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Diebstahl, Betrug, Urkundenfälschung

21. August 2021 21:55 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Ich habe vor zwei Jahren bei einer Firma gearbeitet und konnte durch Fälschung von Retouren Geld für mich abzwacken. Leider habe ich irgendwann übertrieben und es fiel dann auf. Die Chefin sprach mich daraufhin an und ich gab zu Geld genommen zu haben. Ich habe auf ihre Nachfrage nach dem Betrag, nur ungefähr 10% von dem tatsächlichen Betrag genannt, in der Hoffnung dass nicht weiter geforscht wird. Ich wurde fristlos gekündigt und habe diese 10% der Chefin zurückgezahlt. Sie sagte auch dass sie die Polizei einschalten wird. Das war vor 2 Jahren und bis jetzt hab ich nie wieder was von ihr oder der Polizei gehört. Nun wurde aber mein Freund von der Polizei angerufen und ihm wurde gesagt dass gegen mich ermittelt wird und er wurde nach ein paar Überweisungen gefragt als er mir in Notzeiten ab und zu ausgeholfen hat. Sie haben meine Kontobewegungen geprüft. Ich habe sonst noch keine Infos.
Ich habe wirklich angst vor einer Haftstrafe oder einer Ausweisung aus Deutschland da ich nur eine unbefristete Niederlassungserlaubnis habe. Ich bin aber schon über 20 Jahre in Deutschland.
Der wirkliche Betrag war 5stellig.
Ich habe diese Retourenfälschumg mehrmals und nicht nur einmal begangen.
Ich habe keine Vorstrafen. Wie stehen die Chancen dass ich nur mit einer Geldstrafe bestraft werde?

21. August 2021 | 22:51

Antwort

von


(30)
Landwehrstraße 97
28217 Bremen
Tel: 0162 1564371
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Sehr geehrte Ratsuchende, sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Frage welche ich, auf Grund der mir zur Verfügung stehenden Informationen, wie folgt beantworte.

Vorab möchte ich bereits darauf hinweisen, dass eine präzise strafrechtliche Würdigung stets Aktenkenntnis voraussetzt.

Ich gehe nach Ihren Angaben davon aus, dass durch Sie Retourscheine unter Angaben von Kundennamen erstellt wurden, und sie auf diese eingereicht haben um an Geld zu kommen.

Dieses stellt grundsätzlich eine einfache Urkundenfälschung nach § 267 I StGB dar, welche mit einer Geldstrafe oder Freiheitsstrafe von bis zu 5 Jahren bestraft wird. Je nach Anzahl der gefälschten Retourscheine und dem Zeitraum der Handlung, könnte auch eine gerwerbsmäßigkeit nach § 267 III Nr. 1 StGB vorliegen. Dieses würde grundsätzlich eine Mindeststrafe von 6 Monaten für jeden gefälschten Retourenschein bedeuten.

Die Einreichung der Retourenscheine und die spätere Auszahlung erfüllt dürfte den Tatbestand des § 263 StGB erfüllen. Auch hier kommt möglicherweise eine gewerbsmäßige Handlung in Betracht, welche nach § 263 III Nr. 1 StGB zu einer Mindestfreiheitsstrafe von 6 Monaten führt.

Zu Ihren genaueren Fragen kann ich sagen, dass eine Geldstrafe möglicherweise erreicht werden kann jedoch, insbesondere bei einer größeren Anzahl von Taten, kein Selbstläufer ist.

Hier wäre zunächst zu prüfen von wievielen Taten die Ermittlungsbehörden überhaupt wissen. Auch dieses setzt eine Kenntnis der Ermittlungsakten voraus. Sobald Ihnen nachgewiesen werden kann, dass Sie sich durch Ihre Handlungen eine Einnahmequelle von einiger Dauer und Erheblichkeit verschaffen wollten, ist im Regelfall (Regelbeispiel) Mindestfreiheitsstrafe von 6 Monaten auszugehen. Eine Geldstrafe kommt, dann in der Regel, nicht mehr in Betracht.

Selbst wenn Sie, im schlimmsten Fall, zu einer Freiheitsstrafe verurteilt werden, ist jedoch eine Aussetzung zur Bewährung möglich. Hierfür darf die Freiheitsstrafe 2 Jahre nicht übersteigen. Eine Freiheitsstrafe zur Bewährung halte ich für erzielbar. Hierfür spricht auch, dass die Taten bereits 2 Jahre zurückliegen. Sie sollten jedoch auch auf eine gute Sozialprognose hinarbeiten. Wichtig ist insbesondere eine Arbeitsstelle. Wenn es Ihnen möglich ist bereiten Sie sich auch finanziell auf einen Prozess vor, indem Sie Geld für eine Schadenswiedergutmachung sparen. So lässt sich eine Bewährungsstrafe absichern.

Auf keinen Fall sollten Sie nun selbstständig Kontakt zur Polizei aufnehmen.

Spätestens wenn Sie eine Beschuldigtenanhörung von der Polizei erhalten sollten Sie einen Strafverteidiger aufsuchen, welcher Akteneinsicht nehmen wird und mit Ihnen eine Verteidigungsstrategie entwickelt. Der Verteidiger wird auch prüfen, ob die Möglichkeiten einer Pflichtverteidigung vorliegen. Die Kosten eines Pflichtverteidigers werden grundsätzlich zunächst vom Staat übernommen. Eine Pflichtverteidigung ist auch bereits im Ermittlungsverfahren möglich.

Die ausländerrechtlichen Folgen können erst eingeschätzt werden, wenn die Verurteilung bekannt ist. Auch um negative Folgen im Ausländerrecht zu vermeiden sollte die Strafe jedoch so gering wie möglich ausfallen.

Ich hoffe ich habe Ihre Fragen geklärt. Über eine positive Bewertung würde ich mich freuen.

Mit freundlichen Grüßen


Mario Kroschewski
Rechtsanwalt




ANTWORT VON

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