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Deutsche Mieteinnahmen versteuern wenn man in Ausland arbeitet

| 12.04.2018 15:49 |
Preis: 63,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden
Ich arbeite in Spanien, wo ich unbegrenzt steuerpflichtig bin. Vorher habe ich in Deutschland gelebt, dort bin ich seit 2012 abgemeldet, besitze aber dort nach wie vor eine Wohnung, die vermietet ist. Bisher habe ich mit der Vermietung keinen Gewinn erzielt. Im August 2018 wird aber das Darlehen abbezahlt sein und ab September wird es Mieteinnahmen geben. Andere Einkommen werde ich in Deutschland nicht haben.

Meine Fragen sind die Folgende:

- Wo und wie müssen die Mieteinnahmen versteuert werden?

- Soll ich mich in diesem Zusammenhang als „Steuerausländer" bei meiner deutschen Bank erklären? Ich habe bisher das nicht gemacht, weil ich keine Zinserträge in Deutschland habe. Welche Vorteile oder Nachteile würde das haben?

- Wie würden die Mieteinnahmen versteuert, wenn ich mich nicht als „Steuerausländer" erklären würde?

Außer Information zu bekommen, Ziel der Frage ist die günstigere Lösung zu finden und Steuerrechtliche Probleme in Spanien und Deutschland zu vermeiden.
12.04.2018 | 16:50

Antwort

von


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Basselweg 92
22527 Hamburg
Tel: +49 179 5029094
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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:


1.) Wo und wie müssen die deutschen Mieteinnahmen versteuert werden?

In steuerlicher Hinsicht sind Sie in Spanien unbeschränkt steuerpflichtig, da die Steuerpflicht auch in Spanien an den Wohnsitz anknüpft.

In Deutschland sind Sie allerdings zudem gemäß § 1 Abs. 4 in Verbindung mit § 49 Abs. 1 Nummer 6 Einkommensteuergesetz (EStG) mit Ihren Mieteinnahmen beschränkt steuerpflichtig. Sie müssen daher in beiden Länder eine Steuererklärung abgeben.

Wie Spanien seinerseits mit den deutschen Mieteinkünften verfährt, ergibt sich aus dem Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Spanien und Deutschland (DBA).

Art. 6 des DBA billigt dabei Deutschland das Recht zu, die Mieteinnahmen seinerseits zu besteuern. Da Spanien nach dem dort geltenden Welteinkommensprinzip ebenfalls das Recht hat die Mieteinkünfte aus Deutschland zu besteuern, wird die Doppelbesteuerung gemäß Art. 22 Absatz 1 a) ii) des Abkommens durch die Anrechnung der deutschen Steuer in Spanien vermieden.

In Deutschland folgt die Besteuerung den allgemeinen Regeln unter Berücksichtigung der in § 50 EStG normierten Ausnahmen. So stehen insbesondere bestimmte Freibeträge wie Spendenfreibeträge und sonstige Pauschalen unter Berücksichtigung der in § 50 EStG normierten Ausnahmen. So stehen Ihnen insbesondere bestimmte Freibeträge wie die Vorsorgepauschale und die Spendenpauschale nicht zu.


2.) Soll ich mich bei meiner Bank als „Steuerausländer" erklären?

Ja, das müssen Sie sogar, da Sie über keinen Wohnsitz in Deutschland verfügen. Zudem hat dies den positiven Effekt, dass von ihren auf den deutschen Konten vereinnahmen Zinserträgen keine Abgeltungssteuer einbehalten wird. Das Besteuerungsrecht an den vereinnahmten Zinsen steht aber allein ihrem Wohnsitzstaat, hier also Spanien, zu (Artikel 11 des DBA). Damit sind die deutschen Zinsen in der spanischen Einkommensteuererklärung anzugeben.


3.) Wie würden die deutsche Mieteinnahmen versteuert werden, wenn sie sich nicht als „Steuerausländer" erklären würden?

Davon muss ich Ihneb abraten, da Sie dadurch die deutschen Steuerbehörden über steuerlich erhebliche Tatsachen im Unklaren lassen würden. In der Konsequenz stünden Ihnen dann zwar alle Pauschalen zu, jedoch müssten die in Spanien erzielten Einkünfte ebenfalls in Deutschland im Rahmen der Steuererklärung erklärt werden, da insoweit das Welteinkommensprinzip gilt.

Es käme also insgesamt zu einer viel höheren Besteuerung als im Rahmen der beschränkten Steuerpflicht in Deutschland und der unbeschränkten Steuerpflicht in Spanien.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Christian Korthals
Rechtsanwalt


Rechtsanwalt Christian Korthals, Diplom-Finanzwirt (FH)

Bewertung des Fragestellers 14.04.2018 | 00:40

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