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Diebstahl / Unterschlagung

01.10.2008 12:41 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Jens Jeromin


Guten Tag,
ich bin freie Mitarbeiterin bei einem Automatenaufsteller. Es werden mit interessierten Kunden, die einen Aufstellplatz zur Verfügung stellen können (Hauswand, Zaun etc.) Vereinbarungen abgeschlossen, die eine Provisionsvergütung beinhalten. Es handelt sich um kleine Süsswarenautomaten verschiedener Größen.
Nun wurde ein Haus, an dem 2 Automatengehäuse montiert sind, erst zwecks Renovierung, dann zur Bewohnung weiterverkauft. Der Automatenaufsteller wurde nicht informiert, der Hausverkäufer wohnt an einem damals noch unbekannten Ort, der einzige Hausbewohner (ein Mitglied der Erbengemeinschaft), der in dieser Zeit die Provision entgegennahm, ist verstorben, deshalb auch der Hausverkauf.
So konnte vorübergehend keine Provision ausbezahlt werden. Es besteht noch heute ein Vertrag (Provisionsvereinbarung) mit dem Hausverkäufer, eine Erbengemeinschaft.
Das Haus war bei Anfahrten stets abgeschlossen, somit niemand zu erreichen, lediglich Innenrenovierungsarbeiten waren von aussen zu erkennen, Briefkasten, Türglocke waren ohne Namen.

Bei einer erneuten Anfahrt waren beide Automatengehäuse samt Automaten demontiert, im Haus war immer noch niemand zu erreichen.
Wochen später, bei einer erneuten Anfahrt, war plötzlich jemand anwesend. Ich fragte nach den Automaten, da wurde mir vom neuen Hausbesitzer mitgeteilt, daß er die Automaten samt Geld und Ware "weggeworfen" hätte. Es handelt sich um einen Warenwert von ca. 1000.- Euro. Weiter schilderte er, dass er mehrmals angerufen hätte, niemand war zu erreichen. Auf meine Frage, warum er nicht den Automatenaufsteller zwecks Kündigung/Abbau der Automaten angeschrieben hat, wo doch in jedem der Automaten die vollständige Firmenadresse angegeben ist, bekam ich keine Antwort.
Der Firmeninhaber (Automatenaufsteller) ist herzkrank und nicht in der Lage, einen Prozess der Gesundheit wegen durchzuziehen.
Ich möchte deshalb als freie Mitarbeiterin Dieses nun in Angriff nehmen. Da es für mich reiner Diebstahl / Unterschlagung ist, denke ich, dass ich ohne Anwalt auskomme. Ist es nun sinnvoll, erstmal eine Strafanzeige gegen den neuen Hausbesitzer zu stellen (der die Automaten abgebaut und angeblich "weggeworfen" hat)?
Wie sollte ich um Schadenersatz zu fordern weiter vorgehen?
Ist eine Vollmacht vom Automatenaufstellers erforderlich, dass ich Strafanzeige- ggf. einen Prozess
durchführen kann?

Im Voraus vielen Dank für die Beantwortung

Sehr geehrte Fragestellerin,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Sie müssen hier den auf Schadensersatz gerichteten zivilrechtlichen Aspekt vom strafrechtlichen Aspekt unterscheiden, der eine Ahndung strafrechtliche relevanten Verhaltens durch den Staat zum Gegenstand hat.

Soll das Verhalten zu einem strafrechtlichen Ermittlungsverfahren führen, so können Sie den Sachverhalt selbst zur Anzeige bringen, eine Vollmacht Ihres Chefs ist dafür nicht erforderlich, obschon es naturgemäß ratsam wäre, das generelle Vorgehen in dieser Sache vor Einleitung rechtlicher Schritte abzustimmen.

Zunächst ein Ermittlungsverfahren zu initiieren wäre dann mit Blick auf Schadensersatzansprüche hilfreich, wenn Sie sich durch die strafrechtlichen Ermittlungen eine Verbesserung der zivilrechtlichen Beweissituation erhoffen würden.

Das ist hier aber nicht zwangsläufig erforderlich, zumal ein Strafverfahren erfahrungsgemäß einige Monate andauern kann, bis das zivilrechtlich -hoffentlich- hilfreiche Ermittlungsergebnis vorliegt.

Zivilrechtlich kann hier zunächst Ihr Chef als Geschädigter Ansprüche geltend machen- Ihnen steht kein eigener Anspruch zu.

Natürlich kann Ihr Chef Sie auch bevollmächtigen, die Ansprüche in seinem Namen geltend zu machen, spätestens wenn es zu einem Prozeß kommen sollte, wäre dies aber unvorteilhaft.

Denn für den Umstand, dass die Gegenseite Eigentum Ihres Chefs einfach ohne Rückspreche oder Einwilligung Ihres Chefs weggeworfen und sich dadurch schadensersatzpflichtig gemacht hat, stehen Sie als Zeugin zur Verfügung, da es Ihnen gegenüber genau so eingeräumt wurde.

Je mehr Sie aber in einem Prozeß als diejenige auftreten, die einen Anspruch durchsetzen will, je kritischer wird Ihre Aussage als Zeugin für das Bestehen eben dieses Anspruchs betrachtet werden.

Sollte es also außergerichtlich nicht zu einer Einigung kommen, sollten Sie spätestens dann anwaltliche Hilfe in Anspruch nehmen, wenn ein Klageverfahren zu betreiben ist.

Faktisch gesehen müssten Sie den neuen Eigentümer nun anschreiben und unter Beweis des Wertes der Automaten und des darin befindlichen Gutes zur Zahlung von Schadensersatz auffordern. Da es hier aber letztlich um Fragen der Beweisbarkeit gehen dürfte (nach Ihrer Schilderung steht zu erwarten, dass die Gegenseite einwenden wird, mehrfach erfolglos versucht zu haben den Automatenbetreiber bzw. -eigentümer zu kontaktieren), läge die Angelegenheit auch im außergerichtlichen Verfahren gut in anwaltlichen Händen.

Denn letztlich ist es auch eine Rechtsfrage, ob und wenn ja wielange der neue Eigentümer Automaten, die aufgrund von Verträgen mit dem alten Eigentümer an seinem Haus befestigt sind, dort dulden muss, unter welchen Voraussetzungen er sie abnehmen darf und wie lange ihm gegebenenfalls eine Aufbewahrung zugemutet werden kann.

Zu diesen Fragen kann ein Kollege sicherlich konkreter vortragen, wenn ihm die Umstände Ihres Einzelfalles detailliert geschildert werden.

Ich hoffe Ihnen auf diesem Weg eine erste rechtliche Orientierung ermöglicht zu haben und verbleibe

mit freundlichen Grüßen

Jeromin
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 01.10.2008 | 16:34

vielen Dank für die schnelle Beantwortung. Wenn ich es richtig verstanden habe, leite ich nun mittels Strafanzeige bei der Polizei ein Ermittlungsverfahren ein.
Frage: ist es sinnvoll bei der Strafanzeige bis ins Detail Sachverhalt, Beweise, Zeugen etc. schriftlich aufzuführen? Da kommen sicherlich 3 DIN A4 Seiten zusammen.

Vielen Dank für Ihre geschätzte Antwort

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 01.10.2008 | 16:47

Sehr geehrte Fragestellerin,


wenn Sie die Einleitung eines Ermittlungsverfahrens wünschen, sollten Sie den Sachverhalt ausführlich schildern, damit bei den Ermittlungsbehörden ein erster aussagekräftiger Eindruck zum Bestehen des Anfangsverdachts einer Straftat, zu möglichen Zeugen, dem Täter, der Schadenshöhe und zu Ansprechpartner der geschädigten Seoite für Rückfragen entstehen kann.

Mit freundlichen Grüßen

Jeromin
Rechtsanwalt

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