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Deutscher Steuerausländer will in Deutschland gewerblich handeln

| 14.04.2021 18:38 |
Preis: 63,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von


20:37

Der Deutsche D hat seinen gewöhnlichen Lebensmittelpunkt im nicht-EU Ausland A (bspw. ist D in A fest für einen Konzern angestellt oder er ist sog. „Digital Nomad"). Er ist in Deutschland nur noch beschränkt steuerpflichtig. Sein Elternhaus ist in Deutschland und nimmt teilweise Post für ihn entgegen (bspw. für ein deutsches Konto, das D weiterhin führt), d.h. er verfügt weiterhin über eine deutsche Postanschrift.

D möchte nun aus dem Ausland heraus in Deutschland online Produkte verkaufen. Die eigentliche Produktionsleistung erfolgt dabei durch D im Ausland; Deutschland erfolgt lediglich der Absatz (bzw. im Falle von künstlerischen Produkten auch der Druck). U.a. würde D dafür den Online-Marktplatz M benutzen. Im Falle von Ausländern behält M 15% Quellensteuer zzgl. 5,5% Solidaritätszuschlag auf die Quellensteuer ein und führt diese an das deutsche Finanzamt ab.

D zieht nun folgende Möglichkeiten in Betracht:

1) D tritt auf M als Händler unter seiner ausländischen Melde-Adresse auf.

2) D tritt auf M als Händler auf und nutzt seine deutsche Postanschrift.

3) D meldet in Deutschland ein Gewerbe unter seiner ausländischen Melde-Anschrift an und tritt damit auf M als Händler auf.

Fragen:

— Welcher der genannten Alternativen sind steuerrechtlich in Deutschland legal?

— Würde eine der genannten Alternativen einen Lebensmittelpunkt in Deutschland begründen bzw. den Steuerstatus von D zur unbeschränkten Steuerpflicht in Deutschland ändern?

— Wäre D in allen drei Alternativen mit den daraus erzielten Einkünften in Deutschland beschränkt steuerpflichtig?

14.04.2021 | 19:29

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen wie folgt beantworten:

1. Welcher der genannten Alternativen sind steuerrechtlich in Deutschland legal?

Illegal ist keiner der Optionen, bringt aber jeweils steuerliche Gesichtspunkte mit sich, die unten weiter erläutern werde.

2. Würde eine der genannten Alternativen einen Lebensmittelpunkt in Deutschland begründen bzw. den Steuerstatus von D zur unbeschränkten Steuerpflicht in Deutschland ändern?

Alternative 2 könnte hier beim Finanzamt zumindest Frage aufwerfen. Denn dem Anschein nach wären Sie mit einer deutschen Anschrift aus Deutschland heraus tätig. Insbesondere wenn Sie als natürliche Person (nicht GmbH etc.) als Händler auftauchen werden, könnten Fragen kommen.

Im Ergebnis lässt sich dennoch kein Lebensmittelpunkt konstruieren, wenn Sie einfach nur eine Postanschrift unterhalten und keinen Wohnsitz in Deutschland nehmen.

3. Wäre D in allen drei Alternativen mit den daraus erzielten Einkünften in Deutschland beschränkt steuerpflichtig?

In Alternative 1 sehe ich keine Betriebstätte in Deutschland und somit auch keine Steuerpflicht.

Alternative 2 wird sicherlich zu einer Betriebstätte und einer beschränkten Steuerpflicht führen.

Alternative 3 führt aufgrund der Gewerbeanmeldung sicherlich zu Fragen vom Finanzamt, da aber der Sitz im Ausland ist und auch keine Betriebstätte begründet wird, sehe ich keine Steuerpflicht. Eine Gewerbeanmeldung ohne Wohnsitz oder Betriebstätte in Deutschland dürfte darüber hinaus auch schwierig werden.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen.

Mit freundlichen Grüßen


Rückfrage vom Fragesteller 14.04.2021 | 20:24

Sehr geehrte Anwalt, vielen Dank für Ihre Antwort.

Ihre Antworten bzgl. Alternative (2) sind mir nicht vollständig klar. Um Missverständnisse zu vermeiden, würde ich um Bestätigung/Kommentierung wie folgt bitten:


Aspekt Steuerstatus:

Sie schreiben einerseits, dies könnte beim Finanzamt Fragen aufwerfen, anderseits hingegen, dass sich im Ergebnis dennoch kein Lebensmittelpunkt konstruieren lassen würde, „wenn Sie einfach nur eine Postanschrift unterhalten und keinen Wohnsitz in Deutschland nehmen." Ich bitte um Bestätigung/Kommentierung meines nachfolgenden Verständnisses:

Wenn D nachweislich seinen Lebensmittelpunkt im Ausland und in Deutschland keinen Wohnsitz und keinen gewöhnlichen Aufenthalt hat, könnte er in Deutschland mit seiner deutschen Adresse gewerblich handeln, rechtlich legal sowie unter Beibehaltung seines Steuerstatus als Steuerausländer. Es wäre lediglich davon auszugehen, dass in diesem Fall die Einkünfte aus dieser Tätigkeit unter die beschränkte Steuerpflicht fallen würden.


Aspekt Legalität:

Sie schreiben einerseits, dass keine der drei Alternativen illegal sei, andererseits aber „Eine Gewerbeanmeldung ohne Wohnsitz oder Betriebstätte in Deutschland dürfte darüber hinaus auch schwierig werden." Ich bitte um Bestätigung/Kommentierung meines nachfolgenden Verständnisses:

Ohne Wohnsitz oder Betriebsstätte in Deutschland kann D kein Gewerbe anmelden, er kann aber als Steuerausländer trotzdem legal unter seiner deutschen Postanschrift gewerblich auftreten (ohne Gewerbeanmeldung).


Vielen Dank.

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 14.04.2021 | 20:37

Gerne beantworte ich Ihre Nanfrage wie folgt:

Aspekt Steuerstatus:

Sie schreiben einerseits, dies könnte beim Finanzamt Fragen aufwerfen, anderseits hingegen, dass sich im Ergebnis dennoch kein Lebensmittelpunkt konstruieren lassen würde, „wenn Sie einfach nur eine Postanschrift unterhalten und keinen Wohnsitz in Deutschland nehmen." Ich bitte um Bestätigung/Kommentierung meines nachfolgenden Verständnisses:

Wenn D nachweislich seinen Lebensmittelpunkt im Ausland und in Deutschland keinen Wohnsitz und keinen gewöhnlichen Aufenthalt hat, könnte er in Deutschland mit seiner deutschen Adresse gewerblich handeln, rechtlich legal sowie unter Beibehaltung seines Steuerstatus als Steuerausländer. Es wäre lediglich davon auszugehen, dass in diesem Fall die Einkünfte aus dieser Tätigkeit unter die beschränkte Steuerpflicht fallen würden.


Dieses Verständnis ist korrekt. Wenn ich von Fragen des Finanzamtes spreche meine ich damit, dass hier eine Prüfung stattfinden könnte, das Ergebnis aber sein wird, dass kein Wohnsitz oder gewöhnlicher Aufenthalt in Deutschland vorliegt.

Aspekt Legalität:

Sie schreiben einerseits, dass keine der drei Alternativen illegal sei, andererseits aber „Eine Gewerbeanmeldung ohne Wohnsitz oder Betriebstätte in Deutschland dürfte darüber hinaus auch schwierig werden." Ich bitte um Bestätigung/Kommentierung meines nachfolgenden Verständnisses:

Ohne Wohnsitz oder Betriebsstätte in Deutschland kann D kein Gewerbe anmelden, er kann aber als Steuerausländer trotzdem legal unter seiner deutschen Postanschrift gewerblich auftreten (ohne Gewerbeanmeldung).

Vielleicht ist Illegalität hier zu sehr vom Strafrecht eingefärbt. Es ist nicht illegal eine Gewerbeanmeldung vorzunehmen, dieses wird aber aufgrund ohne inländische Adresse nicht funktionieren.

Sie können zwar selbst Ihre ausländische Adresse nutzen, müssen aber in Deutschland auch eine Adresse innehaben. Melden Sie das Gewerbe auf die deutsche Postadresse an, sehe ich hier kein Problem.

Ohne Gewerbeanmeldung von der deutschen Postanschrift aus zu operieren, welche zu einer beschränken Steuerpflicht führt, kann daher nicht empfohlen werden. Nutzen Sie die Postanschrift sollten Sie dort auch ein Gewerbe anmelden, Ihren ausländischen Wohnort können Sie dann für sich angeben, das Gewerbe sitzt dann in Deutschland.

Mit freundlichen Grüßen

Bewertung des Fragestellers 14.04.2021 | 20:43

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