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Deutsche Staatsbürgerschaft beantragen nach dem Studium

11.08.2021 20:44 |
Preis: 60,00 € |

Generelle Themen


Beantwortet von


sehr geehrte Damen und Herren,
ich lebe in Deutschland seit März 2016, werde am Ende September mein Studium abschließend als Elektroingenieur. Während meines Studium war ich als Werkstudent tätig. Mir wurde ein Job an der Firma angeboten (Anfang Oktober 2021). Allerdings dieses Job benötigt eine Hohe Reisebereitschaft und da ich kein EU Bürger bin es würde schwierig. meine Frage ist darf ich jetzt eine deutsche Staatsbürgerschaft beantragen ? ich besitze zurzeit die Aufenthaltstitel ABS 16 B. was würden Sie mir gerne empfehlen ?
MFG
Hussein Sabra

11.08.2021 | 22:29

Antwort

von


(352)
Käthe-Kollwitz-Str. 17
07743 Jena
Tel: 03641 47 800
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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Die Anspruchseinbürgerung ist im § 10 Abs. 1 StAG geregelt. Demnach ist ein Ausländer, der seit acht Jahren rechtmäßig seinen gewöhnlichen Aufenthalt im Inland hat und handlungsfähig nach § 37 Absatz 1 Satz 1 oder gesetzlich vertreten ist, ist auf Antrag einzubürgern, wenn seine Identität und Staatsangehörigkeit geklärt sind und er
1.
sich zur freiheitlichen demokratischen Grundordnung des Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland bekennt und erklärt, dass er keine Bestrebungen verfolgt oder unterstützt oder verfolgt oder unterstützt hat, die
a)
gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung, den Bestand oder die Sicherheit des Bundes oder eines Landes gerichtet sind oder
b)
eine ungesetzliche Beeinträchtigung der Amtsführung der Verfassungsorgane des Bundes oder eines Landes oder ihrer Mitglieder zum Ziele haben oder
c)
durch Anwendung von Gewalt oder darauf gerichtete Vorbereitungshandlungen auswärtige Belange der Bundesrepublik Deutschland gefährden,
oder glaubhaft macht, dass er sich von der früheren Verfolgung oder Unterstützung derartiger Bestrebungen abgewandt hat,
2.
ein unbefristetes Aufenthaltsrecht oder als Staatsangehöriger der Schweiz oder dessen Familienangehöriger eine Aufenthaltserlaubnis auf Grund des Abkommens vom 21. Juni 1999 zwischen der Europäischen Gemeinschaft und ihren Mitgliedstaaten einerseits und der Schweizerischen Eidgenossenschaft andererseits über die Freizügigkeit, eine Blaue Karte EU oder eine Aufenthaltserlaubnis für andere als die in den §§ 16a, 16b, 16d, 16e, 16f, 17, 18d, 18f, 19, 19b, 19e, 22, 23 Absatz 1, den §§ 23a, 24, 25 Absatz 3 bis 5 des Aufenthaltsgesetzes aufgeführten Aufenthaltszwecke besitzt,
3.
den Lebensunterhalt für sich und seine unterhaltsberechtigten Familienangehörigen ohne Inanspruchnahme von Leistungen nach dem Zweiten oder Zwölften Buch Sozialgesetzbuch bestreiten kann oder deren Inanspruchnahme nicht zu vertreten hat,
4.
seine bisherige Staatsangehörigkeit aufgibt oder verliert,
5.
weder wegen einer rechtswidrigen Tat zu einer Strafe verurteilt noch gegen ihn auf Grund seiner Schuldunfähigkeit eine Maßregel der Besserung und Sicherung angeordnet worden ist,
6.
über ausreichende Kenntnisse der deutschen Sprache verfügt,
7.
über Kenntnisse der Rechts- und Gesellschaftsordnung und der Lebensverhältnisse in Deutschland verfügt.

Da Sie gegenwärtig im Besitz eines Aufenthaltstitels nach § 16b AufenthG (Studienaufenthalt) sind ist eine direkte Einbürgerung mit diesem Aufenthaltstitel ausgeschloßen. Insofern müssten Sie zunächst das Studium beenden und einen Aufenthaltstitel zum Zwecke einer Arbeitstätigkeit erlangen. Ohne diese "Zwischenstation" ist die Einebürgerug nicht möglich.
Ein weiteres Hindernis ist der geforderte gewöhnliche Aufenthalt von acht Jahren. Sie halten sich gegenwärtig seit 5 Jahren und 5 Monaten im Bundesgebiet auf. Gem. § 10 Abs. 3 S. 2 StAG kann bei Vorliegen besonderer Integrationsleistungen, insbesondere beim Nachweis von Sprachkenntnissen, die die Voraussetzungen des Absatzes 1 Satz 1 Nr. 6 übersteigen, kann die Einbürgerungsfrist auf sechs Jahre verkürzt werden. Hierbei wird regelmäßig der Nachweis eines Sprachniveaus von C1 gefordert.

Insofern erfüllen Sie gegenwärtig zwei Voraussetzungen nicht - Sie haben einen auf Studiumzwecke gerichteten Aufenthaltstitel und Sie befinden sich noch nicht mindestens 6 Jahre im Bundesgebiet.

Im Hinblick auf die beabsichtigte Tätigkeit die eine hohe Reisebereitschaft erfordert ist zunächst die Änderung des Aufenthaltstitels bei der für Sie zuständigen Ausländerbehörde zu beantragen. Auch wenn die Tätigkeit eine hohe Reisebereitschaft erfordert, steht der Einbürgerung sodann Nichts entgegen, solange der Arbeitgeber einen Sitz im Bundesgebiet hat und Sie den gewöhnlichen Wohnsitz in Deutschland beibehalten.

Abschließend möchte ich Sie darauf hinweisen, dass es sich bei dieser Antwort, basierend auf Ihren Angaben, lediglich um eine erste rechtliche Einschätzung des Sachverhaltes handelt. Diese kann eine umfassende Begutachtung nicht ersetzen. Durch Hinzufügen oder Weglassen relevanter Informationen kann die rechtliche Beurteilung völlig anders ausfallen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Evgen Stadnik

ANTWORT VON

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