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Des Ladendiebstahls und Körperverletzung beschuldigt

| 28.10.2016 18:49 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Sylvia True-Bohle


Guten Tag,
heute wurde mein Vater (78) des Ladendiebstahls und noch Körperverletzung beschuldigt.
Er schilderte mir die Ereignisse folgendermaßen: Er habe einige Kleinigkeiten in einem Einkaufsmarkt kaufen wollen, darunter Räucherfisch aus der Theke. Auf dem Weg zur Kasse und dem Blick ins Portomonnaie hat er festgestellt, dass er nicht genügend Bargeld dabei hatte und auch noch vergessen hatte seine EC-Karte einzustecken. Also ließ er den Fisch im Laden zurück und ging an die Kasse um die anderen Artikel zu bezahlen.
Vor dem Ausgang kam eine Frau zu ihm und hat ihn aufgefordert ihr zu folgen, weil sie den Verdacht hatte, er hätte Ware mitgenommen ohne zu bezahlen. Mein Vater war sich keiner Schuld bewusst und wollte nicht mitgehen. Die Frau hielt ihn an der Jacke fest, brüllte ihn an und zerrte ihn in Richtung Büro. Mein Vater reagierte erschrocken und zog seinen Arm zurück. Die Frau konnte den Ärmel meines Vaters nicht festhalten, rutschte ab und stolperte einige Schritte vorwärts. Der Polizei gegenüber behauptete sie später, er habe sie geschubst. Mein Vater folgte der Frau dann doch ins Büro, weil er keinen Ärger wollte. Im Büro war eine 2. Frau. Sie sagten ihm, er habe den Fisch nicht bezahlt, sie hätten ihn erwischt und er müsse nun 100€ (?!?) Bearbeitungsbgebühr zahlen. Er erklärte, dass er den Fisch im Laden hat liegen lassen. Sie forderten ihn auf, seine Taschen zu leeren und seinen Ausweis auszuhändigen. Beides tat er nicht. Er forderte die Damen auf, die Polizei zu rufen, was sie auch taten.
Als die Polizei eintraf, gab er den Beamten seinen Ausweis. Diese gaben ihn wiederum an eine der beiden Frauen weiter, damit diese seine Daten in den Computer eingeben konnte - was ich schon sehr fragwürdig finde. Mein Vater hat den Beamten gegenüber die Situation geschildert. Plötzlich tauchte der Fisch auf, den mein Vater im Laden hatte liegen lassen. Die Angestellten des Marktes hätten ihn in dem Raum gefunden, wo die Befragung stattgefunden hat. Mein Vater saß die ganze Zeit auf seinem Stuhl und war die ganze Zeit unter Beobachtung. Wo kam also plötzlich der Fisch her? Jedenfalls nicht aus seiner Tasche! Außerdem, wie zuvor erwähnt, beschuldigte eine der Frauen meinen Vater, dass er sie geschubst hätte, was nicht stimmt. Zeugen gab es wohl leider keine, die den Vorfall genau mitbekommen haben. Es wurde eine Art Protokoll erstellt, das mein Vater unterschreiben sollte, obwohl er nicht gelesen hat was drin steht. Er hat nichts unterschrieben. Dann haben sie meinen Vater gehen lassen. Er weiß weder die Namen der Beamten, noch die der beiden Frauen, noch hat er einen Durchschlag der Notizen/Protokoll bekommen. Er weiß nicht einmal, wie es weitergeht. Er meinte nur, er müsse vermutlich noch einmal zur Polizei um eine Aussage zu machen. Eine der beiden Frauen (wohl die stellvertr. Marktleiterin) hat noch zu ihm gesagt, sie wolle ihn in dem Laden nicht mehr sehen - Hausverbot.
Mein Vater ist völlig durch den Wind und konnte vor lauter Aufregung gar nicht alle Details wiedergeben.

Nun meine Fragen:
Haben die Angestellten aus dem Markt Ihre Kompetenzen überschritten? Dürfen sie den Ausweis verlangen und Daten von meinem Vater speichern, bzw. ist die Polizei befugt, den Ausweis einfach einem Dritten auszuhändigen? Mein Vater wird zu Unrecht beschuldigt, wie geht es nun weiter? Einen Anwalt können wir uns nicht leisten, wie sollte er sich verhalten?

Vielen Dank für Ihre Hilfe.
Freundliche Grüße

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Sehr geehrte Ratsuchende,

die Damen haben ganz sicher Ihre Kompetenzen überschritten, allein schon durch das anschreien.

Zwar kann man einen Täter auf frischer Tat festhalten, auch dessen Personalien feststellen. Aber nicht in dieser Art.

Die Polizisten hatten zwar den Ausweis nicht weitergeben dürfen. Aber spätestens durch die Akteneinsicht wären Name und Adresse bekannt geworden.

Es wird nun eine Strafanzeige gefertigt und Ihr Vater bekommt Gelegenheit, Angaben zu machen.

Und genau das sollte nicht geschehen. Es sollten keine Angaben gemacht werden, sondern ein Rechtsanwalt sollte die Akteneinsicht beantragen und dann über den Anwalt eine Einlassung abgeben.

Besprechen Sie mit dem Anwalt auch die Möglichkeit der Bezahlung, möglicherweise Ratenzahlung.

Damit dürfte die Einstellung des Verfahrens möglich sein.

Mit freundlichen Grüßen.

Rechtsanwältin

Sylvia True-Bohle

Nachfrage vom Fragesteller 29.10.2016 | 22:49

Sehr geehrte Frau True-Bohle,

vielen Dank für die schnelle und hilfreiche Antwort. Wie geschrieben können wir uns keinen Anwalt leisten - auch nicht mit Ratenzahlung. Sie empfehlen, dass mein Vater keine Aussage machen sollte und die Einstellung des Verfahrens mit einem Anwalt möglich sein sollte. Kann es nachteilig für meinen Vater sein, wenn er keine Aussage macht und auch keinen Anwalt hat? Er hat eigentlich auch kein Problem, den Hergang nochmals zu schildern.
Sie haben bestätigt, dass die Damen ihre Kompetenzen überschritten haben, können Angestellte ohne Bestätigung des Diebstahls ein Hausverbot erteilen?

Vielen Dank!

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 29.10.2016 | 23:00

Sehr geehrte Ratsuchende,

es sollten keine Angaben gemacht werden.

Ein Schweigen darf nicht zum Nachteil Ihres Vaters ausgelegt werden.

Jedes unüberlegte Wort kann aber fatale Folgen haben. Daher sollte immer geschwiegen werden.

Ja; Angestellte können in Vertretung des Geschäftsleitung ein Hausverbot erteilen. Ene Bestätigung des Diebstahls bedarf es nicht.

Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwältin

Sylvia True-Bohle


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Bewertung des Fragestellers 31.10.2016 | 00:13

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Stellungnahme vom Anwalt:
FRAGESTELLER 31.10.2016 4,8/5,0
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