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Diebstahl beim Arbeitsgeber

27.12.2017 15:30 |
Preis: 25,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Sven Weichel


Guten Tag,

ich habe über Wochen bei meinem Arbeitgeber (Modegeschäft) falsche Umtausche von Waren die Kunden gekauft haben ausgeführt und mir das Geld in die eigene Tasche gesteckt. Die Schadenssumme beläuft sich auf 2700 Euro.
Ich bin 21 Jahre alt und bin vorher noch nicht straffällig geworden. Mein Arbeitgeber hat es herausbekommen, da er sich die von mir ausgestellten Quittungen nochmal genau angeguckt hat. Bei der zur Redestellung durch Ihn und zwei weiteren Mitarbeitern, wovon einer Protokoll geführt hat, leugnete ich die Tat erstmal und tat auf unwissend. Nun bin ich erstmal freigestellt und es wurde eine Strafanzeige über den oben genannten Betrag gestellt.

Mit welchem Strafmaß muss ich rechnen? Bereue die Tat, habe sie allerdings geleugnet.

lieben Dank schon mal im Voraus

mfg

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Sehr geehrter Fragesteller,
gerne beantworte ich Frage:

Sie müssen sich nicht selbst belasten. Daher kann es Ihnen nicht negativ angelastet werden, dass Sie den Tatvorwurf geleugnet haben. Dies ist Ihr gutes Recht! Keiner muss sich selbst einer Straftat bezichtigen.

Ob Sie wegen den Vorkommnissen bestraft werden hängt zunächst davon ab, ob Ihnen die Tat nachgewiesen werden kann. Keinesfalls sollten Sie voreilig ein Geständnis bei der Polizei ablegen. Es wäre insoweit ratsam, zunächst einmal Einsicht in die Ermittlungsakte zu nehmen um zu prüfen, ob die möglicherweise vorhandenen Beweismittel ausreichen, einen hinreichenden Tatverdacht zu begründen.

Soweit Ihnen die Tat nachgewiesen werden kann, wäre eine Einlassung sinnvoll. Man könnte insoweit versuchen darauf hinzuwirken, dass das Verfahren im Strafbefehlswege abgeschlossen wird. Dies wäre für Sie kostengünstiger als die Durchführung einer Hauptverhandlung. Eine weitere Möglichkeit bestünde darin, bei den Ermittlungsbehörden darauf hinzuwirken, dass das Verfahren gegen eine Auflage oder Weisung nach § 153a StPO eingestellt wird.

Welche Strafe Sie konkret zu erwarten haben, lässt sich nicht sicher prognostizieren. Dies hängt davon ab, wie schwer Ihre Schuld wiegt. Insoweit sind folgende Momente zu berücksichtigen (§ 46 StGB):

die Beweggründe und die Ziele des Täters, besonders auch rassistische, fremdenfeindliche oder sonstige menschenverachtende,
die Gesinnung, die aus der Tat spricht, und der bei der Tat aufgewendete Wille,
das Maß der Pflichtwidrigkeit,
die Art der Ausführung und die verschuldeten Auswirkungen der Tat,
das Vorleben des Täters, seine persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse sowie
sein Verhalten nach der Tat, besonders sein Bemühen, den Schaden wiedergutzumachen, sowie das Bemühen des Täters, einen Ausgleich mit dem Verletzten zu erreichen.

Da Sie Ersttäter sind, kommt hier eine Geldstrafe in Betracht, die 90 Tagessätze nicht überschreiten sollte. Ein Tagessatz entspricht 1/30 Ihres Nettoeinkommens.

Ich hoffe Ihnen einen ersten verständlichen Überblick gegeben zu haben.

Freundliche Grüße
Weichel
Rechtsanwalt


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