Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.463
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Diebstahl aber kein Diebesgut gefunden


| 10.04.2006 15:42 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht



Hallo!

Ich bin mehrmals wegen Ladendiebstahl erwischt worden (Bagatelldiebstahl). Einmal jedoch wurde ich vor ca. 1 Jahr zu 30 Tagessätzen verurteilt.
Nun bin ich leider wieder Rückfällig geworden. Es wurde gem. § 242 Abs. 1 StGB ein Geldstrafe von 40 Tagessätzen vom Amtsgericht festgesetzt. Ich habe Widerspruch eingelegt, da ich sonst damit Vorbestraft wäre (bei 2 mal kurz hintereinander ist man auch unter 90 Tagessätzen Vorbestraft.)
Tatvorgang:
Ich habe eine Plastiksicherungbox mit einem dreifach gekrümmten Nagel geöffnet. Die Ware incl. Umverpackung ist rausgefallen und wurde von mir nicht aufgehoben! (Warenwert 29,95€, und die Umverpackung wurde nicht geöffnet und auch das Sicherungsetikett nicht entfernt!). Die Sicherungsbox habe ich dann unter einer Palette gelegt, was per Video Aufgezeichnung entdeckt wurde. Dann wurde ich vor der Kasse von den Detektiven abgefangen und ins Büro geführt. Hier wurde ich aufgefordert die Ware rauszurücken, was ich natürlich nicht konnte. Ich wurde erheblich unter Druck gesetzt. Zuerst war ich bereit gemeinsam mit den Detektiven die Ware zu suchen, ohne aber ein Schuldeingeständnis zu machen, was Sie aber ablehnten. Später zeigte mir einer der Detektiv einen Gegenstand im Wert von 300€ den ich angeblich gestohlen haben sollte, was aber nicht stimmte. Es wurde die Polizei geholt und eine Leibesvisitation durchgeführt, ohne Erfolg. Der angebliche Beweis wurde der Polizei nicht übergeben.
Der ganze beschriebene Vorgang hat ca. 1,5 Stunden gedauert. Sie haben während dieser Zeit ihre Videoaufnahmen geprüft und nichts gefunden.
Einige Tage später wurde ich dann von der Polizei vernommen, wobei ich dann erfahren habe, das die Herrn Detektive im Kassenbereich den angeblich gestohlenen Gegenstand im Wert von 300€ versteckt, gefunden hätten.
Die Polizei und ich waren zu dieser aber Zeit nicht mehr anwesend.

Ich meine das angeblich nachträgliche finden eines Gegenstandes kann doch kein Beweis sein? Zumal dieser auch nicht der Polizei übergeben wurde und somit auch z.B. keine Fingerabdrücke genommen wurden.
Die Verpackung in der Sicherungsbox wurde nicht geöffnet.
Der Gegenstand wurde auch nicht von mir eingesteckt.
Die Leibesvisitation der Polizei hat auch nichts ergeben.

Meine Frage ist nun ob es Sinn macht den von mir eingereichten Widerspruch aufrecht zu erhalten? Wie sind meine Aussichten einzuschätzen?

Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten
Sehr geehrte Fragestellerin,
sehr geehrter Fragesteller,

gerne will ich Ihre Anfrage beantworten.

Zunächst zu Ihrer Ansicht, dass man bei zweimal kurz hintereinander auch unter 90 Tagessätzen vorbestraft sei. Das ist nicht richtig. Erst ab 91 Tagessätzen wird der Eintrag im Zentralregister für jedermann zugänglich gespeichert und auch bei jedem Ausdruck mitgeteilt. Dabei spielt es keine Rolle, in welcher Frequenz die Eintragungen erfolgen.

Zu Ihrer Sachverhaltsschilderung: Man kann Ihnen keinen vollendeten Diebstahl vorwerfen. Sie haben nämlich keinen neuen Gewahrsam an der Sache begründet. Durch das Legen unter die Palette haben Sie dies auch nicht getan, denn auch dann befand sich der Gegenstand noch im Gewahrsam des Geschäfts. Jedoch könnte man Ihnen einen versuchten Diebstahl vorwerfen, wobei auch hierbei die Anklage durchaus auf wackeligen Füßen steht, da durchaus auch von einer straflosen Vorbereitungshandlung ausgegangen werden könnte.

Mit dem Gegenstand an der Kasse, dessen Diebstahl man Ihnen „unterschieben“ will, haben Sie in keinem Fall etwas zu tun. Hierbei aber ist fraglich, was die Zeugen bei der Polizei ausgesagt haben. Das ist von erheblicher Relevanz. Sollten diese Sie nämlich belastet haben, so wäre es natürlich schwer, deren Aussagen zu entkräften. Letztlich hilft hier nur ein Blick in die Ermittlungsakte, um alle diese Fragen erschöpfend beantworten zu können und Ihnen einen verbindlichen Rat geben zu können.

Nach Ihrer Sachverhaltsschilderung aber kann ich Ihnen, ohne die Ermittlungsakte zu kennen, eher den Rat geben, den Einspruch gegen den Strafbefehl weiter zu verfolgen. Eine letztendlich verbindliche Antwort ist insoweit aus der Ferne leider nicht möglich.

Ich hoffe, Ihre Frage beantwortet zu haben und verbleibe

mit freundlichen Grüßen

Jens O. Gräber
Rechtsanwalt


www.rechtsanwalt-graeber.de
info@rechtsanwalt-graeber.de

Nachfrage vom Fragesteller 10.04.2006 | 16:34

Hallo!

Die Detektive haben schriftlich in ihrem Bericht ausgesagt das sie nachdem ich das Geschäft verlassen habe, danach gesucht und es gefunden haben. Sie haben aber nicht gesehen wie es dahin gekommen ist.
Habe ich denn mit dem Benutzen des dreifach gebogenen Nagels eine Vorbereitungshandlung zu Diebstahl beganngen und damit unmittelbar zur Tatbestandsverwirklichung ansetzt?

Unter der Palette habe ich lediglich die die leere Plastiksicherungsbox deponiert. Nicht den Gegenstand mit der originalen Umverpackung!

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 12.04.2006 | 11:00

Sehr geehrter Fragesteller,

gerne will ich Ihre Nachfrage beantworten.

Wenn die Detektive wirklich ausgesagt haben, dass sie nicht gesehen haben, wie der Gegenstand dorthin gekommen ist, so liegt insofern kein direkter Beweis vor. Jedoch ist zum einen fraglich, ob das wirklich so in den Akten steht, zum anderen kann das Gericht auch indiziell auf Ihre Tatbegehung schließen. Es kommt nicht darauf an, wie der Ablauf wirklich war, sondern nur darauf, wie das Gericht ihn beurteilt. Wenn also deutliche Hinweise in der Akte auf Ihre Tatbegehung enthalten sind, so haben Sie es, auch wenn sich der Sachverhalt ganz anders abgespielt hat, schwer im Hinblick auf Ihre Verteidigung. Es hilft nur, wie schon ausgeführt, ein Blick in die Ermittlungsakten.

Zu Ihrer zweiten Frage: Ein unmittelbares Ansetzen ist eben gerade keine Vorbereitungshandlung. Mit dem unmittelbaren Ansetzen machen Sie sich schon wegen Versuches strafbar, eine Vorbereitungshandlung hingegen ist noch straflos.

Es sprechen sowohl Argumente dafür als auch solche dagegen, dass es sich nur um eine Vorbereitungshandlung handelte. Hier kommt es ganz erheblich auf die Argumentation auch in der Hauptverhandlung an. Die besseren Argumente aber sprechen für eine (straflose) Vorbereitungshandlung. Letztlich aber müsste der Richter davon überzeugt werden, dass Sie den Gegenstand tatsächlich nicht gestohlen haben. Hiervon ist er aber derzeit noch überzeugt. Argumentativ sollte also an den Aussagen der Detektive angesetzt werden, wobei dies insofern Schwierigkeiten bereitet, als dass Sie diese nicht genau kennen. Wenn Sie sich aber auf das, was Sie momentan wissen, verlassen möchten, so sollten Sie in der Verhandlung dort ansetzen. Akteinsicht bekämen Sie über einen Verteidiger.

Ich hoffe, Ihre Nachfrage beantwortet zu haben und verbleibe

mit freundlichen Grüßen

Jens O. Gräber
Rechtsanwalt


www.rechtsanwalt-graeber.de
info@rechtsanwalt-graeber.de

Bewertung des Fragestellers |


Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"Die Aussage erst ab dem 91 Tagessatz ist man Vorbestraft war Falsch!! Ab der 2 Verurteilung nach dem StGB gilt man unabh. von der Anzahl der Tagessätzen als vorbestraft. (noch genauer betrachtet sogar schon ab der ersten kleinen Geldstrafe) Das wurde mir vom Bundeszentralregister und andere Stellen Bestätigt!! Und glaubt jemand ersthaft das ein Arbeitgeber den feinen Unterschied zwischen juristischer und Umgänglicher Betrachtungsweise kennt? Zumal es ja auch im Führungszeugnis steht. siehe auch http://www.123recht.net/article.asp?a=2693&f=ratgeber_verfahrensrecht_vorstrafe&p=5
Asche über die Häupter einiger anderer Anwälte in diesem Forum.

Ansonsten konnte ich etwas mit dem Ratschlägen anfangen. Und ich wurde bestärkt das finanziele Risiko einzugehen (AGLII)
"
FRAGESTELLER 3/5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60176 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Kompetent und verständlich besten Dank ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Besten Dank!!! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Vielen herzlichen Dank für die ausführliche Beantwortung meiner Frage! ...
FRAGESTELLER