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Die Anerkennung meiner Tochter in USA


| 19.04.2006 15:38 |
Preis: ***,00 € |

Internationales Recht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Thomas Bohle



Im Sommer 2004 traf ich eine US-Amerikanerin, die einige Wochen bei mir wohnte. Wir hatten ein einziges Mal ungeschützten Verkehr mit Ihrer Versicherung heute könne ja nun so gar nichts passieren. Meine Tochter Iz wurde am 29.04.2005 geboren. Ich habe sie und ihre Mutter im Dezember/Januar besucht (hierzu http://amerikareise.de) Die Mutter hatte mich informiert und mich eingeladen. Mit der Anerkennung des Kindes gibt es nun aber Probleme, sie versucht mich als "offiziellen Vater" zu verhindern.
Boris Becker nannte den Vorgang einmal "Samenraub", blöder Begriff im nicht ganz treffenden Zusammenhang, er trifft es aber ziemlich gut.

Die Mutter von Izy, Alex ist Mitglied in einer Sekte "Inner Circle Institut" ein ganz schräger Verein, der Heilung durch das Bezahlen auf das Konto des Vereins verspricht. Hier hat man sie auch auf die Idee gebracht, das ich schlecht für sie sei, weil ich zum einen vor der Sekte gewarnt, zum anderen deren Methoden (Bezahlen von höheren Summen um gesund und glücklich zu sein, Izy wird nicht zur Schule gehen, weil man ihr dort nur Böses lehren wird, Ich bin das Böse weil ich meine Kreditkarte nicht heraus gebe) angezweifelt habe. Klingt seltsam? So etwas gibt es aber wirklich und ich würde meinen Nachwuchs gern davor beschützen.

Ich würde gern wissen, ob und welche Möglichkeiten es gibt, hier überhaupt erfolgreich vorzugehen, meine Rechte als Erziehungsberechtigter durchzusetzen, eine Anerkennung als Vater zu erreichen (bin mir da sehr sicher) und ob eine durchschnittliche deutsche Rechtschutzversicherung hier irgendwelche Kosten tragen würde, da das Ganze ja nicht nach einem einfachen Vorgang klingt. Ich bin aber nach Abschluss meines Studiums über HarzIV direkt im Call Center gelandet , was wie es klingt, eher nicht so doll bezahlt wird.

Es wird sehr oft die Verantwortung von Vätern für ihre Kinder gefordert. Nun ich möchte gern alle meine Möglichkeiten nutzen um Verantwortung zu tragen, fühle mich aber momentan étwas überfordert vom internationalen Familienrecht, wenn es das denn überhaupt gibt. Das Gespräch mit Mutter Al ist generell möglich, das Thema Vaterschaftsanerkennung darf dabei aber nicht erwähnt werden.

Ich weiß, dass ich hier keine Problemlösung finde, vieleicht kann mir aber jemand Hinweise geben, wie ich das Problem angehen kann und ob es überhaupt einen Sinn hat im Zusammenhang USA hier irgendwelche Antrengungen zu unternehmen.
Sehr geehrter Ratsuchender,



nach amerikanischem Recht (welches aber noch je nach Bundesstaat unterschiedlich gestaltet ist) wird im Falle der Geburt eines Kindes einer nicht verheirateten Mutter der Name des Vaters nicht eingetragen.

Wenn Sie die schriftlich Vaterschaft im sogenannten "acknowledgement of paternity"-Formular (amerikanische Version der Vaterschaftsanerkennungsurkunde) anerkannt haben, reicht noch nicht einmal dieses allein aus, um als Vater eingetragen zu werden.

Nur, wenn die Mutter gleichzeitig im selben Formular ihre Zustimmung zu dieser Vaterschaftsanerkennung (wiederum schriftlich) erklärt hat, wird die Anerkennung gültig und mit dem Original der VON BEIDEN ELTERNTEILEN UNTERSCHRIEBENEN ERKLÄRUNG kann dann über dass zuständige amerikanische Standesamt (aber auch hier gibt es noch von Bundesstaat zu Bundesstaat Unterschiede) die Vaterschaft verbindlich erklärt werden.



Das Problem wird hier die Unterschrift der Mutter sein, die wohl kaum zu beschaffen ist, wenn Sie noch nicht einmal mit dieser über die Sache sprechen können. Nun diese Zustimmung durch ein Gerichtsverfahren zu ersetzen, ist schwer durchzusetzen und wird Ihnen in der Sache auch nicht viel weiter helfen. Denn aufgrund der geschilderten Gesamtumstände werden Sie dann die Rechte als Vater kaum durchsetzen können, sofern dazu eine gesondert erforderliche richterliche Entscheidung nicht vorliegt. Und wie Sie selbst schon bemerkt haben, ist die Einbildung in einer Sekte dort liberaler geregelt, so dass Sie eine Gefährung des Kindes schwerlich nachweisen können; eine Loslösung nur des Kindes ohne den Willen der Mutter ist nahezu unmöglich und bei einem entsprechendem Richterspruch dann auch nur (bitte nicht lachen) mit Hilfe des Sheriffs möglich.



Vor diesem Hintergrund kann man Ihnen fast nur empfehlen, die Sache auf sich beruhen zu lassen, solange das Kind in den USA ist.





Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt
Thomas Bohle

Nachfrage vom Fragesteller 20.04.2006 | 10:17

Was passiert, wenn sich das Kind im Bereich der deutschen Gesetzgebung befindet? Dauerhaft oder vorrübergehend.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 20.04.2006 | 10:40

Sehr geehrter Ratsuchender,


bei einem vorübergehenden Aufenthalt müssten Sie eine schnelle Entscheidung durch ein Eilverfahren herbeiführen. Dazu wäre es sinnvoll, VORAB einen Vaterschaftstest durchzuführen, um das Gericht dann die Vaterschaft nachzuweisen. Diesen Test können Sie vorab machen, wobei Sie die Mutter dann aber RECHTLICH einweihen sollten.

Sofern dann das gemeinsame Sorgerecht ausgesprochen wird, sollten Sie weiter überlegen, ob Sie dann nicht auch das Aufenthaltsbestimmungsrecht gleich gesondert mit beantragen, um eine Rückkehr der Tochter in die USA und die Fänge der Sekte zu vermeiden. Auch dazu sollten Sie dann vorab soviel Information wie möglich besorgen, um die Gefährung des Kindeswohles nachweislich dokumentieren zu können. Wenn bekannt ist, dass die Tochter kommt, kann der Antrag durch einen Rechtsanwalt auch schon vorbereitet werden.

Bedenken müssen Sie dabei aber, dass Sie dann natürlich die Sorge für die Tochter bei Ihnen liegt, Sie also ggfs. Ihr gesamtes Leben umstellen müssen; dabei sollte dann auch daran gedacht werden, das alleinige Sorgerecht zu beantragen.



Bei einem dauerhaften Aufenthalt sind diese Schritte auch vorzunehmen, es fehlt dann aber zwar an der Eilbedürftigkeit; das "normale" Verfahren ist dann durchzuführen und wird sich etwas länger hinziehen; geleichwohl sollte zusätzlich das Eiltverfahren auch durchgeführt werden, da wegen des bis zur Entscheidung bestehenden alleinigen Sorgerechtes der Mutter ansonsten die Gefahr besteht, dass diese mit der Tochter dann wieder in die USA geht.

Entscheidend wird allein das Kindeswohl sein, so dass Sie diese Informationen über die Gefährlichkeit der Sekte unbedingt benötigen. Die weitergehenden Schritte sollten dann mit einem Kollegen vor Ort und auch ggfs. dem Jugendamt geklärt werden, um eine Abreise zu verhindern.


Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwalt
Thomas Bohle

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"Ich hatte mir schon gedacht, dass ich als Ausländer in "God´s own Country" keine großen Chancen habe, Danke aber für die Bestätigung. "