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Deutsche Steuern bei Verkauf einer Auslandsimmobilie ohne DoppelBesteuerungsAbkommen

21.02.2019 20:22 |
Preis: 78,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Andreas Wehle


Meine Frau (Ehe mit Zugewinngemeinschaft vor Hauskauf, auch in 2003) und ich leben seit 2011 fest in Deutschland und sind hier normal sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Im Jahr 2003 haben wir in Brasilien ein Haus erworben. Dieses haben wir entweder selber genutzt, es stand leer oder haben es kostenlos Verwandten ersten Grades zur Nutzung überlassen. Bisher hat es also nur Kosten verursacht. Nun sind wir im Prozess des Verkaufes und möchten den Großteil der Verkaufssumme von ca. 120 T€ nach Deutschland transferieren.
1. Was ist dabei zu beachten auf deutscher Seite, v.a. bzgl. möglicher Steuern?
2. Wenn keine Steuern anfallen sollen, welche Nachweise muss ich erbringen (Hauskauf, -verkauf)?
3. Sollte ich das Finanzamt vorab informieren?
4. Welche Fristen sind zu beachten, z.B. zwischen Hausverkauf und Geldtransfer?
5. Kann ich den Transfer auch in mehreren Raten tätigen?

Einsatz editiert am 23.02.2019 15:26:29

Sehr geehrter Ratsuchender,

gern beantworte ich Ihre Frage aufgrund der von Ihnen getätigten Angaben wie folgt.

Aufgrund der Regelung des Doppelbesteuerungsabkommens zwischen Deutschland und Brasilien sind Einkünfte aus unbeweglichem Vermögen auch deren Veräußerung in dem Vertragsstaat zu besteuern, in das unbewegliche Vermögen liegt.

Insofern unterliegen etwaige Veräußerungsgewinne nicht der deutschen Einkommensteuer, sie finden allenfalls im Jahr der Realisierung Niederschlag in der Bildung des steuerbaren maßgeblichen Einkommens in Deutschland über den Progressionsvorbehalts.

Sie wären für das Jahr der Realisierung von Veräußerungsgewinnen in Brasilien zur Erklärung der Einkommensteuer in Deutschland verpflichtet und müssten Ihre Veräußerungsgewinne in Brasilien erklären.

Nachweise wären der brasilianische Kaufvertrag und der ehemalige Erwerbsvertrag, neben der Aufführung sämtlicher weiterer Verkaufskosten. Ob diese jedoch tatsächlich erforderlich sein werden, ist den veranlagenden FA zu überlassen.

Eine vorab Information des FA wird nicht notwendig sein.

Soweit der Verkaufserlös realisiert, also sich in Ihrer Verfügungsgewalt befindet, sind keine weiteren Fristen zu beachten, Im Jahr nach der Realisation ist es als Ihr Vermögen anzusehen. Eine Vermögensbesteuerung findet derzeit in Deutschland keine Anwendung. In welchen Chargen Sie Ihr Vermögen nach Deutschland transferieren bleibt Ihnen überlassen. Unter Umständen werden Sie Post vom FA bekommen und haben die Herkunft des transferierten Geldes zu erklären. Aber das hat weniger steuerliche als vielmehr Geldwäsche- und Terrorfinanzierungfragen zum Hintergrund.

Ich hoffe Ihre Fragen beantwortet zu haben und verbleibe mit

Mit freundlichen Grüßen

Andreas Wehle
Rechtsanwalt /Aachen

Nachfrage vom Fragesteller 26.02.2019 | 17:06

Vielen Dank!
Ich verstehe die Antwort so, dass ich den Gewinn, also in etwa Verkaufspreis netto - Kaufpreis brutto, in Deutschland versteuern muss, je nach Bewertung des Finanzamtes.
Gilt das auch bei der Haltedauer von mehr als 10 Jahren? Ich hatte verstanden, dass in diesem Fall keine Versteuerung notwendig ist
Anm: DBA ist seit 2006 beendet.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 26.02.2019 | 17:21

Sehr geehrter Ratsuchender,

stimmt Sie haben Recht, das DBA wurde gekündigt und seither ist kein neues Abkommen zustande gekommen. https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Standardartikel/Themen/Steuern/Internationales_Steuerrecht/Staatenbezogene_Informationen/Laender_A_Z/Brasilien/2005-04-07-Brasilien-Abkommen-DBA-Kuendigung.html

Insoweit ist mein Verweis auf die Regelung des bis 2006 geltenden DBA obsolet.

Um eine Erklärung der steuerlichen Einkünfte aus dem Verkauf kommen Sie dennoch nicht herum, soweit die in § 23 Abs. 1 Nr. 1 EStG genannten Fristen eingehalten oder gar überschritten werden, sind auch die Einkünfte aus dem Verkauf der in Brasilien veräußerten Immobilie grundsätzlich steuerfrei.

Insoweit würde es auch zu keiner Berücksichtigung beim Progressionsvorbehalt kommen, so dass dieser Verkaufserlös - Kaufpreis - Verkaufsnebenkosten = Verkaufsgewinn steuerlich in Deutschland völlig unberücksichtigt blieben.

Ich hoffe Ihre Frage verstänich beantwortet zu haben und verbleibe
mit freundlichen Grüßen

Andreas Wehle
Rechtsanwalt /Aachen

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