tagessätzen oder? Dann würde es nicht zu einer Verhandlung kommen, zu der ich erscheinen müsste richtig?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 11.03.2019 | 19:14

Lieber Fragesteller,

in der Regel hat es keine negative Auswirkung , wenn sie die Tat nicht schon bei der Polizei einräumen. Hier gilt in der Tat, dass alles was sie sagen die Arbeit eines Verteidigers erschweren kann, ohne dass es negative Auswirkungen hat, wenn sie schweigen. Insofern sollten sie bis ihre Verteidiger die Akteneinsicht eiongeholt hat wirklich nichts sagen.

Zu ihrer weiteren Frage- wie hoch die Wahrscheinlichkeit einer Einstellung ist- kann ich nichts sagen. Bei meinen Fällen klappt es fast immer, eine Einstellung zu erwirken, nur einmal wurde eine kleine Strafe ( 30 Tagessätze) per Strafbefehl ausgeurteilt. Also eine Einstellung ist meines Erachtens und nach ihren Angaben sehr wahrscheinlich, ansonsten wird ein Verteidiger aber zumindest einiges tun können, um das Strafmaß gering zu halten. Aber ich kann ohne Kenntnis des Falls dazu wenig sagen, da dies natürlich auch von den Fähigkeiten des beauftragten Verteidigers abhängt.

Eine Einstellung gegen Auflagen wird nicht in Tagessätzen bemessen, sondern hier wird ein Betrag xy gezahlt. Es geht weder um eine Geldbuße noch um eine Strafe, sondern mehr um eine Art Vergleich, damit nicht weiter ermittelt wird. Eine Einstellung kann oft im Ermittlungs - oder Zwischenverfahren "ausgedealt" werden, so dass hier kein Urteil ergeht, weil es zu keiner Verhandlung kommt.
Eine Bemessung nach Tagessätzen setzt eine Verurteilung voraus. Auch ein Strafbefehl kommt ohne Verhandlung zu Stande, er ist aber eben eine Art Urteil mit ausgesprochener Strafe. Dies kann akzeptiert oder Einspruch eingelegt werden, so dass es dann zur mündlichen Verhandlung kommt.

Ein Verteidiger kann in ihrem Fall- aus meiner Sicht mit guten Chancen- also eine Einstellung probieren, oder zumindest versuchen einen für sie günstigen Strafbefehl zu erwirken.

Da in ihrem Fall gute Chancen bestehen, dass Verfahren ausschließlich schriftlich (schriftliche Einlassung mit Anregung der Einstellung bzw. eines Strafbefehls - je nach Aktenlage) stattfindet, stehe auch ich ihnen unter meinen Profildaten gern zur Verfügung.

mit freundlichen Grüßen

Doreen Prochnow

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