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Diebstahl auf Hausparty

25.11.2012 22:20 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Christoph M. Huppertz


Hallo,
meine Tochter (15) hatte vorgestern abend die Erlaubnis, als mein Mann und ich unterwegs waren, sich zwei Freundinnen und zwei Freunde einzuladen. Leider tauchten auch nicht eingeladene Gäste auf (wahrscheinlich per SMS oder Facebook informiert), aber meine Tochter rief mich, bzw. meine Freundin nicht an, weil sie Angst hatte, Ärger zu bekommen.
Das ganze artete zu einer Hausparty (insgesamt 14 Jugendliche) aus, an dessen Ende ein Großteil meines Schmucks, eine externe Festplatte und ein original verpacktes IPhone 5 fehlten.
Ich habe bei der Polizei sofort Anzeige gegen unbekannt erstattet sowie eine Namensliste aller "Gäste" und eine Liste der gestohlenen Sachen zur Verfügung gestellt.
Meine Tochter und zwei Freunde hatten Angst und waren nicht in der Lage, die ungebetenen Gäste aus dem Haus zu entfernen. Diese haben es sich darauf hin hier im Haus "gemütlich" gemacht. Neben dem Diebstahl sind teilweise elektronische Sachen beschädigt und Räume massiv verunreinigt worden. Meine Frage: Sind die gestohlenen Sachen versicherungstechnisch abgesichert und habe ich gegen die uneingeladenen Gäste eine Handhabe wegen Sachbeschädigung o. ä.? Hinzu kommt, dass einer der Anwesenden einen anderen vor Zeugen mit einem Messer bedroht hat, der Streit aber geschlichtet wurde. Ich wäre Ihnen dankbar, wenn Sie mir auch hier mitteilen könnten, ob ich bei der Polizei eine Anzeige erstatten muss/kann. Wenn ungebetene Leute erscheinen und sich im Haus breit machen, handelt es sich dann um Hausfriedensbruch? Meine Tochter und ihre Freunde fühlten sich durch das Auftreten massiv eingeschüchtert.
Ich danke Ihnen für Ihre Antwort.

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Sehr geehrte Ratsuchende,

Ihre Fragen beantworte ich Ihnen unter Berücksichtigung Ihrer Schilderung und des gewählten Einsatzes im Rahmen einer Erstberatung gerne wie folgt.


Ein Hausfriedensbruch liegt vor, wenn jemand widerrechtlich eindringt oder trotz der Aufforderung, sich zu entfernen, verweilt, § 123 StGB.

Es ist aus Ihrer Darstellung nicht zu entnehmen, ob es eine solche Aufforderung gegeben hat, die nicht zum Erfolg geführt hat oder eine solche gar nicht stattgefunden hat. Die konkreten Umstände, wie die ungebetenen Gäste in Ihre Räume gekommen sind, sind Ihren Angaben ebenfalls nicht zu entnehmen.


In jedem Fall haben Diebstähle stattgefunden.


Eine Sachbeschädigung liegt vor, wenn die Substanz der Sache verletzt ist.

Hinsichtlich der Elektrogeräte wird diese Voraussetzung gegeben sein.

Bei den Verunreinigungen ist dies fraglich. Es kommt darauf an, ob und mit welchem Aufwand diese rückstandslos entfernt werden können. Graffitis sind z.B. seit einer Gesetzesänderung ebenfalls eine Sachbeschädigung.

Für eine endgültige Beurteilung müsste man alle Einzelheiten kennen.


Des Weiteren kommen - hinsichtlich des Messereinsatzes - eine Bedrohung und - sowohl diesbezüglich als auch wegen des Verhaltens insgesamt - eine Strafbarkeit wegen Nötigung in Betracht.


Der Polizei sollte der gesamte Sachverhalt bekannt gemacht werden. Welche Straftatbestände in Betracht kommen, hat die Staatsanwaltschaft zu prüfen.

Vorsorglich sollte Strafantrag wegen aller in Betracht kommender Delikte gestellt werden.

Sie erhalten dann auch eine Bescheinigung zur Vorlage bei Ihrer Versicherung.


Auf eine solche wird Ihre Hausratversicherung in der Regel bestehen.

Im Übrigen wird zu prüfen sein, ob Schutz nur gegen Einruchsdiebstahl besteht - der nicht stattgefunden hat - oder auch gegen den so genannten einfachen Diebstahl. Es kommt auf Ihren Versicherungsvertrag an.


Unabhängig davon haben Sie einen Schadensersatzanspruch gegen den Täter/die Täter.

Ich empfehle Ihnen, einen Anwalt einzuschalten. Dieser kann insbesondere Akteneinsicht nehmen. Dann kann nachvollzogen werden, welche Ermittlungen und Feststellungen erfolgen und welche Erfolgaussichten zur Durchsetzung Ihrer Ansprüche bestehen.


Ich hoffe, Ihnen geholfen und einen ersten Überblick verschafft zu haben. Eine Einzelfalltätigkeit kann und will dieser Beitrag natürlich nicht ersetzen.

Für Ihre Vertretung stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.


Nachfrage vom Fragesteller 26.11.2012 | 22:23

Hallo,
vielen Dank für Ihre Antwort. Heute haben sich zwei der Jungendlichen gemeldet, die rausgefunden hätten, wer die Dinge entwendet habe. Sie wollen keine Namen nennen und möchten die entwendeten Dinge morgen bringen.
Nun meine Frage: Könnte/sollte ich dann die Anzeige "zurück" nehmen und zivilrechtlich gegen die Verursacher vorgehen? Ich habe das Chatprotokoll meiner Tochter gesichert und werde es morgen dem Sachbearbeiter der Kripo übersenden.
Ich möchte betonen, dass es mir nicht um anwaltiche Kosten geht,
ich würde den zivilrechtlichen Prozess aus rein erzieherischen Gründe für meine Tochter erwägen, aber nur dann, wenn das überhaupt möglich ist.
Vielen Dank!

Nachfrage vom Fragesteller 26.11.2012 | 22:23

Hallo,
vielen Dank für Ihre Antwort. Heute haben sich zwei der Jungendlichen gemeldet, die rausgefunden hätten, wer die Dinge entwendet habe. Sie wollen keine Namen nennen und möchten die entwendeten Dinge morgen bringen.
Nun meine Frage: Könnte/sollte ich dann die Anzeige "zurück" nehmen und zivilrechtlich gegen die Verursacher vorgehen? Ich habe das Chatprotokoll meiner Tochter gesichert und werde es morgen dem Sachbearbeiter der Kripo übersenden.
Ich möchte betonen, dass es mir nicht um anwaltiche Kosten geht,
ich würde den zivilrechtlichen Prozess aus rein erzieherischen Gründe für meine Tochter erwägen, aber nur dann, wenn das überhaupt möglich ist.
Vielen Dank!

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 26.11.2012 | 22:44

Sehr geehrte Ratsuchende,

wenn die Staatsanwaltschaft Ermittlungen eingeleitet hat, entscheidet alleine sie, ob die Ermittlungen und das Verfahren weiter geführt werden. Sie können allenfalls den Strafantrag zurück nehmen bzw. nicht stellen. Aber die Staatsanwaltschaft hat das letzte Wort, ob ein öffentliches Interesse an der Strafverfolgung besteht.

Im Übrigen wäre ein Rückzieher von Ihnen im jetzigen Zeitpunkt nicht sinnvoll.

Falls Sie die Sachen zurückerhalten, haben Sie insoweit keinen Schaden mehr. Es bleiben aber die Beschädigungen und Verunreinigungen.

Um hier zivilrechtlich vorzugehen benötigen Sie die Namen der Verursacher. Daher ist es sinnvoll, dass das Strafverfahren weiter läuft. Denn gegenüber Polizei, Staatsanwaltschaft und Gericht können sich Zeugen/Mitwisser nicht darauf zurückziehen, dass sie die Namen lieber nicht nennen.

Nach deren Vernehmung/schriftlicher Aussage kann dann der Akte entnommen werden, ob der/die Verursacher festgestellt worden sind. Im Übrigen nehme ich auf meine Ausführungen oben Bezug.


Ich hoffe, geholfen zu haben. Für weitere Unterstützung können Sie sich gerne an mich wenden.


Mit freundlichem Gruß


-Huppertz-
Rechtsanwalt

Wilhelmstraße 9
52070 Aachen
0241/505592

www.anwalt-huppertz.de


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