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Deutsche Staatsbürgerschaft für Schweizer


| 07.09.2007 12:46 |
Preis: ***,00 € |

Ausländerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Sabine Reeder



Ausgangslage: Ich bin Schweizer und seit kurzer Zeit mit einer deutschen Staatsangehörigen verheiratet. Sie verfügt über eine ungeschränkte Aufenthaltsbewilligung in der Schweiz. Wir wohnen und arbeiten beide in der Schweiz. Sie hat in Deutschland einen weiteren Wohnsitz. Sie wird, nachdem nun seit kurzer Zeit die doppelte Staatsangehörigkeit Deutschland/Schweiz auch in Deutschland anerkannt ist, die Schweizer Staatsangehörigkeit beantragen.

Meine Frage 1: Ist es für mich auch möglich, die deutsche Staatsangehörigkeit zu erlangen? Welches sind die Bedingungen?

Frage 2: Ist es für mich möglich, in Deutschland einen Zweitwohnsitz anzumelden, wenn ich nicht in Deutschland arbeite (an derselben Adresse wie meine Ehefrau)?
Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Frage, die ich unter Berücksichtigung Ihrer Angaben wie folgt beantworten möchte:

Aufgrund der Gesetzesänderung zum 28.08.2007 -§ 12 II StAG- ist das Erfordernis der Gegenseitigkeit entfallen. Alle EU-Bürger sowie Schweizer können nun unter Hinnahme von Mehrstaatigkeit eingebürgert werden, sofern sie dies wünschen. Es kommt nicht mehr darauf an, ob der andere Staat auch unter Hinnahme der Mehrstaatigkeit einbürgert.

Die Ehegatteneinbürgerung erfolgt nach § 9 StAG. Nach den vorläufigen Anwendungshinweisen zum Staatsangehörigkeitsgesetz ist ein Inlandsaufenthalt von drei Jahren und Bestehen der ehelichen Lebensgemeinschaft seit zwei Jahren zum Zeitpunkt der Einbürgerung erforderlich.


Es ist Ihnen möglich, auch in Deutschland einen Wohnsitz zu begründen. Sie hätten dann einen doppelten Wohnsitz. Zu beachten sind jedoch die steuerrechtlichen Konsequenzen, die sich daraus ergeben.

Mit einem doppelten Wohnsitz sind Sie unbeschränkt steuerpflichtig in beiden Staaten. Deshalb gibt es Regelungen in den Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) zur Entscheidung, wo die sog. "Ansaessigkeit" ist, d.h. welcher Staat im Sinne des Abkommensrechts als Wohnsitzstaat und welcher als Quellenstaat gilt.

Bei zwei Wohnsitzen wird danach differenziert, in welchem Staat sich die ständige Wohnstätte befindet. Ist eine Entscheidung nach diesem Kriterium nicht möglich, gilt der Steuerpflichtige in dem Staat als ansässig, zu dem er die engeren persönlichen und wirtschaftlichen Beziehungen hat (Mittelpunkt der Lebensinteressen).

Nachrangige Kriterien sind der ständige Aufenthalt bzw. die Staatsangehörigkeit. Bei doppelter Staatsangehörigkeit erfolgt die Zuordnung im gegenseitigen Einvernehmen der jeweiligen Staaten.

Meines Erachtens wird die Einbürgerungsbehörde die Anmeldung als doppelten Wohnsitz in Deutschland nicht als den notwendigen Inlandsaufenthalt werten, solange Sie weiterhin „ansässig“ in der Schweiz sind.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen behilflich sein. Gerne können Sie noch Rückfragen stellen.

Ich verbleibe zunächst mit freundlichen Grüßen

Sabine Reeder
Rechtsanwältin

Meine Antwort umfasst nur die Informationen, die mir zur Verfügung gestellt wurden. Für eine verbindliche Bewertung ist eine umfassende Sachverhaltsermittlung vonnöten, die im Rahmen einer Online-Beratung nicht möglich ist.
Ergänzung vom Anwalt 07.09.2007 | 15:35

Ich möchte meine Antwort noch wie folgt ergänzen: Auch ohne Inlandsaufenthalt kann ein Ausländer nach § 14 StAG eingebürgert werden, wenn besondere Bindungen an Deutschland bestehen, die eine Einbürgerung rechtfertigen. Solche besonderen Bindungen können sein: Bestehende Ehe mit einem Deutschen, längere Aufenthalte in Deutschland, Eigentum an Immobilien in Deutschland, Ansprüche aus Renten -und Versicherungsleistungen bei deutschen Versicherungsträgern, Besuch deutscher Schulen. Das Bundesverwaltungsamt kann in solchen Fällen nach Ermessen einbürgern. Wenn Sie Ihren Antrag dementsprechend gut begründen können, so wäre auch bei einem Wohnsitz in der Schweiz eine Einbürgerung möglich.
Ergänzung vom Anwalt 07.09.2007 | 15:35

Ich möchte meine Antwort noch wie folgt ergänzen: Auch ohne Inlandsaufenthalt kann ein Ausländer nach § 14 StAG eingebürgert werden, wenn besondere Bindungen an Deutschland bestehen, die eine Einbürgerung rechtfertigen. Solche besonderen Bindungen können sein: Bestehende Ehe mit einem Deutschen, längere Aufenthalte in Deutschland, Eigentum an Immobilien in Deutschland, Ansprüche aus Renten -und Versicherungsleistungen bei deutschen Versicherungsträgern, Besuch deutscher Schulen. Das Bundesverwaltungsamt kann in solchen Fällen nach Ermessen einbürgern. Wenn Sie Ihren Antrag dementsprechend gut begründen können, so wäre auch bei einem Wohnsitz in der Schweiz eine Einbürgerung möglich.
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