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Diebstahl Im Fitnesstudio

| 20.10.2015 09:10 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Lars Liedtke


Zusammenfassung: zum Vorgehen eines Beschuldigten während des Ermittlungsverfahrens

In meinen Fitnesstudio ist die letzte Wochen scheinbar mehrmals Geld (70-100E) gestohlen worden. Vermutlich in einer Zeit in der die aut.Türe im Studio nicht funktioniert (Sa.10-12Uhr).

Deshalb wurde das Studio von der Polizei von 10-12Uhr observiert (erfasste Geldscheine).

Ich ging an SA um 10.30Uhr in das Studio (dachte es hätte offen) um eine vergessene Jacke zu suchen nicht gefunden und ging wieder. Dann habe ich im Studio angerufen und gedacht ev. ist schon jemand da und ich kann nachfragen. War nicht der Fall. Also bin ich um 11.15 nochmals ins Studio, sass an die Bar um einen Zettel zu schreiben an Roland (Chef) ob er die Jack gesehen hat, da kam die Poluie herein.
Vorwurf: Studio wurde observiert. Als ich das erste mal reinging war nachher Geld weg (hat Polizei gesehen) und als ich das zweite mal reinging war Geld wieder in der Kasse, also hätte ich es reingelegt, wer sonst). Ich war in dieser Zeit scheinbar der einzige der 2x raus und reinging.

Es gibt noch einen Eingang hinten (sollte aber zu sein). Haupteingang ist aber offen, da Schliessystem nicht funktioniert. Dieser wurde aber observiert.

Es ist echt blöd, denn ich gehe in dem Studio ein und aus. Bin seit 28Jahren dort, kenne den Chef gut und habe noch nie etwas mitgenommen. Auch dass auf den Geldscheinen meine Fingerabdrücke sind, kann gut sein da ich an all den Tagen davor im Studio war (Mi/Do/Fr) und auch Geld rausgenommen / gewechelt f.Solarium etc. habe. Mache das irgendwie selbstverständlich. Darüber habe ich auch schon mit Roland (Chef) gesprochen dass das nicht gut ist denn ich bin ja nicht angestellt ... also das lass ich jetzt voll sein.
Irgendwie echt blöd. Bin sicher Hauptverdächtiger und das ganze ist schwierig zu erklären.

Bin 49Jahre, unbescholten, finanziell gut aufgestellt, 2 Kinder 9/11.

Was passiert mir hier im schlimmsten Fall.
LG




Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Im schlimmsten Fall könnten die vorhandenen Beweismittel und Indizien dazu geeignet sein, den zuständigen Richter davon zu überzeugen, dass Sie die im Raum stehenden Diebstahlstaten begangen haben. Im Falle einer Verurteilung können Sie gem. § 242 StGB zu Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu 5 Jahren verurteilt werden. Die Höhe des Strafmaßes richtet sich dann vor allem nach der Schwere der Tat bzw. der Taten, so dass es hierbei nicht unerheblich ist, wie oft und wie viel Geld gestohlen wurde. Da Sie nicht einschlägig vorbestraft sind, ist die Verhängung einer Freiheitsstrafe jedoch unwahrscheinlich.

Allerdings gilt im deutschen Strafrecht stets die Unschuldsvermutung. Sollten die Beweismittel und Indizien nicht geeignet sein, sämtliche vernünftigen Zweifel des Richters an Ihrer Täterschaft auszuräumen, wären Sie freizusprechen. Darauf sollte durch eine geschickte Argumentation hingewirkt werden, denn aufgrund Ihrer Sachverhaltsschilderung ist die Schlussfolgerung, dass nur Sie die Taten begangen haben könnten, ja keineswegs zwingend. Wie Sie selbst bereits erkannt haben, existiert für die Fingerabdrücke an den Geldscheinen eine ganz andere plausible Erklärung. Auch ist es ja nicht so, dass die Tat während der Observierung nur durch jemanden begangen worden sein könnte, der zwischenzeitlich die Räumlichkeiten verlassen haben muss. Denkbar wäre es ebenso, dass jemand, der sich die ganze Zeit im Studio aufgehalten hat, zunächst die Geldscheine genommen und dann wieder zurückgelegt hat. Denkbar wäre weiter, dass es sich auch an den vorangegangenen Tagen gar nicht ob Diebstahl gehandelt hat sondern dass ein Mitarbeiter bei Kassenvorgängen Fehler gemacht hat, also zu viel Wechselgeld herausgegeben hat.

Wichtig ist, sich möglichst frühzeitig gegen die erhobenen Vorwürfe zu verteidigen, damit es bestenfalls gar nicht erst zu einer Anklage kommt sondern die Staatsanwaltschaft das Ermittlungsverfahren unter Umständen bereits im Vorfeld einstellt.

Sollten Sie zu einer polizeilichen Vernehmung geladen werden oder einen Anhörungsbogen erhalten, ist es empfehlenswert, dass Sie zunächst keinerlei Angaben zur Sache machen, solange Sie nicht ganz konkret wissen, welche Vorwürfe und Beweismittel gegen Sie vorliegen. Erst in Kenntnis des konkreten Akteninhalts sollten Sie sich zur Sache äußern. Daher ist Ihnen zu raten, erst eine Akteneinsicht zu nehmen. Das Akteneinsichtnahmerecht kann allerdings nur anwaltlich ausgeübt werden.

Wenn Sie als Beschuldigter Angaben machen sollen, sollten Sie unbedingt einen Rechtsanwalt mit einer Akteneinsicht beauftragen und sich anschließend hinsichtlich des weiteren Vorgehens beraten lassen. Gern können Sie sich diesbezüglich auch an mich wenden.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 20.10.2015 | 10:39

Ich musste an diesem Tag bereits mit der Polizei mitgehen und habe dies so zu Protokoll gegeben. Zu den Fingerabdrücken habe ich gesagt die können nicht oben sein (an die Tage davor habe ich nicht gedacht). Was soll ich tun? Danke

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 20.10.2015 | 10:49

Sehr geehrter Fragesteller,

da Sie dann offensichtlich bereits als Beschuldigter vernommen worden sind, ist mit einer weiteren Vernehmung oder einem Anhörungsbogen nicht mehr unbedingt zu rechnen.

Dennoch besteht natürlich trotzdem das Recht, Akteneinsicht nehmen zu lassen, um anschließend zu entscheiden, ob u.U. noch eine ergänzende Aussage bzw. Stellungnahme eingereicht werden sollte.

Für den Fall, dass Sie mich mit einer Akteneinsicht beauftragen wollen, lasse ich Ihnen in Kürze weitere Informationen per Email zukommen.

Mit freundlichen Grüßen

Lars Liedtke
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 20.10.2015 | 12:33

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