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Die Unterhaltsreglung bei einem volljährigen Kind

24.07.2010 19:37 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Michael Vogt


Sehr geehrte Damen Herren,
Wie ist der Unterhalt bei einem volljährigen Kind, das sich in der Ausbildung/Studium befindet geregelt.

Die Eltern des volljährigen Kindes sind getrennt. Beide sind wieder verheiratet und beide leben in wirtschaftlich gleich gutem Verhältnis.
Der Unterschied besteht darin, dass die Mutter Hausfrau ist und der Ehemann der Mutter erwirtschaftet das gemeinsame Einkommen.
Beim Vater ist es so, dass er arbeitet, die Ehefrau des Vaters ist ebenfalls Hausfrau.

Wie viel Anspruch hat das volljährige Kind generell?
Wie wird es berechnet? Spiel das Einkommen der Eltern eine Rolle? Wie ist die Verteilung in diesem Fall?

Im ersten Beispiel, wenn das volljährige Kind auszieht, wie ist der Unterhalt geregelt wie viel bekommst es, wie ist die Verteilung, wer muss wie viel von den Eltern zahlen?
Ist es so, dass die Mutter sich nicht an den Unterhalt beteiligen muss, weil sie Hausfrau ist? Muss der Vater deshalb mehr bezahlen?
Wer bekommt das Kindergeld? Spielt die Düsseldorfer Tabelle überhaupt weiterhin eine Rolle?

Wie ist es, wenn das volljährige Kind bei der Mutter wohnen bleibt, wie ist dann der Unterhalt geregelt? Richtet sich der Unterhalt weiterhin am Einkommen des Vaters?
Wer bekommt in diesem Fall das Kindergelt? Wer muss wie viel an das Kind bezahlen.

Welche Pflichten hat das volljährige Kind?

Auch wäre ich Ihnen dankbar wenn Sie uns mitteilen, was sonst in diesem Zusammenhang beachtet werden muss.

Vielen Dank für Ihre Mühe!
Mit freundlichen Grüßen






Sehr geehrte Ratsuchende,

gerne darf ich Ihre Fragen wie folgt beantworten:

Gegenüber volljährigen Kindern sind in der Regel beide Elternteile entsprechend ihrer Anteile am Gesamteinkommen zum Barunterhalt verpflichtet. Welchen unterhaltsrechtlichen Bedarf/Anspruch das Kind hierbei hat bestimmt sich danach, ob das Kind noch im Haushalt eines Elternteils wohnt oder nicht.

1.

Für volljährige Kinder, die noch im Haushalt eines Elternteils leben, gilt die Altersstufe 4 der Düsseldorfer Tabelle.

Falls beide Elternteile leistungsfähig sind, d.h. ein Einkommen von mehr als 770/900 Euro erzielen, ist der Bedarf des Kindes nach dem zusammengerechneten Einkommen beider Elternteile zu bestimmen. Ist – wie in Ihrem Fall – ein Elternteil nicht erwerbstätig und damit nicht leistungsfähig, so richtet sich die Einstufung in der Düsseldorfer Tabelle ausschließlich nach dem Einkommen des leistungsfähigen Elternteils, d.h. in Ihrem Fall des Vaters.

Das Kindergeld wird als Einkommen des Kindes auf seinen Bedarf voll angerechnet und ist an dieses weiterzuleiten, § 1612b BGB.

2.

Zieht das Kind aus und gründet einen eigenen Hausstand, so richtet sich sein Bedarf nicht mehr nach der Düsseldorfer Tabelle. Er beträgt in diesen Fällen vielmehr in der Regel € 640,00 im Monat ohne Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung sowie Studiengebühren.

Auch in diesem Fall sind beide Elternteile entsprechend Ihrem Anteil am Gesamteinkommen zum Barunterhalt verpflichtet.

Ist ein Elternteil nicht Leistungsfähig, d.h. beträgt sein Einkommen unter € 1.100,00 im Monat, so ist der andere Elternteil allein zum Unterhalt verpflichtet. Der Vater müsste daher in Ihrem Fall den Barunterhalt alleine aufbringen. Das Kindergeld wird auch in diesem Fall voll auf den Bedarf des Kindes angerechnet und ist an es auszukehren, § 1612b BGB.

Beiden Konstellationen ist gemein, dass volljährige Menschen natürlich grundsätzlich dazu gehalten sind, für ihren Lebensunterhalt selbst zu sorgen.

Hat das volljährige Kind jedoch noch keine Ausbildung absolviert, so umfasst der Unterhaltsanspruch entsprechend § 1610 BGB auch die Kosten einer angemessenen Ausbildung. Die Ausbildung ist hierbei dann als angemessenen im Rechtssinne zu betrachten, wenn sie der Begabung, dem Leistungswillen und den Fähigkeiten des Kindes entspricht und die Finanzierung dieser Ausbildung den Eltern auch wirtschaftlich zumutbar ist.

Im Gegenzug ist das Kind verpflichtet, die Ausbildung zielstrebig zu absolvieren, um in angemessener Zeit dazu in der Lage zu sein, sich ohne die Hilfe der Eltern selbst zu unterhalten. Dementsprechend sollten durch die Eltern in regelmäßigen Abständen Leistungsnachweise von dem volljährigen Kind angefordert werden.

Auch wird eigenes Einkommen des Kindes auf seinen Bedarf angerechnet. Enthält das Kind also BAföG oder eine Ausbildungsvergütung, so mindert sich sein Anspruch gegen die Eltern entsprechend. Demnach sollte von sich in der Ausbildung befindlichen Kindern, die Unterhalt geltend machen, ein entsprechender Nachweis über eigenes Einkommen verlangt werden.

Abschließend hoffe ich, Ihnen mit meiner Antwort einen ersten Überblick über die Rechtslage verschafft zu haben.

Hierbei möchte ich Sie darauf hinweisen, dass es sich bei dieser Antwort, basierend auf Ihren Angaben, lediglich um eine erste rechtliche Einschätzung des Sachverhaltes handelt. Diese kann eine umfassende Begutachtung nicht ersetzen. Durch Hinzufügen oder Weglassen relevanter Informationen kann die rechtliche Beurteilung völlig anders ausfallen.

Sie können natürlich gerne im Rahmen der Nachfrageoption auf diesem Portal oder über meine E-Mail-Adresse mit mir Verbindung aufnehmen.

Für eine über diese Erstberatung hinausgehende Interessenvertretung steht Ihnen meine Kanzlei selbstverständlich ebenfalls gerne zur Verfügung.

Ich wünsche Ihnen noch ein schönes Wochenende und verbleibe

mit freundlichen Grüßen

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