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Desaster bei Hochzeitsfeier


| 10.10.2006 10:44 |
Preis: ***,00 € |

Vertragsrecht



Sehr geehrte Rechtsanwälte,

der Tag der Eheschließung soll im Leben eines Brautpaars ein ganz besonderer und unvergesslicher Tag sein.

Leider haben die Erlebnisse, die wir mit den Gastronomen, die unser Buffet innerhalb ihrer Räumlichkeiten ausgerichtet haben, aus diesem Tag einen Albtraum werden lassen.

Als meine Frau - ausländischer Herkunft - auf Drängen des Gastronomen kurz vor der Eröffnung des Buffets die Rechnung zahlen sollte, behauptete dieser, der Betrag sei nicht vollständig, er habe ein Buffet für 200 Personen und nicht für die vereinbarte Anzahl von 100 Personen vorbereitet. Die Braut war sehr aufgebracht und informierte mich und einen weiteren Zeugen sofort über diesen Vorfall, da wir bei den Vorgesprächen anwesend waren. Wir konnten natürlich die tatsächliche, leider nur mündlich getroffene, Vereinbarung bestätigen.

Zum Verständnis sei an dieser Stelle erwähnt, daß ein zweites, traditonelles Buffet in Absprache und im Einverständnis mit dem Gastronomen, durch die Brautfamilie gestellt wurde.

Der Gastronom beruhigte sich daraufhin schnell wieder und räumte ein, dass es sich um ein Missverständnis seinerseits gehandelt haben könnte. Er erklärte, uns das Buffet, so wie er es vorbereitet hatte, zur Verfügung zu stellen, also für 200 Personen. Er erklärte dazu: "Was soll ich machen, es ist ja bereits alles vorbereitet. Einmal in acht Jahren schenke ich dann halt einem Brautpaar ein Buffet für 100 Personen." Die Angelegenheit sei mit der Begleichung der Rechnung für die vereinbarten 100 Personen erledigt. Wir zahlten und gingen davon aus, dass die Feier nun endlich in der besprochenen Form stattfinden würde.

Nun rastete allerdings die Mutter des Gastronomen, die im Haus als Mitarbeiterin tätig war, völlig aus. Sie begann, noch vor der Buffeteröffnung und vor den anwesenden Gästen, Fleisch aus den Chaving Dishes umzufüllen und aus dem Saal zu tragen. Wenig später kehrte sie mit einem Servierwagen zurück und begann, laut schimpfend, Teller abzuräumen. Ständig machte sich die Mutter gegen unseren ausdrücklichen Willen über das Buffet her, räumte das Salat- und Antipasti-Buffet in Plastikeimer und das Obstbuffet mit Jutebeuteln ab. Die Lebensmittel brachte sie ins Kühlhaus oder warf sie in den Abfall. Trotz anders lautender Vereinbarung wurde das Buffet nicht wieder aufgefüllt, das Dessert wurde erst gar nicht serviert. So reichte das Buffet, das durch den Gestronomen gestellt wurde, nicht einmal für die bestellte Personenzahl aus. Anwesende "Fachleute" (Mitarbeiter in der Gastronomie) schätzten, daß das Buffet maximal für 50 Personen gereicht habe, das Dessert ausgenommen. Das Dessert (Tiramisu), laut Gastronom der "im Einkauf finanziell aufwändigste" Bestandteil des Buffets wurde nicht serviert.

Die Hochzeitsfeier wurde darüber hinaus durch das Personal im Ablauf massiv gestört. Unsere Gäste wurden im barschen Ton daran gehindert, Getränke aus unserem Eigentum vertragsgemäß zu servieren. Ab etwa 22.30 Uhr wurde von der Mutter und dem Vater des Gastronomen, der ebenfalls dort beschäftigt war, provokativ begonnen, die Tische abzuräumen, obwohl dies weder vereinbart noch gewünscht war. Auch dies geschah lautstark unter Verwendung aggressiver verbaler Attacken – vor den Augen und Ohren unserer Gäste. Zahlreiche Gäste fühlten sich daraufhin „ausgeladen“ und verließen die Hochzeitsfeier, obwohl der Saal bis 8.00 Uhr gemietet war. Ab etwa 23.00 Uhr wurde dann das in unserem Eigentum stehende Buffet trotz anders lautender Verabredung nahezu komplett abgeräumt.

Als einige der verbliebenen Gäste versuchten, die Situation zu beruhigen, kippte die Stimmung der Pächtereltern völlig. Einige Gäste wurden „beglückwünscht, jetzt nach Hause gehen zu dürfen“, die Gastgeber seien ja schließlich „asozial“ und „nicht liquide“, die Braut wurde schließlich als „scheiß’ Arbeitslose“ beschimpft, der Brautvater als „fetter Klops“, ein Gast wurde sogar mit einem Tablett beworfen. Die Beleidigungen gipfelten schließlich in widerlichen, ausländerfeindlichen Beschimpfungen. Unsere ausländischen Gäste wurden als „scheiß’ Kanackenpack“ bezeichnet.Daraufhin haben wir das Haus vorzeitig verlassen.

Wir möchten aufgrund dieser Vorfälle, insbesondere die ausländerfeindlichen Übergriffe betreffend, strafrechtliche Konsequenzen für die Gastronomenfamilie, insbesondere für die Mutter, prüfen lassen und ebenfalls zivilrechtliche Ansprüche geltend machen.

Hinsichtlich der zivilrechtlichen Konsequenzen haben wir uns informiert, das es sich wohl um eine Schlechtleistung handelt. Eine Nachbessserung kommt aufgrund des fixen Leistungszeitpunkts nicht in Frage, so daß man wohl den vereinbarten Preis mindern kann.

Sie können sich sicher vorstellen, dass wie unsere eigene Hochzeitsfeier aufgrund dieser ungeheuerlichen Vorfälle nicht mehr genießen konnten. Wir konnten uns nicht einmal vernünftig um unsere Gäste kümmern, da wir den ganzen Abend damit zubringen mussten, "Schadenbegrenzung" zu betreiben. Meine Frau hat fast ein Jahr intensive Vorbereitungsarbeit in diese Hochzeitsfeier investiert, viele helfende Hände haben unglaublich viel Zeit und Mühe aufgewandt, um diese Feier zu einem besonders schönen Tag werden zu lassen. Die Gastronomenfamilie hat diese Bemühungen auf besonders schäbige Art und Weise zerstört.

Die Minderung muß, unserer Ansicht nach, auch berücksichtigen, daß eine Hochzeitsfeier einen extrem hohen emotionalen Stellenwert besitzt. Sowohl durch die Schlechtleistung als auch durch die ausländerfeindlichen Übergriffe ist es zu einem deutlichen Ambienteverlust gekommen. Um es deutlicher zu sagen: für das Brautpaar war die Feier "gelaufen".

Wir möchten den beratenden Anwalt bitten, un an dieser Stelle eine kurze Einschätzung der straf- und zivilrechtlichen Situation zu geben.

Hinsichtlich der strafrechlichen Konsequenzen sind wir uns nicht sicher, ob eine Strafanzeige/Strafantrag ausreichend ist.

Uns ist es wichtig, auf der "sicheren Seite" zu agieren, also keine überhöhten Forderungen zu stellen, Genugtuung ist uns in diesem Fall viel wichtiger!

Geplant ist unsererseits, zivilrechtliche Ansprüche wegen der Schlechtleistung gegen den Gastronomen mit Hilfe eines anwaltlichen Schreibens durchzusetzen sowie eine Strafanzeige wegen der ausländerfeindlichen Übergriffe insbesondere gegen die Mutter des Gastronomen zu stellen. Eventuell kommt hier noch das Thema "Schadenersatz" in Betracht. Dieses würde selbstverständlich separat vereinbart und vergütet.

Vielen Dank für Ihre Hilfe!

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Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich aufgrund Ihrer Angaben wie folgt beantworten möchte.

Für schwerwiegende Beleidigungen kann es ein Schmerzensgeld geben. Zwar hat das Oberlandesgericht Brandenburg entschieden, dass die Enttäuschung über die Störung einer Hochzeitsfeier und der Abbruch einer solchen noch keinen Schmerzensgeldanspruch der Brautleute begründet (NJW-RR 2005, 253). In dem Fall war das Brautpaar jedoch nicht direkt betroffen, da dort Raketen statt in den Himmel in die Hochzeitsgesellschaft hineingeschossen wurden. Wenn die Braut selbst beleidigt wurde, stellt sich dies indes anders dar.

Ein etwaiges Schmerzensgeld ist schwierig zu beziffern. Jeder Betroffene müsste dies einzeln geltend machen. Da der Abend körperlich kaum Spuren hinterlassen haben wird, ist die Rechtsgutsverletzung eher gering einzustufen; jedoch ist erschwerend zu berücksichtigen, dass ein vorsätzliches Handeln vorgelegen hat.

Zivilrechtlich dürfte der Preis für das unzureichende Buffet in angemessenen Umfang herabzusetzen sein. Dies dürfte zu ermitteln sein, indem das tatsächlich vorhandene Buffet in Relation zu dem bestellten Umfang des Buffets gesetzt wird.

Strafrechtlich ist zu beachten, dass für jedes Beleidigungsdelikt der jeweilige Adressat der Beleidigung binnen drei Monaten ab dem Tatzeitpunkt einen Strafantrag stellen muss, damit die Delikte verfolgt werden.

Sollte es dabei z.B. zu einem Strafbefehl kommen, so dürfte dann bei der Höhe der Strafe berücksichtigt werden, dass Beleidigungen im Rahmen einer Hochzeitsgesellschaft möglicherweise eine andere Wirkung erzeugen, als im normalen Alltag, da dieser Tag gemeinhin insbesondere beim Brautpaar als der „schönste im Leben“ in Erinnerung bleiben sollte.

Problematisch ist der Nachweis der einzelnen Beleidigungen, da die andere Seite dies vermutlich ganz anders darstellen wird. Möglicherweise wird dann auch ein etwaiges Mitverschulden zu berücksichtigen sein, wenn z.B. die Braut „sehr aufgebracht“ war. Dabei wäre es wichtig, die Wortwechsel so genau wie möglich zu konstruieren.

Abschließend bitte ich zu beachten, dass diese Antwort zwar alle wesentlichen Aspekte des von Ihnen geschilderten Falles umfasst, jedoch daneben Tatsachen relevant sein könnten, die möglicherweise zu einem anderen Ergebnis führen würden. Verbindliche Auskünfte sind daher nur im Rahmen einer Mandatserteilung möglich.

Ich hoffe, Ihnen zunächst eine erste rechtliche Orientierung ermöglicht zu haben.


Mit freundlichen Grüßen


Tobias Kraft
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 10.10.2006 | 14:20

Sehr geehrter Herr RA Kraft,

für Ihre Antwort danken wir Ihnen sehr herzlich.

Eine Sache ist uns noch unklar geblieben.

Sie schreiben, daß für für jedes Beleidigungsdelikt der jeweilige Adressat Strafantrag stellen muß. Die Umsetzung ist mir bei den persönlichen Angriffen klar, wie sieht das aber aus, wenn - wie in diesem Fall - keine bestimmte Person, sondern die anwesende Hochzeitsgesellschaft rassistisch und ausländerfeindlich mit "scheiß´ Kanackenpack" tituliert wurde?! Hiervon haben sich sowohl deutsche als auch jugoslawische Gäste angegriffen und beleidigt gefühlt. Handelt es sich hierbei nicht vielleicht sogar um einen Offizialdelikt?

Verbessert die Übermittlung eines Strafantrages wegen Beleidigung an die Behörden durch einen Rechtanwalt die Erfolgsaussichten eines solchen Antrags oder ist dies aufgrund der "Formfreiheit" des Antrags erst einmal entbehrlich, kann also ein Rechtsanwalt ohne Rechtsnachteile auch erst später konsultiert werden?

Es würde uns sehr freuen, wenn Sie uns in der zivilrechtlichen Angelegenheit ein Angebot für ein anwaltliches Mahnschreiben an den Gastronomen zukommen lassen könnten.

Mit freundlichen Grüßen

Braut & Bräutigam

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 10.10.2006 | 19:06

Sehr geehrte Fragesteller,

auch wenn insbesondere durch den genannten Ausdruck eine Beleidigung einer Vielzahl von Hochzeitsgästen möglich erscheint, wird dies noch nicht zu einem Offizialdelikt. Der Straftatbestand der Volksverhetzung, an den Sie vielleicht denken mögen, kommt meines Erachtens hier nicht in Betracht, weil es an einem diesbezüglichen Impetus und einem erweiterten Öffentlichkeitsbezug fehlt.

Rechtsnachteile dürften Ihnen nicht erwachsen, wenn Sie zunächst den Strafantrag stellen und erst zu einem späteren Zeitpunkt einen Anwalt beauftragen.

Gerne stehe ich Ihnen für das Verfassen eines anwaltlichen Schriftsatzes zur Verfügung. Die Kosten richten sich hierbei nach dem Gegenstandswert, der mir bisher nicht bekannt ist. Sie werden in Kürze eine E-Mail hierzu von mir erhalten.

Ich hoffe, Ihnen zunächst weiter geholfen zu haben.


Mit freundlichen Grüßen


Tobias Kraft
Rechtsanwalt

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