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Diebstahl durch Lehrling


17.11.2006 15:10 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Ingo Bordasch



Hallo,
wir haben ein Augenoptik-Fachgeschäft und bilden seit 20 Jahren Lehrlinge aus, nun haben wir bemerkt, daß seit einiger Zeit unsere Wechselgeldkasse oft nicht mehr stimmt. Heute morgen haben meine Frau und ich die Geldscheine genau gezählt und wieder in die unverschlossenen Schreibtischschublade im Büro gelegt. Den Vormittag über war nur der Lehrling und ich anwesend und in der Mittagsspause bemerkten wir, dass 120,- Euro weniger in dem Umschlag sind. Nun die Fragen:
Müssen wir dem Lehrling beweisen, dass er das Geld gestohlen hat? Oder genügt es, wenn meine Frau und ich vesichern, dass 120,- Euro fehlen und sonst niemand da war, um es an sich zu bringen?
Falls wir es beweisen müssen, ist dann der Einbau einer versteckten Kamera erlaubt oder nötig?
Wie können wir die wahrscheinlich vom selbigen Lehrling schon in der Vergangenheit gestohlenen Gelder zurückbekommen?
Vielen Dank

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Sehr geehrter Fragesteller,

um das Geld von Ihrem Lehrling zurückzuerhalten müssen Sie, im Zweifel, ein Gericht davon überzeugen, dass er es genommen hat.

1.)
Dies kann durch Zeugen geschehen. Diese sind jedoch nach Ihrem Vortrag nicht vorhanden, da niemand gesehen hat wie das Geld wegkam.

2.)
Es ist allerdings auch eine Beweisführung anhand von Indizien möglich. Der Indizienbeweis ist dann überzeugungskräftig, wenn andere Schlüsse aus den Indiztatsachen ernstlich nicht in Betracht kommen.
Eine solche Schlußfolgerung wäre in Ihrem Fall nicht ausgeschlossen.

Jedoch könnte ein Gericht die Möglichkeit in Betracht ziehen Sie selbst hätten das Geld genommen. Was nach Ihrem Vortrag, von außen betrachtet, als nicht unmöglich erscheint. Dies würde wiederum den Indizienbeweis vereiteln.

Wie Sie sehen kommt es bei einem Indizienbeweis auf die genauen Begleitumstände an, die von hier, jedenfalls abschließend, nicht eingeschätzt werden können.

3.)
Der Einbau einer versteckten Kamera in Ihren Geschäftsräumen zur Überwachung Ihres Lehrlings kann zu Beweiszwecken erlaubt sein.
Das Bundesarbeitsgericht (BAG, Urteil vom 27. 3. 2003 - 2 AZR 51/02 ) hat bereits so entschieden:

Zitat:
"Die heimliche Videoüberwachung führt jedoch dann nicht zu einem Beweisverwertungsverbot [hier in einem Arbeitsprozess], wenn der konkrete Verdacht einer strafbaren Handlung oder einer anderen schweren Verfehlung zu Lasten des Arbeitgebers besteht, weniger einschneidende Mittel zur Aufklärung des Verdachts ausgeschöpft sind, die verdeckte Video-Überwachung praktisch das einzig verbleibende Mittel darstellt und insgesamt nicht unverhältnismäßig ist."
Zitat Ende

4.)
Das in der Vergangenheit weggekommene Geld werden Sie, aufgrund der fehlenden Beweisbarkeit der Wegnahme durch den Lehrling, wohl nicht zurückerhalten.

Ich hoffe, mit der Beantwortung Ihrer Anfrage, weitergeholfen zu haben.


Mit freundlichen Grüßen

Ingo Bordasch
Rechtsanwalt

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Fax.: 030 - 293 646 76
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