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Dialysepatient nach Nierenerkrankung, welche Leistungen stehen mir zu?

06.01.2017 11:10 |
Preis: ***,00 € |

Sozialrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Kevin Winkler, LL.M. (AUS)


Guten Tag, ich versuche meine Frage kompakt zu halten.
Ich, 37 Jahre leide seit letztem Jahr an einer Niereninsuffizienz und bin 3 mal die Woche bei der Dialyse.
Seit der Erkrankung, Krankenhausaufenthalt etc. bin ich nicht mehr Arbeitstätig, auch NICHT Arbeitslos gemeldet oder Hartz IV beziehend. Das Arbeitsverhältnis wurde damals aufgelöst. (Auf Grund der schweren Erkankung machte ich mir auch keine Gedanken darum) Ich lebte bis jetzt von meinen Ersparnissen.

Die Dialyse Praxis teilte mir nebenbei mit, dass ich als Dialysepatient zu 100% Arbeitsunfähig bin. Ein Schwerbehindertenausweis kann für mich die Praxis ebenfalls beantragen.

Da sich die Krankheit nicht zu bessern scheint, benötige ich Rat.

Welche Leistungen, Gelder oder Hilfen stehen mir zu? Was könnte oder besser gesagt sollte ich beantragen?
Rente, Wohngeld, steht mir noch Krankengeld zu, vielleicht sogar Rückwirkend? Gibt es in dem Fall Leistungen für Behinderte? Hartz IV am liebsten nur als letzte Möglichkeit.

Vielen Dank und schöne Grüße

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses wäre zunächst eine Arbeitslosmeldung und der Bezug von Arbeitslosengeld angezeigt gewesen. Dies sollte nachgeholt werden, sodass Kranken- und Pflegeversicherung noch über das Arbeitsamt laufen können. Auch Arbeitslosengeld steht Ihnen, nunmehr mit entsprechender Sperrzeit aufgrund verspäteter Meldung, grundsätzlich zu. Im Rahmen des Arbeitslosenverhältnisses kann dann auch eine Krankmeldung erfolgen, in deren Rahmen auch der Bezug von Krankengeld erfolgen kann, wenn die gegebene Arbeitsunfähigkeit entsprechend lange andauert. Der Anspruch auf Krankengeld besteht grundsätzlich im Rahmen eines Arbeitsverhältnisses und ausserhalb eines Arbeitsverhältnisses, wenn Sie beim Arbeitsamt als arbeitslos gemeldet sind. Der Anspruch selbst besteht dann 78 Wochen. Der Umstand, dass aktuell eine Arbeitsunfähigkeit vorliegt, bedeutet nicht zwingend, dass daraus auch eine endgültige Erwerbsunfähigkeit folgen muss. Diese müsste dann per ärztlichem Gutachten festgestellt werden. Eine Veränderung hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit scheint aber zum aktuellen Zeitpunkt zumindest nicht ausgeschlossen zu sein. Sollte der Krankheitszustand in dem aktuellen Maße anhalten, ohne dass eine Erwerbsunfähigkeit festgestellt worden ist, käme nach Auslauf des Arbeitslosengeldes der Bezug von Leistungen nach SGB II (Hartz IV/ ALG II) in Betracht. Sollte Erwerbsunfähigkeit festgestellt werden, so käme dann bzw. vor dem Auslauf des Krankengeldes die Beantragung einer Erwerbsunfähigkeitsrente in Betracht. Es sollte dazu rechtzeitig die Rentenversicherung und ggf. das Arbeitsamt kontaktiert werden. Je nach dem wie groß der Leistungsumfang dieser Rente in Ihrem Fall wäre, kämen dann ggf. ergänzende Sozialleistungen in Betracht, die beantragt werden müssten. Hierzu zählen Wohngeld, aber auch Leistung nach dem SGB XII, wenn Erwerbsunfähigkeit vorliegt (Hilfe zum Lebensunterhalt u.a.). Je nach Ausprägung und Schwere Ihrer Erkrankung, könnte zudem die Beantragung eines Pflegegrades bei der Pflegeversicherung in Betracht kommen. Leistungen die Sie darüber erhalten könnten, wären z.B. Pflegegeld, Pflegesachleistungen, Leistungen im Rahmen wohnumfeldverbessernde Maßnahmen, Entlastungsleistungen (Haushalt, Betreuung) im Rahmen der Kostenerstattung u.w. über die Pflegekasse Ihrer Krankenversicherung. Es sollte entsprechend die Pflegekasse, Arbeitsamt und ggf. Rentenversicherung zeitnah kontaktiert werden.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

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