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Diebstahl aus dem Koffer - was tun?

13.11.2013 01:10 |
Preis: ***,00 € |

Reiserecht


Zusammenfassung:

Haftung der Airline für Beschädigungen oder Verlust von aufgegebenem Reisegepäck während des Zeitraums, in dem sich das Reisegepäck während der Obhut des Luftfrachtführers befand.

Hallo,
mein Mann und ich sind am Samstag (9.11.) aus unseren Flitterwochen aus Hawaii gekommen. Wir sind mit der American Airlines von Honolulu abgeflogen und hatten 2 Stopps, einmal in Los Angeles in den zweiten in London. Am Samstag Abend in München endlich angekommen, kam mein Koffer auf dem Gepäckband an, der meines Mannes jedoch nicht. Also gleich zum Gepäckschalter und Verlustmeldung aufgegeben. Die Mitarbeiterin versicherte uns er würde sicher am nächsten Tag auftauchen und wir bekommen einen Anruf. Gut der besagte Anruf kam erst 2 Tage später (Hauptsache aber er tauchte auf) da er offensichtlich doch nicht in London feststeckte sondern in Los Angeles. Wir bekamen den Koffer dann am Dienstag am späten Abend (12.11.). Sofort is aufgefallen dass das Schloß beschädigt ist und der Henkel ebenfalls abgerissen. Koffer geöffnet und darin befand sich ein TSA-Zettel, ok aber dieser Koffer hat ein TSA-Schloss! Der Koffer wurde jedoch gewaltsam geöffnet, das heißt dies ist ein Hartschalenkoffer mit Reißverschluss welcher ein Zahlenschloss am Koffer hat, an dem die Reißverschluss"Henkel" eingeklippt werden. Ist somit nur vom Zollbeamten zu öffnen. Haben extra diese Koffer gekauft um so mehr vor Diebstahl zu schützen. Jedoch wurden genau diese Reisverschluss"Henkel" einfach aufgeknackt (wohl wie ein fahrradschloss). Wir fragten uns ob des von TSA so zerstört wurde denn die hätten es ja mit dem TSA-Schlüssel problemlos öffnen können und es gab keinen Grund das Schloß zu zerstören. Naja soviel zur Beschädigung des Koffers. Es fehlten Gegenstände, eine Designerhandtasche von Michael Kors die ich auf Hawaii gekauft habe u ebenfalls eine Michael Kors Uhr (Quittungen liegen vor). Meine frage ist nun was wir unternehmen können?? Wohin sollen wir uns am besten wenden? Mit der Airline haben wir bereits telefoniert die uns nur sagte wir sollen eine Email schreiben, TSA sagte das selbe. Der entwendete Inhalt hat einen Wert von knapp 700$ (ca 515€) zudem der Koffer von ca 160€, der gerade mal ein gutes Jahr ist. Wie groß sind unsere Chancen dies von der Airline erstattet zu bekommen??
(Rechtschutzversicherzng haben wir, Reisegepäckversicherung müssen wir erst prüfen)

Vielen Dank!
MfG
R. R.

Sehr geehrte Ratssuchende,

gerne beantworte ich Ihre Frage aufgrund Ihrer Sachverhaltsschilderung wie folgt:

Vorliegend kommt eine Haftung der Fluggesellschaft für die Beschädigung sowie für den teilweisen Diebstahl aus Art. 17 Abs. 2 Montrealer Übereinkommen (MÜ) in Betracht. Die Haftung besteht grundsätzlich bei aufgegebenem Gepäck, wobei die Schadensereignisse an Bord des Luftfahrzeugs oder während eines Zeitraums eingetreten sein müssen, in dem sich das aufgegebene Reisegepäck in der Obhut des Luftfrachtführers befunden hat (Führich, Handbuch Reiserecht Rn 1090). Aufgegeben ist das Gepäck regelmäßig vom Check-In bis zur Entgegennahme am Gepäckband am Bestimmungsort (so u. a. AG Bad Homburg, Urteil vom 26.08.1997, Az.: 2 C 2694/93 ; AG Hamburg, Urteil vom 13.01.2009, Az.: 18b C 2/08 ).

Bei dem Schadensereignis muss es sich um keinen Unfall handeln; für eine Beschädigung reicht es aus, dass die Substanz des Koffers oder dessen Inhalts beeinträchtigt ist (Führich, Handbuch Reiserecht Rn 1089). Nach der Rechtsprechung stellt auch der teilweise Verlust des Inhalts eines Reisegepäcks seine Beschädigung dar (OLG Frankfurt, Urteil vom 09.01.2007, Az.: 8 U 184/06 ).

Die Haftung der Fluggesellschaft ist nach Art. 22 Abs. 2 MÜ für Zerstörung, Verlust, Beschädigung oder Verspätung von Reisegepäck auf einen Höchstbetrag von 1131 Sonderziehungsrechten (SZR) beschränkt. 1 SZR entspricht ca. 1,10 €, so dass sich ein Haftungshöchstbetrag in Höhe von ca. 1.200,00 € ergibt.

Die beschränkte Haftung gilt jedoch nach Art. 22 Abs. 5 MÜ ausnahmsweise nicht, wenn nachgewiesen wird, dass der Schaden leichtfertig oder absichtlich verursacht wurde. Die Airline haftet in vollem Umfang für den Verlust des Inhalts eines Koffers, wenn dieser in deren Obhutsbereich gewaltsam geöffnet wurde. Dabei obliegt es insoweit der Fluggesellschaft, den Beweis zu führen, dass die gewaltsame Öffnung des Koffers gerade nicht auf ihren Vorsatz bzw. ihre Leichtfertigkeit zurückzuführen ist (Führich, Handbuch Reiserecht Rn 1090).

Auf eine unbeschränkte Haftung dürfte es vorliegend wohl jedoch nicht ankommen, da sich Ihr Schaden nach Ihren Angaben im Rahmen der Haftungshöchstgrenze von 1131 SZR (= ca. 1.200,00 €) bewegt.

Bei Beschädigung des eingecheckten Gepäcks ist der Schaden gemäß Art. 31 Abs. 2 S. 1 MÜ spätestens innerhalb von 7 Tagen, nachdem der Schaden entdeckt wurde, gegenüber dem Luftfahrtunternehmen schriftlich anzuzeigen. Da die Rechtsprechung – wie oben ausgeführt – auch bei einem teilweisen Verlust des Inhalts eines Reisegepäckstücks von einer Beschädigung ausgeht, unterliegt dieser Teilverlust ebenfalls der Anzeigepflicht (OLG Frankfurt, Urteil vom 09.01.2007, Az.: 8 U 184/06 ).

Nach Ihren Angaben haben Sie am Flughafen zunächst eine Verlustanzeige gemacht, so dass ich davon ausgehe, dass die Airline über die Beschädigungen bzw. den Diebstahl noch nicht schriftlich (!) informiert wurde. Sie sollten die Beschädigungen / Diebstahl daher noch einmal umgehend schriftlich gegenüber der Airline anzeigen.

Sofern die Beschädigungen bzw. der Diebstahl während der Obhut der Airline erfolgte – was von hieraus derzeit nicht abschließend beurteilt werden kann – dürfte Ihnen ein Entschädigungsanspruch gegen die Fluggesellschaft zustehen.

Ich hoffe, Ihnen einen ersten Überblick verschafft zu haben. Sollten Sie die Durchsetzung Ihrer Ansprüche durch mich wünschen, stehe ich Ihnen hierfür jederzeit gerne zur Verfügung.

Ich weise abschließend darauf hin, dass es durch Hinzufügen und Weglassen wesentlicher Umstände im Sachverhalt durchaus zu einer komplett anderen rechtlichen Bewertung kommen kann.

Mit freundlichen Grüßen

Daniel Neubauer
Rechtsanwalt

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