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Diebstahl

| 12.07.2009 15:05 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Sehr geehrte Frau Rechtsanwältin, sehr geehrter Herr Rechtsanwalt,
ich habe folgendes Problem:
Unser 16 jähriger Sohn wohnt in der Woche in einem Internat. Dort wurde bei einer Zimmerkontrolle ein Schlagring gefunden. Dieser Umstand wurde der Polizei gemeldet und wir mussten mit ihm zur Anhörung. Dort kam heraus, dass das Internat noch zwei Diebstähle vom November 2008 und Dezember 2008 gemeldet hat.
Die eine Sache ist, dass der angeblich im November 2008 im Rahmen eines Schülerpraktikums stattgefundene Diebstahl (er hat ein Handy aus der Werkstatt gestohlen, es aber anschließend wieder zurück gegeben) bereits im Januar 2008 geschehen ist und unser Sohn von der Schule dafür bereits bestraft wurde, indem er nicht an der Klassenfahrt teilnehmen durfte. Der Praktikumsbetrieb verzichtete damals auf eine Anzeige.
Bei dem zweiten Vorfall handelte es sich um eine externe Festplatte, die er einem Mitschüler im Internat gestohlen hatte. Auch diese hat er dem Mitschüler wieder gegeben, der ebenfalls von einer Anzeige absah. Für dieser Angelegenheit wurde er von Internat damit bestraft, dass er für zwei Wochen Hausverbot erhielt und täglich je 2 h Hin- und Rückfahrt nach Hause in Kauf nehmen musste.
Jetzt werden der Filialleiter des Praktikumsbetriebs und der Mitschüler sowie die Erzieherin des Internats (die die Sache jetzt nochmals in Rollen gebracht hat) als Zeugen benannt.
Jetzt meine Fragen:
Dürfen die Sachen in einem Verfahren verhandelt werden, obwohl sie zeitlich doch weit auseinander lagen?
Kann man evtl. eine Einstellung wegen Geringwertigkeit beantragen? Schließlich handelte es sich um ein reparaturbedürftiges Handy und eine nicht mehr ganz neuen externe Festplatte.
Mit welcher Strafe müsste er rechnen und wird diese irgendwo eingetragen, so dass er sich evtl. die Zukunft "versaut" hat (er möchte gern bei der Bundeswehr studieren)? Schließlich kommt ja auch noch die Angelegenheit mit dem Schlagring dazu. Er ist bisher noch nicht polizeilich in Erscheinung getreten.
Vielen Dank für Ihre Bemühungen.

Sehr geehrte Fragestellerin !

Vielen Dank für Ihre Frage, die ich wie folgt beantworte:

Zunächst einmal ist bei Ihrem Kind das Jugendstrafrecht anwendbar.

Ich gehe davon aus, dass Ihr Sohn auch keine fehlende Einsichts- oder Handlungsfähigkeit infolge einer Verzögerung seiner sittlichen und geistigen Entwicklung aufweist. Dies würde seine Schuld ausschliessen.

Eine Jugendstrafe wird vorliegend nicht in Betracht kommen.
Für die Verhängung von Jugendstrafe sind nach § 17 JGG schädliche Neigungen des Jugendlichen Voraussetzungen oder die Schwere der Schuld. Dies liegt hier fern.
Es kommen vielmehr Erziehungsmaßregeln oder Zuchtmittel in Betracht, da das Jugendstrafrecht eben nicht der Ahndung der Tat dienen soll sondern der Erziehung des Täters zu zukünftig rechtschaffendem Verhalten.
Hier wird auch Beachtung finden, dass Ihr Sohn bereits durch die Schule "bestraft" wurde.
Als Erziehungsmaßregeln kommen nach § 9 JGG insbesondere Weisungen, die Erziehungsbeistandschaft oder die Erziehungshilfe in Betracht. Die Weisungen sind in § 10 JGG NICHT ABSCHLIESSEND geregelt.
Zuchtmittel wäre insbesondere der Arrest.

Zweifelhaft ist hier ohnehin, inwieweit genau strafbare Handlungen vorliegen:
Hinsichtlich des Handys könnte es sich tatsächlich um eine geringwertige Sache handeln, bezüglich der Festplatte kommt zumindest Strafmilderung durch tätige Reue (freiwillige Rückgabe) in Betracht. Im Hinblick auf den Schlagring ist unklar, ob nur der Besitz vorgeworfen wird oder auch ein Diebstahl.

Ebenso käme eine Einstellung des Verfahrens durch die Staatsanwaltschft nach § 45 JGG oder durch das Gericht nach § 47 JGG in Betracht.

Insgesamt muss ich Ihnen dringend raten, einen Verteidiger zu beauftragen, der Akteneinsicht nehmen kann. Ohne diese ist eine Einschätzung der Folgen nicht möglich.
Sie sehen, wie unterschiedlich die Reaktionsmöglichkeiten auf strafbares Verhalten Jugendlicher sind.
Ebenso kann erst nach Akteneinsicht gemeinsam mit und im Hinblick auf den Reifegrad Ihres Sohnes eine Strategie entwickelt werden.

Eine Verbindung der Verfahren ist grundsätzlich möglich, aber auch hier müsste Akteneinsicht genommen werden.

Eine Eintragung in das Bundeszentralregister kommt nur bei Verhängung einer Jugendstrafe in Betracht. Eine solche ist hier jedoch, wie bereits dargelegt nicht zu befürchten.

Bitte beauftragen Sie umgehend einen Anwalt.

Bewertung des Fragestellers 14.07.2009 | 12:28

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