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Diebstahl in einer Wohnung


| 29.12.2007 12:14 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Tanja Stiller



Schönen guten Tag,
anfang diesen Monats waren ein Freund von mir und ich nach einem Discobesuch in einer Wohnung mit 2 Mädels.
Wir beide waren sturzbetrunken(!), wobei das allerdings keine Entschuldigung für das Geschehene sein soll.
Am nächsten Tag gegen Abend, schrieb mich eine der bestohlenen Personen an und klärte mich über den Sachverhalt auf. Ich konnte mich jedoch - und das ist mein Ernst - an nichts mehr erinnern, ausser das wir mit dem Taxi nach Hause gefahren sind. Allerdings waren wir die Einzigen, die zu der Zeit mit den Mädels dort waren, nach Aussagen derer.
Wir sollen ein Mobiltelefon und eine Digitalcamera entwendet haben.
Eine Anzeige wurde bereits aufgegeben und eine Vorladung zur Polizei habe ich heute erhalten.
Nun stellt sich mir die Frage, was passieren kann bzw. mit welchen Konsequenzen ich/wir zu rechnen haben. Wie soll ich mich bei der Polizei verhalten?
Dies ist meine erste Anzeige, zuvor bin ich noch nie negativ aufgefallen.
Dazu ist evtl. noch zu sagen, dass ich im kommenden Jahr mein Studium beginnen werde und zur Zeit nicht arbeite, also kein eigenes Einkommen habe.

Vielen Dank bereits im Vorraus

Gast1003

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Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für die Einstellung Ihrer Frage.

Zuerst möchte ich Sie daraufhin weisen, dass dieses Forum lediglich eine erste rechtliche Orientierung bieten soll, die in keinem Fall die Beratung durch eine Kollegin/ einen Kollegen vor Ort ersetzen kann.
Durch Hinzufügen oder Weglassen von Sachverhaltsangaben kann die rechtliche Beurteilung komplett anders ausfallen und somit zu einem anderen Ergebnis führen.

Ihre Frage beantworte ich aufgrund, der von Ihnen erhaltenen Angaben und dem eingesetzten Betrag wie folgt:

Gemäß § 242 StGB ist Diebstahl unter Strafe gestellt.
Nach dieser Vorschrift wird mit Freiheitsstrafe bis zu 5 Jahren oder mit Geldstrafe bestraft, wer eine fremde bewegliche Sache einem anderen in der Absicht wegnimmt, die Sache sich oder einem Dritten rechtswidrig zuzueignen.

Da Sie nicht vorbestraft sind, denke ich, dass Sie eine Geldstrafe zu erwarten haben.
Die Höhe der Geldstrafe richtet sich nach der Tagessatzhöhe und der Anzahl der Tagessätze.
Die Höhe der Tagesssätze errechnet sich aus Ihrem Nettoeinkommen geteilt durch 30.
Die Anzahl der Tagessätze kann nur geschätzt werden. Diese Einschätzung kann aber erst nach Akteneinsicht erfolgen.

Zu einer Beschuldigtenvernehmung bei der Polizei müssen Sie weder erscheinen noch müssen Sie eine Aussage machen.

Meines Erachtens sollten Sie auch vorerst KEINE Stellungnahme/ Einlassung abgeben.
Sie sollten vor Einlassung eine Anwältin/ einen Anwalt vor Ort aufsuchen und damit beauftragen erst einmal AKTENEINSICHT zu beantragen.
Denn ohne Akteneinsicht sollte nie eine Einlassung erfolgen. Der Beschuldigte könnte sich nämlich weiter belasten.
Die/der Anwältin/ Anwalt kann nach Akteneinsicht entscheiden, ob eine Einlassung Ihrerseits erfolgt oder nicht.

Bemühen Sie sich also um einen Termin bei einer/einem Kollegin/ Kollegen vor Ort, die/der dann alles weitere veranlassen und gegebenenfalls weitere Schritte einleiten wird.
Am Besten noch VOR dem Vernehmungstermin.

Falls dies terminlich nicht mehr machbar sein sollte, sollten Sie bei der Polizei anrufen und der Höflichkeit halber den Vernehmungstermin absagen.
Sie sollten erklären, dass Sie eventuell später durch Ihre/Ihren Verteidigerin/ Verteidiger eine Einlassung abgeben werden.
Wenn Sie zum Termin einfach nicht erscheinen, hat dies zwar keine juristisch negativen Konsequenzen, jedoch mach dies kein „gutes Bild“.


Ich hoffe, dass ich Ihnen weiterhelfen und eine erste rechtliche Orientierung bieten konnte.

Mit freundlichen Grüßen

Tanja Stiller
Rechtsanwältin


Nachfrage vom Fragesteller 29.12.2007 | 14:12

So weit so gut. Danke Ihnen dafür schon einmal herzlichst.
In Anbetracht der Tatsache, dass "nur" ein Mobiltelefon und eine Digicam gestohlen worden sind, kann die Geldstrafe doch im Prinzip nicht allzu hoch ausfallen, oder irre ich da?
Und kann es nicht sogar sein, dass die Anzeige wegen Mangels an Beweisen (Ich kenn mich zwar nicht aus, aber ist die Tatsache, das jmd behauptet wir wären dort gewesen und hätten die Dinge entwendet schon ausreichend?) fallen gelassen wird?
Desweiteren frage ich mich, ob aufgrund des übermäßigen Alkoholkonsums überhaupt eine volle Schuldfähigkeit vorliegt?
Mit freundlichem Gruß
Gast1003

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 29.12.2007 | 14:44

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Nachfrage beantworte ich natürlich gern.

Nach § 40 StGB beträgt die Anzahl der Tagessätze mindestens 5 und höchstens 360.
Die Anzahl der Tagessätze setzt das GERICHT fest und hängt von der SCHULD des Täters ab.
Wie bereits oben gesagt, kann OHNE AKTENEINSICHT eine Schätzung nicht seriös abgegeben werden.

Natürlich besteht die Möglichkeit, dass das Ermittlungserfahren gegen Sie eingestellt wird. Dies liegt im Ermessen des zuständigen Staatsanwalts.
Eine Einstellung augrund Fehlen hinreichenden Tatverdachts halte ich nicht für realistisch, da Sie von den beiden Mädchen (= angeblich Geschädigte) angezeigt wurden und diese als ZEUGEN auftreten.

Ob Schuldfähigkeit nach Alkoholkonsum vorliegt, hängt von der Höhe der Blutalkoholkonzentration zum Zeitpunkt der Tatbegehung ab.
Danach kommt i.d.R. bei BAK-Werten ab 3,0 Promille SCHULDUNFÄHIGKEIT und ab 2,0 Promille VERMINDERTE SCHULDUNFÄHIGKEIT in Betracht.

Ich hoffe, ich konnte Ihre Nachfrage beantworten und verbleibe

mit freundlichen Grüßen

Tanja Stiller
Rechtsanwältin

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