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Diebstahl im Hotelzimmer in Thailand


28.11.2017 16:13 |
Preis: 80,00 € |

Reiserecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Sehr geehrte Damen und Herren

wir sind während unseres 5tägigen Aufenthalts in einem Hotel auf der Insel Ko Samui (Thailand) im Zimmer beklaut worden.
Der Poolboy, welcher sich einen Schlüssel besorgt hatte, ist ins Zimmer reingangen und hat Rolex Uhr, Sonnebrillen, Ohrringe und Geld geklaut, welches im Zimmer rumlag (nicht im Safe). Wir konnten alles auf Kamera aufnehmen.
Er hat dies an drei aufeinanderfolgenden Tagen getan und am dritten tag hatten wir eine Kamera aufgestellt.
Die Reise hat 2400€ gekostet. Wir befinden uns noch im Hotel.
Polizei wurde eingeschaltet und Täter ist im Gefängnis.

Was können wir an Schadensersatz fordern? Wer übernimmt die Kosten für die geklauten Sachen?

Hotel will dass wir eine Verschwiegenheitserklärung bzgl. Medien etc für diese Sache unterschreiben.
28.11.2017 | 16:54

Antwort

von


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Vielen Dank für die gestellte Frage.

Zunächst möchte ich Sie darüber aufklären, dass ein Diebstahl im Urlaub keinen Reisemangel darstellt.

Ein Diebstahl stellt in der Regel keinen Reisemangel dar, der zur Minderung des Reisepreises führen könnte.

-OLG Düsseldorf 18 U 193/02-

Selbst der Diebstahl aus einem Safe im Zimmer eines Hotels ist kein Reisemangel, nach Ansicht der Richter gehöre er vielmehr zum allgemeinen Lebensrisiko, z.B. Amtsgericht München (Az.: 275 C 11538/15).

Leider kommt dazu, dass offenbar der Safe nicht verwendet worden ist- was im Rahmen der Fahrlässigkeit des Reisenden kritisch zu betrachten sein wird.

Es könnte sein, dass ihre Reiseversicherung den Schaden deckt, wenn Sie die Gegenstände zuvor pflichtgemäß angegeben und versichert haben, da eine Rolex kein typisches Reisegepäck darstellt. Auch hier müssten SIe noch den Erwerb und den Besitz der Sachen nachweisen, was bei den bereits geklauten Sachen schwer gehen wird.

Haftet das Hotel? Es ist so, dass das deutsche Recht in Thailand NICHT zur Anwendung kommen wird- auch wenn Ihnen hier der § 701 Abs. 1 BGB helfen würde. Hiernach muss der Gastwirt für alle Sachen aufkommen, die der Gast während der Beherbergung in das Hotel mitbringt, u.a. auch auf das mitgebrachte Bargeld. Der Schutz ist bei Eigenverursachung eingeschränkt- wobei die einzelnen Umstände tatsächlich aufgeklärt werden müsssten. Wie gesagt, es gilt jedoch thailändische Recht, so dass Ihnen über den Reiseveranstalter keine Ansprüche zustehen, gegen den Hotelbetreiber jedoch wohlmöglich teilweise nach thailändischem Recht.

Sie können daher richtiger Weise vom Hotel versuchen, Schadenersatz zu bekommen. Sie sollten sich daher hartnäckig zeigen, gegen die Unterschrift bei einer Verschwiegenheitserklärung sehe ich keine Bedenken, wenn man Ihnen eine angemessene Entschädigung zusagt- bitte schriftlich und vorher. Die Verschwiegenheit gilt natürlich nur Medien gegenüber und nicht hinsichtlich der Strafverfolgung des Täters.



Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen.
Ich kann hoffen, dass Ihnen das Hotel eine angemessene Kompensation anbietet.

Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Tamás Asthoff

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